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Universal Music: Vivendi einigt sich mit Pershing Square

Der Verkauf von weiteren zehn Prozent an der Universal Music Group steht vor dem Vollzug: Konzernmutter Vivendi hat mit dem von Milliardär William Ackman gegründeten Unternehmen Pershing Square eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Es geht um rund vier Milliarden Dollar.

21.06.2021 09:47 • von
In trockenen Tüchern: im Zuge des Einstiegs von Pershing Square bei Universal Music sollen Anteilseigner des US-Übernahmevehikels für je 100 Aktien dann 64 Papiere der Universal Music Group erhalten (Bild: Präsentation der Pershing Square Tontine Holdings, Screenshot)

Der Verkauf von weiteren zehn Prozent an der Universal Music Group steht vor dem Vollzug: Konzernmutter Vivendi hat mit dem von Milliardär William Ackman gegründeten Unternehmen Pershing Square eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Es geht um rund vier Milliarden Dollar.

Entsprechende Pläne wurden bereits Anfang Juni bekannt, nun haben die kommenden Partner die Rahmenbedingungen fixiert, wie Vivendi und Pershing Square unabhängig voneinander am 20. Juni 2021 bestätigten.

Nach der Übernahme von 20 Prozent der Anteile an Universal Music durch das Tencent-Konsortium sei der Einstieg eines großen amerikanischen Investors nun "ein weiterer Beweis für den weltweiten Erfolg und die Attraktivität" von Universal Music, ließ der Pariser Vivendi-Konzern am Sonntag wissen und bestätigt zudem, dass der Deal mit Pershing Square die Musiktochter auf einen Unternehmenswert von rund 35 Milliarden Euro taxiere. Der Verkauf von zwei Tranchen an das Tencent-Konsortium erfolgte noch bei einer Bewertung in Höhe von 30 Milliarden Euro.

Die Bewertung in Höhe von 35 Milliarden Euro bestätigt man auch in New York bei Pershing Square, oder auch Pershing Square Tontine Holdings, wie die als Übernahmevehikel und sogenannte Special Purpose Acquisition Company (SPAC) gegründete Gesellschaft vollständig heißt. Für zehn Prozent an Universal Music werde man rund vier Milliarden Dollar aufwenden, davon 1,5 Milliarden Dollar in bar und weitere rund 1,4 Milliarden Dollar in Form eines fix vereinbarten Termingeschäfts, die dann fließen sollen, wenn Vivendi die Musiktochter an die Börse bringt (pdf). Die erworbenen Aktien sollen dann an die Anteilseigner von Pershing Square gehen, wobei je 100 Papiere von Pershing Square dann mit 64 Aktien der Universal Music Group aufgewogen werden, wie eine Präsentation (pdf) erläutert.

Nach aktuellen Wechselkursen vom Morgen des 21. Juni entsprechen vier Milliarden Dollar rund 3,37 Milliarden Euro, wobei die jüngsten Entscheidungen der US-Notenbanker bei der Fed den Dollar zuletzt gegenüber dem Euro gestärkt hatten.

Pershing Square verweist unter anderem noch auf verschiedene steuerliche, rechtliche und strategische Fragen, die Vivendi davon abgehalten hätten, den "traditionellen" Weg eines SPAC-Mergers zu gehen - dabei würde der Übernahmekandidat in dem bereits an der Börse notierten Firmenmantel des Käufers aufgehen - oder mehr als zehn Prozent an Universal Music zu veräußern. Zwischen den Zeilen dürfte das signalisieren, dass Pershing Square Universal Music eigentlich gern ganz übernommen hätte.

Bei Vivendi rechnet man mit einem Abschluss des Deals bis Mitte September 2021.

Text: Knut Schlinger