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Initiative Musik will mit Applaus Clubs als "sozialen Raum" fördern

Einen Tag vor der Verleihung des Spielstättenrpgrammpreises Applaus ging es bei einer digitalen Pressekonferenz auch um die Strahlkraft der Veranstaltung, die neben der finanziellen Unterstützung auch Aufmerksamkeit für Clubs als "sozialen Raum" bringen soll.

28.06.2021 14:57 • von Dietmar Schwenger
Sprach über die digitale Öffnung von Clubs: Dieter Gorny (Bild: Screenshot, Initiative Musik)

Einen Tag vor der Verleihung des Spielstättenrpgrammpreises Applaus ging es bei einer digitalen Pressekonferenz auch um die Strahlkraft der Veranstaltung, die neben der finanziellen Unterstützung auch Aufmerksamkeit für Clubs als "sozialen Raum" bringen soll.

Michael Wallies, verantwortlich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Initiative Musik, führte durch die einstündige Veranstaltung und gab das Mikrofon zuerst für Dieter Gorny frei. Der Aufsichtsratvorsitzende der Initiative Musik unterstrich, dass man mit der Institution nicht nur die Künstler direkt, sondern auch deren jeweilige Umgebung fördern wolle, wozu eben auch ein Preis wie der Applaus gehöre. Die Veranstaltung solle Aufmerksamkeit schaffen und als Impulsgeber fungieren.

"Spielstätten als sozialer Raum werden immer wichtiger", formulierte Gorny. "Gerade in Krisenzeiten wie jetzt sind solche Veranstaltungen eminent wichtig. Der Applaus ist in diesem Jahr noch mehr von Bedeutung, auch weil er zeigt, inwiefern Kulturorte Teil der Öffnungsstrategie sind. Der Applaus kann in diesem Zusammenhang aber auch klarmachen, dass wir dort noch nicht am Endpunkt sind."

Martin Eifler, Referatsleiter bei der Beauftragten für Kultur und Medien (BKM), ordnete den Applaus in das breite Spektrum der Preisverleihungen ein, mit denen die BKM "an der Schnittstelle zur Kulturwirtschaft" operiere. Die Applaus-Preisverleihung, die am 29. Juni 2021 im Berliner Säälchen über die Bühne geht, lege den Fokus auf Erwartungen, dass wieder Räume entstehen, in denen man Musik genießen und sich über Musik austauschen könne, während Bands wieder Auftrittsmöglchkeiten bekämen.

"Gerade weil Geldverdienen nicht das primäre Ziel von Clubbetreibern ist, sondern sie vielmehr aus Liebe zur Musik agieren, wollen wir sie mit dem Preis wertschätzen und fördern", so Eifler.

Die Hamburger Clubbetreiberin Terry Krug und die Jazzmusikerin Ulla Oster, beide Jurymitglieder, sowie Gregor Holtz als Jury-Vorsitzender gewährten dann einen Blick hinter die Kulissen und erzählten von der Jury-Arbeit, die trotz des langwierigen Prozesses "viel Spaß" gemacht habe, wie Oster ausführte. Angesprochen auf die aktuelle Lage unterstrich Krug, dass trotz der Pandemie auch das Problem der Überalterung bei den Clubbetreibern ein großes Problem darstelle.

Für Dieter Gorny war eine der Lehren von Corona, dass man neue, digital unterstützte Formate kennengelernt habe. "Die digitale Öffnung ist wichtig, weil sich darüber die Leute treffen, ohne von einem konkreten Raum abhängig zu sein. Diesen wollen wir natürlich nicht außer Acht lassen, aber die Digitalisierung hat Impulse gegeben, die auch nach dem Ende der Pandemie bestehen bleiben."