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70 Jahre Alexander Elbertzhagen: Immer am Puls der Zeit

Am 11. Juni feiert Alexander Elbertzhagen, eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen Entertainment-Branche, seinen 70. Geburtstag - Anlass für MusikWoche, die ungemein vielfältige berufliche Laufbahn des Kick-Media-Gründers zu beleuchten und den Jubilar zu Wort kommen zu lassen.

11.06.2021 09:43 • von Frank Medwedeff

Am 11. Juni 2021 feiert Alexander Elbertzhagen, eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen Entertainment-Branche, seinen 70. Geburtstag - Anlass für MusikWoche, die ungemein vielfältige berufliche Laufbahn des Kick-Media-Gründers zu beleuchten und den Jubilar zu Wort kommen zu lassen.

Der gebürtige Kieler machte Ende der 60er Jahre zunächst als Journalist von sich reden, unter anderem schrieb er für "Bild" und "Stern". Mitte der 70er-Jahre gründete Elbertzhagen die Presseagentur EM-Press, aus der in den Neunzigern die Kick-Media-Holding mit der PR-Agentur Position Institut für Kommunikation (heute Position Public Relations), dem Künstlermanagement-Unternehmen Pool Position Management und diversen weiteren Tochterfirmen und Einheiten hervorging. Zusammen mit seinem Bruder Goetz Elbertzhagen leistete er Aufbauarbeit für Stars wie Herbert Grönemeyer, Marius Müller-Westernhagen und die Band Pur. Gemeinsam mit Medienmanager Dieter Gorny, dem heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden der Initiative Musik, war Alexander Elbertzhagen einer der Gründer des Musikfernsehsenders Viva. Auch der Musikmesse Popkomm verhalf Elbertzhagen zum Erfolg. Er war maßgeblich an der Etablierung des Deutschen Musikpreises Echo in Kooperation mit der Deutschen Phono-Akademie beteiligt. Darüber hinaus ist sein Name mit Projekten wie der 1Live Krone des WDR, dem Cirque du Soleil, dem deutschen "Red Nose Day" bei ProSieben und dem Start des Pay-TV-Kanals Fox zu nennen. Im Rahmen seiner Karriere arbeitete Elbertzhagen mit Frank Elstner, Thomas Gottschalk und Rainhard Fendrich zusammen. Er entdeckte Sonya Kraus, Jana Ina Zarrella, Bernd Stelter und Barbara Schöneberger für den Bildschirm. Mit ihr und Gruner + Jahr brachte Elbertzhagen 2015 die erfolgreiche Zeitschrift »Barbara« auf den Markt.

Die Pool Position Management GmbH ist mitlerweile in den Bereichen Fernsehen, Tournee und Event aktiv und vertritt namhafte Moderatoren, Comedians, Talkmaster, Schauspieler, Musiker und Medienpersönlichkeiten - von Michelle Hunziker, Barbara Schöneberger und Sandra Maischberger bis Matze Knop oder auch prominenten Köchen wie Frank Rosin oder Tim Raue.

Die Position Public Relations GmbH betreut TV-Formate, Tourneen und Musicals, Künstler und Promis, Events, Produkte und Unternehmen. Zudem leistet das Unternehmen Presse- und Medienarbeit für den Deutschen Fernsehpreis, den PRG Live Entertainment Award (LEA), das SWR3 New Pop Festival, das Film Festival Cologne, den Deutschen Parfumpreis Duftstar und den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Darüber hinaus ist Position im Bereich Persönlichkeits-PR, Produkt-PR und Corporate Communications aktiv.

Neben Pool Position Management und Position Public Relations umfasst das Firmennetzwerk von Elbertzhagens Kick-Media AG etwa auch die Digital-Unit Influencer Management Place (IMP). Sie verknüpft Social-Media-Vermarktung und das Management von Influencern, darunter Sarah Lombardi oder Mareike Spaleck. Der hauseigene Albatross Musikverlag betreut die musikalischen Aktivitäten von Künstlern und bietet neben A&R und Booking ein umfangreiches Netzwerk an Kontakten zu Entscheidern aus der Musik-industrie, GEMA-Administration und PR-Unterstützung. Und die High Entertainment Productions GmbH entwickelt, akquiriert und produziert Content für Fernsehen, Home Entertainment und Web.

