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Österreichischer Liveverband kritisiert Frequency-Absage

Die Absage des Frequency Festivals sei ein "verheerendes Signal für Impfwillige", warnt die Interessengemeinschaft Österreichische Veranstaltungswirtschaft. Auch führe es die Aussage der Bundesregierung, dass alles möglich sei, ad absurdum, wenn man die finale Entscheidung den lokalen Behörden überlasse.

19.07.2021 09:32 • von Dietmar Schwenger
Sieht die Absage des Frequency Festivals als schweren Schlag: die Interessengemeinschaft Österreichische Veranstaltungswirtschaft (Bild: Screenshot, IGOEV)

Die Absage des Frequency Festivals sei ein "verheerendes Signal für Impfwillige", warnt die Interessengemeinschaft Österreichische Veranstaltungswirtschaft. Auch führe es die Aussage der Bundesregierung, dass alles möglich sei, ad absurdum, wenn man die finale Entscheidung den lokalen Behörden überlasse.

"Mit der jetzt behördlich verordneten Absage entsteht ein enormer Schaden für die gesamte Veranstalterbranche sowie natürlich dem Publikum und den Künstlerinnen und Künstlern", klagt Georg Hoanzl von der Interessengemeinschaft. "50.000 Menschen haben sich darauf gefreut. Laut einer repräsentativen Befragung wäre ein Großteil der Besucherinnen und Besucher bereit gewesen, sich dafür impfen zu lassen - eigentlich der wichtigste Impuls in dieser jetzigen Situation. Tausende weitere Menschen hätten die Bereitschaft gehabt, einen PCR-Test dafür zu machen."

Auch decke der Schutzschirm der Regierung, "ein leider jetzt sinnvolles und notwendiges Instrument", aber nur 80 Prozent des Schadens des Veranstalters ab. "Hier muss ein hoher Verlustanteil unverschuldet von einem Privatunternehmen abgedeckt werden. Der gesamten Region und allen beteiligten Unternehmen und Menschen bleibt der Verlust dieses bedeutenden Festivals", so Hoanzl weiter..

Durch die Übertragung der Entscheidung auf lokale Behörden entstehe eine nicht zumutbare Planungsunsicherheit auf Veranstalterseite, da hier von Behörde zu Behörde mit unterschiedlichem Maß gemessen wird", betont Christoph Klingle, CEO CTS Eventim Austria. "In der Praxis führt das dazu, dass in einer Region Veranstaltungen mit über 100.000 Besucherinnen und Besuchern genehmigt werden und in einem anderen Bezirk wird eine Veranstaltung mit 50.000 Besucherinnen und Besuchern verboten."

Die IG Österreichische Veranstaltungswirtschaft erkennt nach der Absage des Frequency Festivals zudem "eine besorgniserregende Stimmungslage". Junge Menschen hätten 15 Monate auf Festivals und Kulturveranstaltungen warten müssen. Diese wurden ihnen von der Bundesregierung unter strengen Auflagen der 3G-Regel in Aussicht gestellt.

"Die Teilhabe am kulturellen Leben, der Besuch von Veranstaltungen und der Nachgastronomie sind für viele Menschen die Motivation, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen", teilt der Verband mit. "Wenn diese Motivation durch Bezirkshauptmannschaften nun wieder zerstört wird, fehlt ein wesentlicher Grund, sich impfen zu lassen. Bei der IGÖV sieht man durch das widersprüchliche Vorgehen zwischen Bund und Bezirken eine fatale Situation, die sich auf die Durchimpfungsrate auswirken und dramatische wirtschaftliche Folgen haben kann."