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Stuttgarter Innenstadtveranstalter drängen auf Öffnungsgenehmigungen

Die Stuttgarter Innenstadtveranstaltenden melden sich zur Genehmigungssituation und Öffnungsperspektiven zu Wort. "Mit ausgefeilten Hygienekonzepten, ordentlichen Einlasskontrollen und gewissenhafter Durchführung" könne man "die sichersten Flächen im öffentlichen Raum" schaffen, so Sven Meyer von jazzopen-Veranstalter Opus.

23.06.2021 17:22 • von Frank Medwedeff
Hält die Durchführung sicherer Events aktuell für möglich: Opus-Geschäftsführer Sven Meyer (Bild: Opus)

Die Stuttgarter Innenstadtveranstaltenden melden sich zur aktuellen Genehmigungssituation und Öffnungsperspektiven nach Corona zu Wort.

Mit der zweiten "Night of Light" habe die Veranstaltungsbranche demnach am 22. Juni bundesweit erneut ein Zeichen gesetzt, um darauf aufmerksam zu machen, wie schwer es die Veranstaltungswirtschaft in Zeiten von Corona nach wie vor habe. Insbesondere die Regelungen zur Öffnung bei sinkenden Infektionszahlen festzulegen, falle der Politik und den Fachleuten in den Ministerien und Ämtern weiterhin schwer.

Die Stuttgarter Innenstadtveranstalter seien seit März 2020 "nahezu arbeitslos". Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbereichen berücksichtigen die aktuellen Corona-Verordnungen die Veranstaltungsbranche "wenn überhaupt - nur ungenügend", wie es aus der baden-württembergischen Landeshauptstadtt heißt. Dies sei umso erstaunlicher, als diese Branche durchaus in der Lage sei, "sowohl technisch, als auch inhaltlich, geordnete und kontrollierte Veranstaltungen durchzuführen."

Bärbel Mohrmann (pro Stuttgart/Stuttgarter Weindorf) meint: "Wir wissen, dass die Verantwortung schwer auf den Schultern der Entscheidungsträger*innen liegt, aber durch kluge und verantwortungsbewusste Hygienekonzepte können wir garantieren, dass keine unserer Veranstaltungen zum sogenannten Spreader-Event wird."

Die Konzert- und Festivalveranstalter, die Freiluftfeste in der Stadt wie das Sommerfest oder das Stuttgarter Weindorf bis hin zu den jazzopen durchführen, betonen gemeinsam, dass unter Vorlage guter und durchdachter Hygienekonzepte, "wie sie ja beispielsweise für die jazzopen oder das SWR-Sommerfestival vorliegen", die Öffnung und Durchführung von Live-Events möglich sei.

"In zahlreichen Modellprojekten in Europa und Deutschland wurde bewiesen, dass mit ausgefeilten Hygienekonzepten, ordentlichen Einlasskontrollen und gewissenhafter Durchführung die sichersten Flächen im öffentlichen Raum geschaffen werden können. Dies gilt auch in Verbindung mit den vorab genehmigten und zwingend notwendigen Kapazitäten für diese Plätze", bekräftigt Sven Meyer, Geschäftsführer bei Opus, dem Veranstalter der jazzopen Stuttgart.

Unter Einhaltung der 3G-Regeln sei nach Angesicht der Verantwortlichen der Stuttgarter Veranstaltungsbranche "insgesamt bei jeder Veranstaltung eine bessere und sicherere Infektionskontrolle gewährleistet als zum Beispiel im öffentlichen Raum oder im ÖPNV".

In einem "sehr konstruktiven und offenen Gespräch mit den beiden zuständigen Ministerien" des Landes Baden-Württemberg, dem Wirtschafts- und dem Sozialministerium, am 22. Juni 2021 habe die Branche zum Beispiel empfohlen, die 3G-Vorschriften als Eingangskontrolle bei Veranstaltungen beizubehalten. "Damit", so Matthias Mettmann (Chimperator Live/IG Live Stuttgart), "wird auch dem Sicherheitsbedürfnis von Besucher*innen Rechnung getragen." Außerdem könne die 3G-Vorschrift auch Anreiz für die Bevölkerung sein, sich weiter testen und impfen zu lassen.

Politisch motivierte Verordnungen, die selbst bei einer Inzidenz von unter 35 nur 250 Besucher im Innenraum einer Konzerthalle, egal welcher Größe, zulassen, seien nicht zielführend.

Hierzu sagt Michaela Russ von der SKS Russ Konzertagentur: "Gerade eben mussten wir, trotz eines sehr guten Hygienekonzepts, unser letztes klassisches Konzert vor dem Sommer in der Liederhalle absagen, weil es keine entsprechende Regelung gibt. Wir brauchen nun die verlässliche Perspektive, dass spätestens ab Oktober auch im Innenraum wieder Konzerte ganz regulär ohne Beschränkungen stattfinden können."

Wenn jedem ein Impfangebot gemacht wurde und der Großteil der Bevölkerung geimpft sei, müssten die Beschränkungen komplett entfallen. Dieser Zeitpunkt könne "bereits heute festgelegt werden, um Planungssicherheit zu schaffen", betonen die in der Sache einigen Stuttgarter Veranstalterinnen und Veranstalter. Man freue sich, dass ein Dialog mit der Landesverwaltung entstanden sei, der in nächster Zukunft fortgesetzt werde, "um möglichst sichere und tragfähige Öffnungsszenarien für die Veranstaltungsbranche zu erarbeiten". Die Veranstaltenden "warten nun gespannt auf die neue Corona-Verordnung des Landes", die Ende Juni/Anfang Juli in Kraft treten soll.