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Reeperbahn-Delegation schaltete sich mit A2IM Indie Week kurz

Zur A2IM Indie Week, der größten Konferenz unabhängiger Musikunternehmen in Nordamerika, ermöglichte das Reeperbahn Festival International einer Delegation von 40 Teilnehmer*innen aus der europäischen Musikwirtschaft auch in Pandemiezeiten den exklusiven Zugang zu der Konferenz.

21.06.2021 17:22 • von Frank Medwedeff
Trat beim hybriden Showcase im Knust auf: Blvth (Bild: Lisa Meinen)

Anlässlich der A2IM Indie Week, der größten Konferenz unabhängiger Musikunternehmen in Nordamerika, ermöglichte das Reeperbahn Festival International einer Delegation von 40 Teilnehmer*innen aus der europäischen Musikwirtschaft auch in Pandemiezeiten den exklusiven Zugang zu der ansonsten nur Mitgliedern der American Association of Independent Music (A2IM) vorbehaltenen Konferenz.

Die vom Auswärtigen Amt unterstützte "New York-Edition" bot der Delegation vom 14. bis 17. Juni zum sechsten Mal die Möglichkeit bei Panel-Diskussionen, Matchmaking-Sessions, Company-Visits und Workshops demnach "tiefergehende Einblicke in den US-Musikmarkt", "maßgeschneiderte Meetings" und "diverse Gelegenheiten,ihre US-Netzwerke effektiv zu stärken".

Zum Kick Off gab es aus dem Hamburger Kiezclub Knust ein hybrides Showcase mit drei Acts. Live vor Ort performten die deutschen Künstler*innen Albertine Sarges und Blvth, per Video zugeschaltet war die US-Künstlerin Margaret Glaspy. Via Facebook hat das Showcase nach Angaben des Reeperbahn-International-Teams 560.000 User*innen erreicht.

Der Blick hinter die Kulissen "renommierter Keyplayer" der New Yorker Musik- und Kreativszene habe selbstverständlich auch in diesem Jahr nicht fehlen dürfen. So luden das von Ex-Warner-Music-Top-Executive Lyor Cohen gegründete Label 300 Entertainment und die Secretly Group, die unter anderem auf Erfolge mit Künstler*innen wie Antony And The Johnsons oder Yoko Ono verweisen kann, zu einem digitalen Besuch ein.

Im Rahmen des A2IM-Programms widmete sich das vom Reeperbahn Festival präsentierte Panel "How the climate crisis will hit the music sector" einem der "herausforderndsten Themen unserer Zeit", wie es aus Hamburg heißt. Moderiert von der deutschen Journalistin Emily Whigham diskutierten Jacob Bilabel (Thema1), Helen Smith (Executive Chair Impala), Horst Weidenmüller (CEO !K7 Music, Board Member Impala) und Tanner Watt (Director Partnerships Reverb) darüber, welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Klimakrise auf die einzelnen Teilmärkte der Musikwirtschaft haben werde.

Hierbei sei es nicht nur um die Effekte auf das Touring- und Festival-Business gegangen, sondern auch um die Frage, welchen Einfluss das Streaming und insbesondere die Blockchain-Technologie auf den Energieverbrauch hat.

Nach den Destinationen Peking, Nashville und Pan-Afrika bildete die New York-Edition den Abschluss der Netzwerkveranstaltungen von Reeperbahn Festival International für das erste Halbjahr 2021. Weiter geht es am 25. bis 27. November mit der Edition Johannesburg anlässlich der ACCES (Music In Africa Conference For Collaborations, Exchange And Showcases).

Jacob Bilabel, Geschäftsführer Thema 1 und Gründer der Green Music Initiative und von Everywh2ere Hydrogen, bilanziert: "Mit dem erzwungenen Stillstand der Branche in diesen verrückten Pandemiezeiten wurde noch deutlicher, dass eine nachhaltige Zukunft für die Branche ein stärkeres Wiederaufbauen erfordert. Diese notwendigen Transformationen erfordern einen sektorübergreifenden Ansatz, bei dem alle Köpfe, Hände und Herzen an den Tisch kommen. Die Kooperation des Reeperbahn Festivals mit der A2IM bot großartige Möglichkeiten, diese Prozesse aus transatlantischer Perspektive anzustoßen. Die digitale Bereitstellung der verschiedenen Formate verlief einwandfrei und bot mir noch mehr Möglichkeiten, mit neuen, innovativen Initiativen aus den USA in Kontakt zu treten, als wenn diese Treffen im echten Leben stattgefunden hätten. Danke, A2IM und Reeperbahn Festival!"

