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Örtliche Amtsträger stoppen Tomorrowland

Das Dance- und Elektronik-Großfestival Tomorrowland im belgischen Ort Boom kann nach Intervention der örtlichen Entscheidungsträger nun doch nicht stattfinden aus Sorge wegen der zunehmenden Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. Die Veranstalter wollen dagegen bei der belgischen Staatsregierung Protest einlegen.

18.06.2021 15:56 • von Frank Medwedeff
Könnte auch für 2021 die Notlösung werden:: ein digitales Tomorrowland, hier ein Bild von der virtuellen Fantasiewelt der 2020er Onlineausgabe (Bild: Tomorrowland)

Das Dance- und Elektronik-Großfestival Tomorrowland im belgischen Ort Boom, das für das letzte August- und das erste Septemberwochenende 2021 geplant war, kann nach Intervention der örtlichen Entscheidungsträger nun doch nicht stattfinden aus Sorge wegen der zunehmenden Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus.

Zuvor hatte die belgische Staatsregierung vor zwei Wochen noch Outdoor-Events bis 75.000 Besucher ab 13. August 2021 grundsätzlich erlaubt. Exakt diese Zuschauerzahl strebten die Tomorrowland-Veranstalter von WeAreOneWorld an. Doch am 17. Juni haben die lokalen Amtsträger der Gemeinden Boom und Rumst nun ihr Veto eingelegt.

Das Veranstalterteam kommentierte, wie "Billboard" berichtet: "Wir wurden gerade informiert, dass die Bürgermeister von Boom und Rumst ein Verbot von Tomorrowland 2021 angekündigt haben. Das ist wie ein Schlag mit einem Vorschlaghammer - sehr hart und unerwartet."

Der Ausfall von Tomorrowland im zweiten Jahr hintereinder sei ein "gigantisches Desaster" für das Unternehmen, "aber auch für die mehr als 1500 involvierten Zulieferer, zahlreiche Freelancer und Tausende von Angestellten." Man wolle deshalb bei der belgischen Regierung Protest einlegen, um das Festival doch noch zu ermöglichen.

Knackpunkt für die Absage durch die örtlichen Bürgermeister ist laut "Billboard", dass tägliche Coronatests für nichtgeimpfte Besucher, die Voraussetzung für die Durchführung des Festivals gewesen wären, wohl nicht machbar seien. Den Einsatz privater Firmen hierfür hatte die belgische Staatsregierung ausgeschlossen, und die Polizei erklärte sich nicht imstande, von 75.000 Menschen täglich Ausweise, Impf- und Testnachweise zu checken und gleichzeitig die Sicherheit auf dem Festivalgelände zu garantieren.