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Siegel und Partner stellten "Zeppelin"-Musical vor

Am 20. Juli 2021 fand im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen die Pressekonferenz zur ersten Präsentation von "Zeppelin - Das Musical" statt. Am 16. Oktober soll dort die Weltpremiere von Ralph Siegels Musical über die Bühne gehen.

20.07.2021 16:56 • von Frank Medwedeff
Lassen den "Zeppelin" abheben: Produzent, Komponist und Songtexter Ralph Siegel (rechts) und Autor Hans Dieter Schreeb (Bild: Goran Nitschke)

Am 20. Juli 2021 fand im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen die Pressekonferenz zur ersten Präsentation von "Zeppelin - Das Musical" statt. Die Weltpremiere von Ralph Siegels Musical ist für 16. Oktober terminiert. Danach sind rund achtzig weitere Termine bis 2022 angesetzt. Neben 24 Terminen im Oktober und November 2021 sind weitere Aufführungen im Mai, Juni und Juli 2022 geplant.

Über eine Stunde zeigten die über fünfzig Darstellerinnen und Darsteller Highlights des Musicals - darunter unter anderem Patrick Stanke, Josefien Kleverlaan, Holly Hylton, Hannes Staffler, Uwe Kröger, Kevin Tarte, Sigmar Solbach (unter anderem bekannt aus der RTL-Serie "Dr. Stefan Frank"), Mathias Edenborn, Stefanie Gröning, Kristin Backes, Chris Brose, Alexander Kerbst, Stefanie Kock sowie Tim Wilhelm (Sänger der Band Münchner Freiheit).

Nach der Präsentation auf der größten Musicaldrehbühne Europas standen Ralph Siegel und der Direktor des Festspielhauses und Regisseur Benjamin Sahler den fast einhundert anwesenden Journalistinnen, Journalisten und geladenen Gäste Rede und Antwort, nachdem die Welturaufführung von "Zeppelin" aufgrund der Coronapandemie schon mehrfach verschoben werden musste.

Mit dem Berliner Buchautor Hans Dieter Schreeb habe Siegel für das Projekt einen kongenialen Historiker und Partner gefunden. Ralph Siegel selbst schrieb die Liedertexte und die teils dramatische, an die Zeit der Handlung angepasste Musik.

"Die Idee, das Musical Zeppelin zu schreiben, entstand, als ich eine Dokumentation über die Kriegsjahre im Fernsehen gesehen habe", erinnert sich Siegel. "Da flogen Zeppeline über London, und gleichzeitig sah ich im Geiste die vielen Zeppeline, die heute oft mit Werbung versehen über das Land fliegen. Ein Luftschiff dieser Größe zu bauen, fand ich schon immer faszinierend. Man muss sich vor Augen halten, dass die 'Hindenburg', die ja nach dem Tod des Grafen von Zeppelin von Hugo Eckener weiterentwickelt wurde, 245 Meter lang war und einen Durchmesser von 40 Metern hatte. Die Lebensgeschichte des Grafen Ferdinand von Zeppelin ist mehr als spannend und ergreifend und reizte mich auch musikalisch sehr. Das war für mich eine einmalige Chance, andere Seiten meiner Kompositionswelt zu zeigen und ein großes historisches Musical zu schreiben. Es fühlt sich für mich ein bisschen wie bei Gershwin an, der ja im Grunde auch als eine Art Schlagerkomponist angefangen hat und später dann mit großem Erfolg ins ernstere Fach gewechselt ist."

"Hier konnte ich mich von einer völlig neuen Seite zeigen", betont der Komponist, "so haben die Zuschauer Ralph Siegel noch nicht erlebt und sicher auch nicht erwartet".

"Das Spannende bei 'Zeppelin' ist ja, dass hier zwei zeitlich getrennte Handlungsstränge nebeneinander ablaufen", so Siegel weiter. "Der eine Strang dreht sich um das Leben und Wirken des Grafen Zeppelin, wohingegen der zweite Strang sich mit der Geschichte und dem Untergang der Hindenburg beschäftigt. In dieser Linie spielt auch die Nazi-Zeit mit dem extremen Rassismus und Judenhass eine Rolle. Ein ambitioniertes Musical wie 'Zeppelin' zu schreiben, bedingt daher weit mehr inhaltliche Tiefe, eine neue nachhaltige Einstellung zu Beruf, Erfahrung und - bescheiden gesagt - ein über viele Jahre erworbenes Können. Szenenmusik zu schreiben, Texte und Story-Verläufe zu vertonen, Darstellern und dem Gesamtwerk ein passendes Soundbett zu verpassen, heißt oft, Jahre daran zu feilen. Außerdem muss man sich immer auch auf die Darsteller und ihre Persönlichkeit einstellen und oft auch den Wünschen des Regisseurs und Choreografen folgen. Zeit darf hier keine Rolle spielen und, wann oder wo das Musical aufgeführt wird, weiß am Ende oft nur der liebe Gott."

Das Festspielhaus Neuschwanstein habe ihn als ideale Aufführungsstätte sofort begeistert - "die außergewöhnliche Bühne, die Architektur, die einzigartige Lage und vor allem das Team um Theaterdirektor Benjamin Sahler", schwärmt Ralph Siegel.

Benjamin Sahler, Theaterdirektor des Festspielhauses und Regisseur von "Zeppelin - Das Musical, erklärt: "Wir haben das Festspielhaus in den letzten Jahren auf einen sehr guten Weg gebracht. Mit unseren erfolgreichen Eigenproduktionen hatten wir die Besucherzahlen verdreifacht und zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Wir haben ein eigenes Ensemble aufgebaut und auch wirtschaftlich endlich die Voraussetzungen für weitere erfolgreiche Jahre am Festspielhaus Neuschwanstein geschaffen. Mit der Welturaufführung von 'Zeppelin' wollen wir diese Erfolgsgeschichte nun fortschreiben."

Ralph Siegel hat für die Umsetzung seiner Musical-Vision im Festspielhaus selbst die Rolle des Produzenten übernommen. "Für den 'Zeppelin' habe ich alle Kraftreserven aufgebracht und mobilisiert, denn ein Musical dieser Größenordnung liegt eigentlich jenseits meiner finanziellen Möglichkeiten. Ich hafte also mit meinem Privatvermögen", erläutert Siegel. "Darum helfe mir der liebe Gott, die Zuschauer und meine Bank. Aber Spaß beiseite. Mit dem Festspielhaus und dort vor allem auch mit dem Eigentümer Manfred Rietzler habe ich verlässliche Partner, die mich fantastisch unterstützen. Damit bin ich jetzt auch mehr als zuversichtlich: Der Zeppelin wird fliegen - und das werden wir jetzt hoffentlich endlich erleben."