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Semmelmann fordert Konzerte ohne Beschränkungen

Ab September sollten Live-Acts wieder vor vollen Hallen ohne Abstandsregeln auftreten dürfen, wünscht sich Dieter Semmelmann, Geschäftsführer Semmel Concerts Entertainment.

15.07.2021 10:33 • von Dietmar Schwenger
Will mehr Lockerungen: Dieter Semmelmann (Bild: Semmel Concerts)

Ab September 2021 sollten Live-Acts wieder vor vollen Hallen ohne Abstandsregeln auftreten dürfen, wünscht sich Dieter Semmelmann, Geschäftsführer Semmel Concerts Entertainment, im Gespräch mit der dpa. Laut Semmelmann sollten Geimpfte und Genesene Veranstaltungen besuchen dürfen, ohne den ansonsten obligatorischen Abstand einhalten zu müssen.

Falls die Politik Personen, die sich nicht impfen lassen wollen, den Zutritt zu den Spielstätten verweigern wolle, "dann würden wir das für eine begrenzte Zeit mittragen", zitiert die dpa den Veranstatler. Aber man dürfe die Livebranche nicht weiter auf null fahren, weil sich ein Teil der Bevölkerung nicht impfen lassen wolle. "Menschen und Unternehmen müssten wieder eigenverantwortlich handeln können", so Semmelmann..

Der Semmel-Chef kritisiert zudem, dass die Politik keine Planungssicherheit gebe. Bis Ende Juli brauche die Branche eine Aussage, unter welchen Bedingungen Veranstaltungen ab dem 1. September möglich seien. Auch der neue Sonderfonds ist für den Bayreuther Veranstalter keine wirkliche Hilfe, da er nur für Veranstaltungen mit bis zu 2000 Besuchern greift.

Allein Semmel Concerts habe allerdings von September bis Dezember 2021 mehr als 100 Konzerte mit 2500 bis 10 000 verkauften Tickets anstehen. Zwar gebe es für größere Veranstaltungen eine Ausfallabsicherung, wirtschaftliche Defizite kompensiere diese aber nicht, betont Semmelmann.

Wenn sich nichts ändere, müssten die Veranstalter erneut alles absagen und verschieben. "Wir schieben ja im Prinzip weit über 1000 Veranstaltungen vor uns her, die 2020 oder auch 2021 stattfinden sollten. Es ist fast nicht mehr möglich, freie Termine zu bekommen, weil die Hallen und Locations alle schon so voll sind."

Schützenhilfe bekommt Semmelmann von BDKV-Präsident Jens Michow: "Nach nunmehr anderthalb Jahren ohne Einnahmen und Perspektive ist wirklich jeder verzweifelt." Der dpa erklärte Michow, dass die Branche für 2021 mit einem Minus um die 98 Prozent rechne, also einem Verlust von fast elf Milliarden Euro. Michow beruft sich zudem auf eine Umfrage des Münchner IfoInstituts vom Juni 2021, derzufolge 70 Prozent der Betriebe in der Veranstaltungsbranche um ihre Existenz fürchten.