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Charts KW 26: Helloween holen erste Nummer eins

In den Top 100 Longplay der Offiziellen Deutschen Charts bejubeln Helloween mit ihrem gleichnamigen Album den ersten Spitzenreiter. Die Calimeros und BHZ sichern sich die weiteren Podestplätze. Und bei den Singles stoßen die ESC-Champions Måneskin mit ihrem Sück "Beggin'" Olivia Rodrigo vom Thron.

25.06.2021 16:36 • von Frank Medwedeff
Freuen sich über den Nummer 1 Award: die Helloween-Mitglieder Michael Kiske (links) und Markus Grosskopf (Bild: Michael Kiske_Markus Grosskopf)

Helloween rocken sich mit ihrem neuen Album, das schlicht den Bandnamen trägt, in den Top 100 Longplay der Offiziellen Deutschen Charts von null auf eins. Darauf sind die drei Sänger der Bandgeschichte - Michael Kiske, Andi Deris und Kai Hansen - vereint im Einsatz. Die 1984 in Hamburg gegründete Metalband steht erstmals in ihrer Karriere ganz oben in der deutschen Longplayhitliste. Ihre höchsten Notierungen zuvor erlangte die international gefragte Speed- und Power-Metal-Institution hier zuvor mit dem Studiowerk "Straight Out Of Hell" (2013) und dem Live-Album "United Alive" (2019), die jeweils auf Rang vier kamen.

"Für uns ist das die höchste Form der Ehrung, und wir sind superstolz, vielen, vielen Dank", so Helloween-Gitarrist und Gründungsmitglied Michael Weikath zum Sprung an die Chartsspitze. "Künstler sollten in meinen Augen nicht primär auf Charts und Verkaufszahlen schielen, aber es freut einen dann natürlich schon ungemein, solch eine Resonanz für ein derart besonderes Album zu bekommen", konstatiert Vokalist Michael Kiske. Sein Gesangskollege Andi Deris kommentiert: "Schon über 30 Jahre darf ich mit unserer Musik die Welt bereisen - aber ein Nummer-1-Album im eigenen Heimatland ist wohl für all uns Musiker DER Traum schlechthin... Wow... Wir haben es tatsächlich erreicht. Einigkeit macht stark - Pumpkins United we are!".

Markus Staiger, CEO von Nuclear Blast, fügt an: "Dieses Album ist mehr als ein Meisterwerk - dieses Album ist Heavy Metal-Geschichte. Die Nummer 1 in Deutschland ist ein Ritterschlag für die Band, gleichfalls hochverdient und war unser aller erklärtes Ziel. Ich bin stolz auf unser Team, das große Arbeit geleistet hat, auf die fruchtbare Zusammenarbeit mit Bottom Row, dem Management von Helloween sowie allen beteiligten Freelancern und einmal mehr der Band für dieses fantastische Album!"

Auf Platz zwei debütiert "Bahama Sunshine" von der Schweizer Schlagerband Calimeros. Eine Direktlandung auf Podiumsplatz drei legt die Berliner HipHop-Truppe BHZ mit ihrem Album "Halb:vier" hin. Udo Lindenbergs "Udopium - Das Beste" klettert von acht auf vier. Neuzugang auf Listenplatz fünf sind Nick Cave & Warren Ellis mit "Carnage".

Subway To Sally landen nach der ersten Verkaufswoche des Live-Mitschnitts "Eisheilige Nacht - Back To Lindenpark" auf der Sechs, und von null auf sieben springt Rapper Negatiiv OG mit "Reich der Schatten".

Von vier auf acht abwärts führt der Chartsweg von "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert Volume 8". Wiederum zwei Neuzugänge komplettieren die Top 10, und zwar der unvergessene Frank Zappa mit dem Konzertdokument "Zappa '88 - The Last U.S. Show" Rang neun) und die norwegischen Leisetreter Kings Of Convenience mit ihrem Comebackalbum "Peace Or Love" (zehn).

