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Pershing Square könnte Universal Music zur US-Börsennotierung verhelfen

Der Vivendi-Konzern will seine Tochter Universal Music in Amsterdam an die Börse bringen. Doch Milliardär Bill Ackman, der mit einem Übernahmevehikel von Pershing Square rund vier Milliarden Dollar in den Kauf von zehn Prozent an Universal Music steckt, denkt offenbar schon weiter.

02.07.2021 11:23 • von
Den Musikmarkt fest im Blick: Eine Grafik zu den Marktanteilen im Geschäft mit Recorded Music aus der Videopräsentation von Pershing Square zum Einstieg bei der Universal Music Group auf Basis von Zahlen von "Music & Copyright" (Bild: Präsentation der Pershing Square Holdings, Screenshot)

Der französische Vivendi-Konzern will die Universal Music Group im September 2021 an die Börse bringen. Bereits bis Mai hatte die Vivendi-Spitze sich das Plazet der Anteilseigner geholt, seine Musiktochter an der Euronext Amsterdam zu platzieren, die Börsennotierung solle demnach "vor oder bis zum 27. September 2021" erfolgen.

Doch dann kam Bill Ackman. Der Milliardär steckt mit dem Übernahmevehikel Pershing Square Tontine Holdings rund vier Milliarden Dollar in den Kauf von zehn Prozent an der Universal Music Group, wie beide Seiten noch im Juni bestätigten. Und Ackman denkt in Sachen Börse ganz offenbar noch ein bisschen weiter als bis nach Amsterdam und fasst eine Zweitplatzierung der Universal Music Group an einer US-amerikanischen Börse ins Auge.

Das zumindest berichtet das US-Branchenblatt "Billboard" mit Bezug auf eine fast dreistündige Videopräsentation von Pershing Square für Investoren, die sich mit vorheriger Registrierung hier im Original und ohne Registrierung hier mit deutscher Simultanübersetzung nachverfolgen lässt. Ziel sei es, potenziellen Interessenten aus den USA den Zugang zu Aktien des Musikkonzerns zu erleichtern, da manche Fonds ausschließlich in Papiere investieren würden, die in den USA gehandelt würden.

Er habe bereits länger mit der New York Stock Exchange über diesen Plan gesprochen, sagte Ackman im Zuge der Präsentation. Dort wäre man von der Idee begeistert, die Aktien der Universal Music Group auch über den eigenen Marktplatz handeln zu können und sei bereit, die entsprechenden Schritte einzuleiten, sobald man den in Amsterdam eingereichten Börsenprospekt habe unter die Lupe nehmen können.

Die Entscheidung für oder gegen eine doppelte Platzierung aber müsse man auf Seiten von Universal Music beziehungsweise Vivendi fällen, strich Ackman heraus, unter anderem mit Verweis auf zusätzlich anfallende Kosten und zu erfüllende Vorgaben der US-Börsenaufsicht SEC. Bei den Investoren von Pershing Square jedenfalls würden viele eine Notierung an der NYSE oder der Nasdaq positiv bewerten.

Text: Knut Schlinger