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Gary Kemp: Sinnsuche in der eigenen Vergangenheit

Vor 26 Jahren veröffentlichte Gary Kemp, der Hauptsongwriter von Spandau Ballet, der längst auch als Schauspieler erfolgreich ist, mit "Little Bruises" sein erstes Soloalbum. Nun folgt mit "In Solo" (Columbia/Sony Music) der zweite Streich.

20.07.2021 09:17 • von Norbert Schiegl
Gary Kemp veröffentlich nach langer Pause sein zweites Soloalbum "In Solo" (Bild: Columbia/Sony Music)

Vor 26 Jahren veröffentlichte Gary Kemp, der Hauptsongwriter von Spandau Ballet, der längst auch als Schauspieler erfolgreich ist, mit "Little Bruises" sein erstes Soloalbum. Nun folgt mit "In Solo" (Columbia/Sony Music) der zweite Streich.

Ein Vierteljahrhundert nach seinem Solodebüt konzentriert sich Gary Kemp auf "In Solo" auf zwei vorherrschende Themen: das Paradoxon der Einsamkeit in einer städtischen Umgebung und seine wachsende Besessenheit, das Leben in der Retrospektive zu betrachten und zu beobachten.

"Die erste Idee wird direkt zu Anfang im Titeltrack 'In Solo" dargelegt", erläutert Kemp. "Eine Erzählung über das Alltägliche. Ein Paar verloren in einer Stadt, die niemals schläft. Wir begegnen ihnen später auf dem Album erneut, im Song 'The Haunted'." Das waren auch die ersten beiden Stücke, die der Musiker für das Album geschrieben hat. "Die Suche der Protagonisten nach einem Sinn und ihr Ringen mit den Geistern der Vergangenheit haben mich dazu veranlasst, mich auf die Suche nach meinen eigenen zu machen."

"In Solo" hat Gary Kemp hauptsächlich am Klavier und an der Gitarre geschrieben und in seinem Studio W1 programmiert. Ein guter Teil des Albums ist während des Lockdowns in Isolation entstanden. Zusammen mit seinem Freund und langjährigem Mitstreiter Toby Chapman gab es weitere Aufnahmen in den RAK Studios in London. Unterstützt wurde Kemp bei den Sessions unter anderem von Schlagzeuger Ash Soan (Seal, Adele, Rod Stewart), Bassist Guy Pratt (Pink Floyd, David Gilmour) und Gitarrist Lee Harris.

Einer der herausragenden Songs des Albums ist "Waiting For The Band", bei dem Garys Bruder Martin den Basspart übernommen hat. In dem Stück blickt Gary Kemp zurück auf ein Konzert von David Bowie 1972 im Hammersmith Odeon. Er erinnert sich an die Vorfreude, bevor man losging, um sich die Show anzusehen und den schieren Nervenkitzel des Ganzen, kurz bevor der eigene Held die Bühne betrat.