Innerhalb seiner Unternehmensgruppe Kick-Media konzipiert Alexander Elbertzhagen ständig neue Ideen und innovative Geschäftsmodelle, auch im Bereich digitaler Medien. Täglich gibt Elbertzhagen den Branchennewsletter »"malltalk - Entertainment am Mittag" heraus, der 2021 ins achte Jahr gegangen ist. Zudem verfügt Kick-Media mit der Unit Kick Services über eine eigene Abteilung für Text und Grafik, in der Pressemappen, Broschüren, Flyer und Plakate entstehen. Elbertzhagens neuestes Projekt ist der Bau eines »Content Creator Rooms«, in dem künftig Fotos, Videos, Podcasts und Interviews produziert werden.

Alexander Elbertzhagen hat sein Kick-Media-Imperium also mit der Zeit immer breiter aufgestellt. Der Musikbereich steht nicht mehr so im Fokus wie in den Anfangsjahren. Diesen Strategiewandel erklärt der Jubilar so: "Zusammen mit meinem Bruder habe ich alles im Musikmarkt erreicht, was man in Deutschland, Schweiz und Österreich erreichen konnte. Wir hatten insgesamt über 120 Goldene, Silberne und Platin-CDs, haben die größten Festivals und vor allem die größten Einzelkonzerte gespielt, die es bis dahin gab, und die angesehensten Musiker gemanagt." Daher habe ihn ein neues Gebiet gereizt, und das war das Fernsehen. Unterstützt habe ihn dabei Helmut Thoma, der sinngemäß zu ihm gesagt habe: "Was Sie im Bereich Musik schaffen, das schaffen Sie doch auch im Bereich Fernsehen". Das sei für ihn der Anstoß gewesen, "die jetzt größte Entertainment-Management-Firma im deutschsprachigen Raum" aufzubauen.

Auch wenn die Musik mittlerweile nur noch einen Teilbereich des Spektrums seiner Arbeit mit Kick-Media ausmacht, lässt sie Alexander Elbertz­hagen nicht los. Die "oft totgesagte" Musikindustrie sei "noch sehr lebendig", merkt der zwischen Köln und Berlin pendelnde Firmenchef an: "Natürlich hat sich das sehr auf das Streaming verlegt und auf das Live-Geschäft, nachdem jetzt die Labels seit längerer Zeit daran mitverdienen wollen - und wahrscheinlich auch müssen. Aber Musik wird so viel gehört wie nie zuvor, die Frage ist nur: Wie werden die Musiker und die Künstler aufgebaut und nicht nur die Tracks?"

Wenn die Corona-Pandemie ausgestanden sei, gelte es vorrangig, sich um die Spielstätten zu kümmern und die Tourneen wieder in Gang zu bringen. "Aber das werden die guten deutschen Veranstalter auch machen. Eine größere Sorge bereitet mir die Frage des langfristigen Künstleraufbaus; Künstler, die wirklich auch die Stadien füllen. Außerdem fehlt mir bei einigen Künstlern auch ein bisschen Haltung in ihren Aussagen", so Elbertzhagen.

Im Musikbereich arbeitet der Kick-Media-Chef neben Allroundtalent Barbara Schöneberger unter anderem mit Sängerinnen wie Sarah Lombardi (mit der er kürzlich einen Top-10-Erfolg in den deutschen Longplaycharts feiern konnte) oder Ela zusammen. Die Frage, auf welche Qualitäten er bei der Auswahl seiner Künstlerinnen und Künstler im Musik-Segment achte, meint Elbertzhagen: "Erstens müssen Sie natürlich musikalisch sein und singen können, das ist die Voraussetzung. Dann müssen sie eine Ausstrahlung haben und einen Leistungswillen. Eine Präsenz auf der Bühne und ein Verständnis des ganzen Entertainment-Business. Es heißt ja nicht Gesangsbusiness, sondern zurecht Entertainment-Industrie.«"

Musik werde jedenfalls bei der Weiterentwicklung der Kick-Media-AG "immer eine größere Rolle spielen, da Musik mit der Live-Situation verbunden wird. Und Musik spricht einen direkt an", so Elbertzhagen, der daran erinnert, dass eine Barbara Schöneberger vor dem Corona-Lockdown oft "um die 2000 Leute" mit ihren Konzerten angezogen habe.

Ein wichtiger Schritt in die Zukunft ist für Alexander Elbertzhagen der Aufbau der erwähnten Influencer-Management-Firma IMP. Pool Position nehme derweil "mit den vielen hervorragenden Künstlern eine dominierende Position im Markt" ein. "Da machen Petra Mauß und ihr Team eine hervorragende Arbeit".

Neu ist der Bereich Kick Art Management, der Bildende Künstler managt. "Der Markt dort hat inzwischen natürlich auch viel mit der Digitalisierung zu tun und mit den eigenen Kanälen, in denen die Künstler generell heute vermarktet werden können", betont Elbertzhagen.

Text: Frank Medwedeff

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