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LiveKomm fordert einheitliche Regelungen für Tanzveranstaltungen

Die LiveKomm konstatiert in puncto Regeln für Tanzveranstaltungen unterschiedliche und zum Teil diffuse Bestimmungen der Bundesländer - und plädiert eindringlich für eine bundesweit einheitliche Umsetzung von Lockerungen vor dem Hintergrund sinkender Corona-Zahlen.

21.06.2021 16:12 • von Frank Medwedeff
Engagiert sich mit der Livekomm gegen den "föderalen Wahnsinn": Axel Ballreich (Bild: LiveKomm)

Im Zuge sinkender Corona-Fallzahlen und Wiederöffnungsbeschlüssen in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens beleuchtet die LiveMusikKommission (LiveKomm) die aktuelle Rechtslage für Tanzveranstaltungen in den einzelnen Bundesländern.

Eindeutige Verbote sprechen demnach nach wie vor Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen und Hamburg aus. Mecklenburg-Vorpommern weise ebenfalls klar, und "mit kernig-norddeutschem Ton", an: "Tanzen und ähnliche Aktivitäten sind verboten!" In Hessen reiche ein einfaches Verbot allerdings nicht, wie die LiveKomm anmerkt. Hier gelte die Anordnung: "Es sind räumliche Vorkehrungen zu treffen, die das Durchführen von Tanzveranstaltungen verhindern." Wie dies umzusetzen sei, bleibe offen. "Hindernisse? Geröll? Stacheldraht?" fragt der Spielstättenverband spöttisch.

In Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt dürfen nach jetzigem Stand immerhin schon 50 Personen an der frischen Luft tanzen. Einzig in der Bundeshauptstadt Berlin sei es erlaubt, dass bis zu zu 250 zeitgleich Anwesende mit Abstand "losraven" können.

Niedersachsen und Thüringen mache es von Inzidenzwerten abhängig, ob in den Städten und Landkreisen das Tanzbein geschwungen werden dürfe. Bei Werten unter 35 ist es Clubs und Diskotheken in Niedersachsen erlaubt, mit 50 Prozent Kapazitätsauslastung, Test, Maske und Abstand zu öffnen. Außerdem sind Open-Air Veranstaltungen "mit mindestens zeitweise stehendem Publikum" bis verschiedenen Personenzahlen, je nach Inzidenzlage, gestattet. Auf Nachfrage habe das zuständige Ministerium geantwortet: "Auch ist den Besuchern dieser Veranstaltungen das Tanzen nicht verboten, soweit das Abstandsgebot (...) eingehalten wird".

Thüringen wolle sich "nicht wirklich" festlegen: "Nach Erlaubnis der zuständigen Behörde" ist bei einer Inzidenz unter 35 dort auch eine Öffnung von Clubs und Diskotheken und damit das Tanzen nicht ausgeschlossen. Ebenfalls hat nach Ansicht der LiveKomm Schleswig-Holstein "Schwierigkeiten, eine klare Strategie der Pandemiebewältigung zu finden": Clubs und Diskotheken sind geschlossen, private Feiern bis 125 Personen erlaubt, bei nicht privaten Anlässen nur mit Maske - aber nicht in Clubs und Diskotheken.

"Wenn der Kern nicht ein bitterernster wäre, ließe sich der föderale Wahnsinn durchaus als humoristische Bereicherung betrachten", fasst die vom 1. Vorsitzenden Axel Ballreich geleitete LiveKomm zusammen. Doch die Zeiten verlangen, wie der Verband bekräftigt, "ernsthafte Erklärungen der Regelungen seitens der Politik für Menschen, die sich durch den Verordnungsdschungel kämpfen und die Welt nicht mehr verstehen". Letztlich gehe es um Existenzen und darum, "wie wir als Gesellschaft gemeinsam durch die Pandemie kommen". Die Verordnungen müssten nach Ansicht der LiveKomm "eine Realität abbilden - und in unserer Realität bewegen sich Menschen, tanzen und gehen aufeinander zu".

Die nächste Verordnungsrunde stehe indes vor der Tür und es scheine, dass Lockerungen in Sicht seien, auch fürs Tanzen. Dies müsse aber dringend von Bayern bis Schleswig-Holstein einheitlich umgesetzt werden, "denn nur so können Alternativen für nicht angemeldete Veranstaltungen in Parks und im öffentlichen Raum geschaffen und Reisen in andere Bundesländer oder sogar ins benachbarte Ausland reduziert werden." Auch mit Blick auf eine mögliche vierte Corona-Welle seien Vorbereitungen zu treffen, wie ein Lockdown verhindert werden könne. "Die Branche bereitet sich mit Pilotprojekten unter wissenschaftlicher Begleitung vor und erwartet von der Politik, dies ebenfalls zu tun", appelliert die LiveKomm eindringlich.