Simone Schiborr, Senior Manager Editorial & Label Relations Deezer, zieht folgendes Fazit: "Dies ist bereits mein zweites Mal als Reeperbahn-Festival-International-Delegate bei der A2IM Indie Week. Schon im letzten Jahr war ich beeindruckt von der professionellen Umsetzung der Konferenz, die aufgrund der Pandemie kurzfristig virtuell stattfinden musste. Begeistert hat mich in diesem Jahr wieder, wie es das Reeperbahn Festival geschafft hat, digitale Company Visits zu veranstalten. Besonders spannend fand ich die Einblicke, die ich in die Arbeit von US-Labels bekommen habe. Überzeugt haben mich auch die Matchmaking- Sessions bei der Indie Week, bei denen ich Akteur*innen der internationalen Musikbranche kennenlernen beziehungsweise wiedertreffen konnte. Dankeschön, liebes Reeperbahn Festival-Team, für den vielfältigen Blick über den Tellerrand."

Der Rumäne Victor Mihailescu, Gründer von Underdog Records ubnd Loud Biscuit, meint: "Ich hielt das Reeperbahn Festival lange Zeit für eine Art unerreichbaren Traum und hätte nie gedacht, dass ich Delegierter werden könnte. Als ich endlich den Mut aufbrachte, mich zu bewerben, standen wir am Anfang der Pandemie, und ich dachte mir: Dann, wenn es am schlimmsten ist, müssen wir unsere Komfortzone verlassen, die Hand ausstrecken und die Leute um Hilfe bitten, zusammenhalten. Ich wollte mich wieder als Teil der Branche verstehen und aus dem Abseits herauskommen - und wo wäre das besser möglich als beim Reeperbahn Festival? Das digitale Event war für mich eine doppelte Premiere. Es war die erste internationale Konferenz der Musikindustrie, die ich je besucht habe, aber auch die erste digitale. Es war perfekt! Ich denke eher, dass ein physisches Ereignis bedeutet hätte, dass ich Informationen oder Events verpasse, was hier definitiv nicht der Fall war - Ich konnte jedes Panel in gestochen scharfer Audioqualität miterleben und mit Menschen in Kontakt treten, wofür ich im persönlichen Kontakt zu schüchtern wäre. Eine Win-Win-Situation für Introvertierte wie mich."

Vincent Wilms, CEO von cloudshaper aus Belgien, resümiert: "Ich bin zum Reeperbahn Festival New York gekommen, weil einer meiner Künstler in den USA mehr Fans hat als in Belgien, wo cloudshaper beheimatet ist. Diese Veranstaltung ist der perfekte Weg, um geeignete Kontakte zu finden, an die man sonst als Unternehmen mit Sitz in Belgien nur sehr schwer rankommt. Die Delegiertendatenbank, die Firmenbesuche und die Networking-Möglichkeiten sind wie Geschenke für die Zukunft. Ich habe im letzten Monat ein paar digitale Konferenzen besucht und ich muss sagen, dass die Events des Reeperbahn Festivals immer sehr bodenständig, sozial und hervorragend organisiert und koordiniert sind. Die Panels und Firmenbesuche sind immer top und teilen genau die Werte und bieten die Kontakte, die ich gesucht habe."

Und Kaylee Wesley-Pearson vom Label Happy Duck aus Dänemark ergänzt: "Ich habe am Reeperbahn Festival New York teilgenommen, um mich inspirieren zu lassen, dazuzulernen und mich mit Menschen aus der ganzen Welt zu vernetzen. Die digitale Plattform machte es super einfach, die anderen Delegierten zu erreichen, und auch die Seminare und Showcases funktionierten digital sehr gut. Ich freue mich sehr, Teil dieser Ausgabe gewesen zu sein; Ich habe viel gelernt, viele Menschen kennengelernt und gleichzeitig Geld gespart und die Umwelt geschont, da alles digital stattfand."