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Firebirds Festival steigt ohne Abstand und Maske

Vom 2. bis 4. Juli richtet die Leipziger Band The Firebirds am Schloss Trebsen in Sachsen das Firebirds Festival aus - ein Modellprojekt ohne Abstand und Maskenpflicht, aber mit täglichen Corona-Tests.

29.06.2021 10:09 • von Dietmar Schwenger
Verzichtet dank täglicher Tests auf Maske und Abstand: das Firebirds Festival (Bild: Firebirds Festival)

Vom 2. bis 4. Juli 2021 richtet die Leipziger Rock 'n' Roll-Band Band The Firebirds am Schloss Trebsen in Sachsen das Firebirds Festival aus - ein Modellprojekt ohne Abstand und Maskenpflicht sowie ohne Verbote in Sachen Alkohol oder Zelten.

Basis ist ein von Wissenschaftlern empfohlenes Testkonzept, nach dem sich alle Besucher vor Anreise und zusätzlich vor Ort täglich auf das Corona-Virus testen lassen müssen. "Nach unseren Recherchen sind wir die ersten Veranstalter bundesweit, die jetzt ein Drei-Tage-Festival mit mehreren tausend Besuchern ohne Maske und Abstand starten, wo man sogar tanzen kann", sagt Konrad Schöpe von den Firebirds. "Da das Modellprojekt wissenschaftlich begleitet wird, erhoffen wir uns wichtige Empfehlungen für die ganze Branche, wie man künftig auch unter Bedingungen einer Pandemie Großveranstaltungen organisieren kann."

Das Veranstaltungs-Konzept wurde in Austausch mit den zuständigen Behörden erarbeitet. Zentraler Punkt hierbei ist ein spezielles Testkonzept, welches das Risiko, dass Corona-infizierte Besucher unerkannt bleiben und somit auf dem Festival eine Gefahr für andere Besucher darstellen, minimieren soll. Hierfür wurde das Risiko mittels Computersimulationen für unterschiedliche Test-Szenarien sowie für verschiedene Infektionshäufigkeiten berechnet.

Verantwortlich für diese wissenschaftlichen Betrachtungen zeichnet Ingo Röder, Professor für Medizinische Statistik und Biometrie an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden. "Mit Hilfe der Modellrechnungen kann man zeigen, dass durch die Kombination von mehreren unabhängigen Tests pro Besucher die Sicherheit deutlich gesteigert werden kann. Gerade unter der derzeitigen Situation geringer Infektionshäufigkeiten ist es durch dieses Testregime möglich, das Restrisiko sehr stark zu begrenzen."

Auch durch diese wissenschaftlich fundierte Risikoabschätzung bekam das Festival von den zuständigen Behörden seinen "Insel-Status" und die Genehmigung, auf Masken und Abstand komplett zu verzichten.

Im zweiten Teil der wissenschaftlichen Begleitung werden die Gäste sowohl vor als auch nach der Veranstaltung gebeten, anonym und online Fragen zum Testkonzept zu beantworten. Hier geht es darum herauszufinden, wie sicher sich die Gäste auf dem Festival fühlen und ob sie ein aufwändiges Testregime als Bedingung für die Teilnahme akzeptieren oder als zu starke Einschränkung empfinden. "Von der Auswertung dieser Daten erhoffen wir uns Rückschlüsse für die Vorbereitung und Durchführung weiterer Großveranstaltungen unter Pandemie-Bedingungen, die unter Umständen für die ganze Kultur-Branche interessant sein könnten", so Röder weiter.

Wer das Firebirds Festival besuchen möchte, muss sich maximal 48 Stunden vor Anreise mit einem Antigen-Schnelltest testen lassen. Zusätzlich wird jeder Besucher - unabhängig vom Impfstatus - täglich vor Ort getestet. Dafür richtet das DRK extra ein Testzentrum ein. Beim Kauf der Tickets werden die Kontaktdaten von jedem Besucher erfasst und die Links zu den Online-Fragebögen übermittelt. Außerdem werden die Besucher angehalten, die Corona-Warn-App des RKI zur gezielten Kontaktverfolgung zu nutzen. In der App ist dabei jeder Tag des Festivals als eigene Veranstaltung hinterlegt.

Das Line-up des Festivals, das als Schirmherren den Roncalli-Zirkusdirektor Bernhard Paul und den Sänger Peter Kraus gewinnen konnte. umfasst mehr als 30 Bands und Vinyl-DJs. "Auf unserer 'Insel' können sich Künstler, Akteure und Besucher wie vor Corona- Zeiten bewegen", betont Schöpe, der mit seiner eigenen Band auch auftritt. "Und wir beamen uns alle auf Zeitreise in die 50er- und 60er-Jahre - mit Musik, Mode, schicken Oldtimern und coolen Tanz-Workshops."