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Reeperbahner bauten Brücke nach Afrika

In enger Kooperation mit der Music In Africa Foundation vernetzte das Reeperbahn Festival International vom 31. Mai bis 3. Juni bereits zum zweiten Mal eine 40-köpfige Delegation der deutschen und europäischen Musikwirtschaft mit Verantwortlichen der afrikanischen Musik- und Kreativbranche.

07.06.2021 16:24 • von Frank Medwedeff
Beeindruckte mit ihrem Auftritt beim Showcase-Abend: Awa Khiwe (Bild: Lisa Meinen)

In enger Kooperation mit der Music In Africa Foundation vernetzte das Reeperbahn Festival im Rahmen seines International-Programms vom 31. Mai bis 3. Juni bereits zum zweiten Mal eine 40-köpfige Delegation aus Vertreter*innnen der deutschen und europäischen Musikwirtschaft mit Verantwortlichen der afrikanischen Musik- und Kreativbranche.

Nachdem sich das Reeperbahn Festival 2019 erstmalig mit einer europäischen Delegation im Umfeld der ACCES Music In Africa Conference for Collaborations, Exchange and Showcases auf dem afrikanischen Kontinent in Ghanas Hauptstadt Accra präsentierte, luden die Hamburger Festivalveranstalter jetzt zu einer panafrikanischen Edition ein, die coronabedingt in einem digital/hybriden Format stattfand.

Ziel des vom Auswärtigen Amt geförderten viertägigen Programms war es, "den interkulturellen und musikwirtschaftlichen Austausch zwischen den beiden Kontinenten zu fördern". Gemeinsam mit ihrem Partner, der Music In Africa Foundation, hatten die Hamburger Festivalveranstalter*innen Networking-Events, kuratierte 1:1-Matchmakings mit Entscheidungsträger*innen der afrikanischen Musikbranche, Panels und digitale Firmenbesuche sowie ein hybrides Showcase mit europäischen und afrikanischen Artists auf die Beine gestellt.

Nach dem offiziellen Kick-off ging es im Hamburger Club Knust auf St. Pauli gleich mit einem hybriden Showcase-Event weiter. Vor digital teilnehmenden Branchen- und Medienvertreter*innen und einem öffentlichen Publikum sei es dabei den afrikanischen Künstler*innen Tems, Yugen Blakrok und den in Deutschland lebenden und ebenfalls aus Afrika stammenden Acts Awa Khiwe und Kelvyn Colt gelungen, "eine interkulturelle Brücke in die jeweiligen Zielmärkte zu schlagen". Den Livestream verfolgten auf Facebook gut 700.000 Viewer, wie das Reeperbahn-Festival-Team bestätigt.

Die Panels am 1. Juni standen im Zeichen der wichtigsten Trends, größten Herausforderungen und Chancen des boomenden afrikanischen Musikmarktes. Bei den Company-Visits am 2. Juni gaben Unternehmen aus Ghana, Kenia und Südafrika Einblicke in ihre Arbeit und standen den Delegierten Rede und Antwort. Dabei waren Africori, "der führende digitale Knotenpunkt für Afrikas unabhängige Kreativszene", das ghanaische Musiklabel Lynx und der "Inkubator für Künstlerentwicklung", PerFORM.

Eines der Hauptanliegen von Reeperbahn Festival International sei es, nachhaltige Kooperationen zwischen europäischen und internationalen Musikwirtschaftenden zu ermöglichen. In diesem Sinne gaben die Matchmaking-Sessions den Delegierten am letzten Tag der Veranstaltung jeweils die Möglichkeit, Kontakte zu potenziellen Geschäftspartner*innen in Afrika und Europa aufzunehmen.

Teil der Pan-Afrika Edition war außerdem ein von Roba Music Publishing organisiertes Songwriting Camp für Autor*innen, Produzent*innen und Künstler*innen aus beiden Kontinenten, das bereits in der Woche vor der eigentlichen Veranstaltung stattfand und im Rahmen des Showcases vorgestellt wurde.

Evelyn Sieber, Project Lead Reeperbahn Festival International, zieht folgendes Resümee: "Ich freue mich, dass wir unseren Delegierten mit diesem ganz besonderen Reeperbahn-Festival-Spin-Off und dank der überaus positiven Zusammenarbeit mit unserem Partner, der Music In Africa Foundation, den Eintritt in sehr spannende und unterschiedliche Märkte im östlichen, westlichen und südlichen Afrika ermöglichen konnten. Durch die Unterstützung des Auswärtigen Amtes, für die wir uns sehr herzlich bedanken, konnten wir den Teilnehmer*innen wichtige Erfahrungen und wertvolle Kontakte für vielversprechende und nachhaltige Kooperationen zwischen den beiden Kontinenten vermitteln.

Mein ganz persönliches Highlight war das Showcase, das mit den brillanten und einzigartigen Darbietungen die Vielfalt und das Talent der afrikanischen Kultur widerspiegelte. Ich bin mir sicher, dass die spannenden Eindrücke und der positive Vibe der vier Tage nicht nur den Entdeckergeist der Delegierten und Künstler*innen geweckt hat, sondern auch die Vernetzung der beiden Kulturen maßgeblich fördern wird."

Teilnehmerin Adélaïde Deffond, A&R International Universal Music France, bilanziert: "Ich habe mich als Delegierte für das Reeperbahn Festival Pan-Africa beworben, um neue Partner zu treffen und unser Netzwerk zu erweitern. Die digitale Plattform machte es dank großartiger Networking-Tools sehr einfach, in Kontakt zu treten. Es ist immer interessant, unser Wissen über verschiedene Märkte zu vertiefen und sich bewusst zu machen, wie sich die Welt bewegt, insbesondere in Afrika, wo es so viele verschiedene Genres und Künstler zu finden gibt. Diese Veranstaltung beweist, dass wir weiterhin die große kreative Vielfalt afrikanischer Länder zeigen und mehr Verbindungen zwischen unseren Künstlern aufbauen müssen."

Frank Leffler, Director Music & Audio bei Kontor New Media, erklärte: "Großes Dankeschön an das ganze Team von Reeperbahn Festival International, das trotz aller aktuellen Einschränkungen alles Mögliche tut, um weiterhin die globale Vernetzung und den Informationsaustausch zu fördern und Brücken zu bauen. Auch die Pan-Africa Edition war wieder eine tolle Gelegenheit, sich auszutauschen und über die aktuellen Entwicklungen und Strömungen auf dem Laufenden zu bleiben, die in den verschiedenen Märkten Afrikas weiterhin viel Spannendes hervorbringen. Ich freue mich schon sehr, endlich wieder reisen zu können, aber bis das wieder sicher geht, sind die digitalen Konferenzen von Reeperbahn Festival International eine wertvolle Instanz."

Mandy Aubry, Director Business Development EMEA & APAC von Songtrust Publishing, zeigte sich "begeistert ,als Delegierte für das Reeperbahn Festival Pan-Afrika ausgewählt worden zu sein Das Ziel der Veranstaltung sowie das ihrer Partner Music In Africa Foundation und ACCES, stimmt ganz mit der fortlaufenden Mission von Songtrust überein, nämlich der afrikanischen Musikindustrie Zugang zur musikwirtschaftlichen Bildung und zur globalen Musikwirtschaftsverwaltung zu verschaffen."