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Impala sieht EU im Tantiemenzwist auf Kurs

Der Impala-Verband warnte jüngst vor dem Transfer von Tantiemen in Millionenhöhe in die USA nach einem EuGH-Entscheid. Der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Thierry Breton lanciert nun eine Untersuchung möglicher Folgen des Spruchs, was die Impala-Vorsitzende Helen Smith als "wichtigen Schritt" wertet.

20.07.2021 10:46 • von
Findet es ermutigend, dass die EU-Kommission das Problem erkennt hat: die Impala-Vorsitzende Helen Smith (Bild: Impala)

Der Impala-Dachverband der unabhängigen Musikunternehmen Europas warnte jüngst vor dem Transfer von Tantiemen in Millionenhöhe in die USA. Hintergrund ist ein Verfahren zwischen zwei irischen Verwertungsgesellschaften, der Recorded Artists Actors Performers (RAAP) und der Phonographic Performance Ireland (PPI).

Durch die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) in dieser Sache (Aktenzeichen C-265/19) sieht man beim Indieverband die Idee der internationalen Gegenseitigkeitsvereinbarungen zwischen Verwertungsgesellschaften bedroht. Bis zu 125 Millionen Euro an Tantiemen aus Aufführungsrechten könnten damit nach Impala-Befürchtungen aus Europa in die USA abfließen, ohne das hier im Gegenzug von dort mit entsprechenden Vergütungen zu rechnen sei.

Die Lobbyarbeit verschiedener Verbände der Kultur- und Kreativwirtschaft in dieser Sache scheint nun aber in den Reihen der Europäischen Kommission Früchte zu tragen: Der für den Binnenmarkt zuständige Kommissar Thierry Breton nehme die Bedenken zu den Auswirkungen des EU-Gerichtsurteils auf Künstler und Produzenten in Europa ernst und habe eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die mögliche Folgen des Spruchs bewerten soll.

Die Impala-Vorsitzende Helen Smith wertet die anstehende Untersuchung bereits als "einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung". Schließlich würden sich große Verluste vermeiden lassen, wenn Gegenseitigkeitsvereinbarungen in Kraft bleiben würden. "Es ist sehr ermutigend zu sehen, dass die Europäische Kommission das Problem erkannt hat."

Text: Knut Schlinger