Unternehmen

GEMA will Schutzschirm fortführen und ergänzen

In seiner Rede vor der virtuellen Mitgliederversammlung der GEMA kündigte Harald Heker angesichts der Auswirkungen Corona-Pandemie weitere Hilfsmaßnahmen für die Mitglieder der Verwertungsgesellschaft an. Hinzu kommt ein Stipendienprogramm für Musikschaffende.

11.06.2021 16:42 • von
Kann mit der GEMA Millionen für ein Stipendienprogramm verteilen: der Vorstandsvorsitzende Harald Heker bei der virtuellen Mitgliederversammlung der Verwertungsgesellschaft (Bild: Sebastian Riepp)

In seiner Rede vor der Mitgliederversammlung derGEMA, die vom 8. bis zum 10. Juni stattfand, kündigte der Vorstandsvorsitzende Harald Heker angesichts der Auswirkungen Corona-Pandemie weitere Hilfsmaßnahmen für die Mitglieder der Verwertungsgesellschaft an: "Corona hat die Existenz vieler Musikschaffenden bedroht. Und die Bedrohung ist immer noch da, wie wir alle wissen", sagte Heker.

Die GEMA habe dabei versucht, finanzielle Folgen für ihre Mitglieder abzufedern: "Mit dem Schutzschirm Live und dem Corona Hilfsfonds konnten wir im letzten Jahr mehr als 4.000 unserer Mitglieder kurzfristig und unbürokratisch finanziell weiterhelfen", erinnerte Heker. Mehr als acht Millionen Euro sein in diesen beiden Hilfsprogrammen ausgezahlt worden - "als Vorauszahlung oder sogar als direkte Unterstützung".

Damit aber soll nun noch längst nicht Schluss sein: "Die GEMA wird für das laufende Jahr einen neuen finanziellen Schutzschirm aufspannen", kündigte Heker an. "Denn die Erträge aus dem Tagesgeschäft sind als Folge der Pandemie in 2020 natürlich stark zurückgegangen, was sich erheblich auf die Ausschüttungen in diesem Jahr auswirken wird." Nach den Verteilungsterminen für den Live- und Sendebereich werde die GEMA deshalb "im nächsten Monat wieder pauschale Vorauszahlungen ermöglichen", die diesmal auch Verleger beantragen können, wenn deren GEMA-Ausschüttungen pandemiebedingt einbrechen, betonte Heker.

Hinzu kommt ein Stipendienprogramm für Urheber und Künstler, das gerade anläuft. "Ein Programm, das umgesetzt werden soll von der GEMA und anderen Verwertungsgesellschaften", sagte Heker, und ergänzte: "Wir haben es initiiert und dafür stark bei der Regierung geworben." Dabei habe man immer betont, dass andere Programme vielen Solo-Kreativen nicht weiterhelfen würden.

"Unsere Argumente konnten überzeugen, sie wurden von der Bundesregierung gehört - besonders von Staatsministerin Monika Grütters", bilanzierte Heker. Grütters habe sich "sehr für dieses Programm eingesetzt", nun könne die GEMA "demnächst" 30 Millionen Euro an Stipendien verteilen: "Dieser Betrag wird bis zu 6000 Musikschaffenden ein viermonatiges Stipendium in einer Höhe von 5000 Euro ermöglichen", stellet der GEMA-Vorstandsvorsitzende in Ausicht: " Sind Sie freischaffend, solo-selbständig und leben als Musikautorin oder Musikautor dauerhaft in Deutschland? Mit einem Jahreseinkommen von bis zu 60.000 Euro? Dann bewerben Sie sich, demnächst über unsere Website."

Heker erinnerte auch daran, dass die GEMA im vergangenen Jahr im Rahmen von Neustart Kultur die Koordination des sogenannten Spielstätten- Programms der Bundesregierung übernommen habe. "Der Betrag von 30 Millionen Euro ist aufgrund der sehr hohen Nachfrage mehrmals erhöht worden auf perspektivisch fast 70 Millionen Euro, um Musikclubs, Aufführungsstätten sowie Festivals zu unterstützen", fasste Heker zusammen. Und nicht ohne Stolz auf unsere Mitarbeiter stelle ich fest, dass es der GEMA gelungen ist, Millionen an Fördermitteln fast geräuschlos zu verteilen."

Vor diesem Hintergrund "wage ich die These, dass unsere Schlagkraft und Hilfsbereitschaft auch den Kunden gegenüber unser Image in der Öffentlichkeit und bei der Politik verbessert haben, und bin mir sicher, dass dies dazu beigetragen hat, dass wir die 30 Millionen Euro an Stipendiengeldern für unsere Mitglieder einwerben konnten.