Neu dabei auf Rang zwölf ist "Bitterböse", ein Album, das Songs der Dark-Metalband Eisregen aus Thüringen und ihrem Nebenprojekt Goatfuneral vereint. Und Top-20-Einstiege gelingen auch noch Liedermacher Konstantin Wecker, dessen "Utopia" auf Platz 14 auftaucht, den Giant Rooks und ihren "Rookery Live Tapes" (16) sowie Fear Factory mit "Aggression Continuum" (20).

Recht spannend geht es in der Vertriebsfirmenwertung zu den Longplaycharts zu: Universal Music bringt es auf Rang eins mit 29,6 Prozent Wochenanteil, aber nur mit geringem Rückstand folgen Believe/GoodToGo (26,8 Prozent) und Warner Music (23,5 Prozent). Sony Music kommt mit 9,5 Prozent auf Rang vier, und auf Platz fünf führt GfK Entertainment unabhängige Vertriebe, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen, unter dem Begriff "Independent/Unknown" (4,8 Prozent).

Måneskin, die Siegerband des Eurovision Song Contests 2021, holt sich mit "Beggin'" nach Rang zwei in der Vorwoche nun die Tabellenführung in den deutschen Top 100 Singles und verdrängt Olivia Rodrigo und ihren Hit "Good 4 U" an die zweite Stelle. Hoch bis auf Rang drei fliegt als höchster Neueinsteiger der Woche der "Schmetterling" von Luciano.

Die omnipräsenten Måneskin gehen mit dem Stück "I Wanna Be Your Slave" um eine Stelle runter auf die Vier. Bemerkenswert ist, dass die Rockband aus Rom somit in Deutschland mittlerweile mit zwei Songs noch erfolgreicher ist als mit ihrem ESC-Siegertitel "Zitti E Buoni", der hierzulande nicht über Platz neun hinauskam und in dieser Woche an 37. Stelle rangiert. Nathan Evans verliert mit "Wellerman" eine Position und findet sich nun auf der Fünf.

Höchster Aufsteiger per Sprung von 63 auf neun ist hier ein Song mir Fußball-Bezug: "Ramenez La Coupe à La Maison" von Vegedream, eine französische HipHop-Nummer, die zum Sieg Frankreichs bei der WM 2018 erschien. Weiter hinten finden sich auch das offizielle Lied zur laufenden Europameisterschaft, "We Are The People" von Martin Garrix feat. Bono & The Edge (Platz 18), und der ARD-Song zum EM-Turnier, "Die guten Zeiten" von Wincent Weiss & Johannes Oerding (Position 54).

Universal Music dominiert anhand eines Marktanteils von exakt 47 Prozent deutlich die Vertriebsrangliste im Singles-Bereich vor Sony Music (30,0 Prozent). Warner Music reichen 14,1 Prozent für Platz drei, gefolgt von Believe/GoodToGo (4,2 Prozent) sowie Kontor/Edel (2,4 Prozent).

Die "Bravo Hits 113" führen noch immer die Top 30 Compilations an, und auch "The Dome Vol. 98" verteidigt Rang zwei. Die "MegaHits Sommer 2021" sind bestplatzierter Neuzugang auf Position drei.

Sofort in die Top 10 bringen es als erstmals gelistete Titel auch "Techno Club Vol. 62" (Platz fünf), "Die ultimative Chart Show - Die erfolgreichsten Party Schlager" (sieben) sowie "The Trojan Story" mit Highlights aus dem Fundus des legendären jamaikanischen Ska-, Rock-Steady- und Reggae-Labels (acht).

Tabellenführer unter den Distributoren ist auch hier Universal Music per 43,1 Prozent Marktanteil. Sony Music kommt auf 29,7 Prozent, Warner Music auf 15,3 Prozent, und für Kontor/Edel bleiben 6,1 Prozent.