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Erster Deutscher Jazzpreis vergeben

Am 3. Juni fand die Premiere des Deutschen Jazzpreises statt. In insgesamt 31 Kategorien wurden herausragende Leistungen der nationalen und internationalen Jazzszene geehrt.

04.06.2021 10:51 • von Dietmar Schwenger
Für sein Lebenswerk geehrt: Karsten Jahnke (Bild: Fynn Freund)

Am 3. Juni 2021 fand die Premiere des Deutschen Jazzpreises statt. In insgesamt 31 Kategorien wurden herausragende Leistungen der nationalen und internationalen Jazzszene geehrt.

"Mit dieser Auszeichnung richten wir das Scheinwerferlicht auf die Vielfalt, Kreativität und kommunikative Kraft des Jazz", sagt Kulturstaatsministerin Monika Grütters. "Die Jazzmusikszene baut seit jeher klingende Brücken zwischen unterschiedlichen Kulturen, sie steht für Mut, Austausch, Kooperation - und ist damit auch ein Spiegelbild unserer pluralistischen Gesellschaft."

Durch den Abend führten Pinar Atalay, Ulf Drechsel (rbb), Ulrich Habersetzer (BR) und Nicole Köster (SWR). Übertragen wurde die rund dreistündige Veranstaltung aus dem Jazz-Club A-Trane (Berlin), der Unterfahrt (München) und dem Ella & Louis (Mannheim). In jeder Location waren Personen zugelassen, zugleich wurden andere aus aller Welt zugeschaltet.

Nach dem Grußwort von Kulturstaatsministerin Monika Grütters begann die Verleihung des neuen Awards für die Jazzszene. Als erste Künstlerin des Abends wurde in Hamburg die Vokalistin Lucia Cadotsch ausgezeichnet, mit einer Laudatio der Sängerin und Schauspielerin Ute Lemper, die live aus New York zugeschaltet wurde. Im A-Trane gingen die Trophäen unter anderem an Mirna Bogdanovi, Philipp Gropper's Philm und Aki Takase. Künstler des Jahres international wurde Tigran Hamasyan, der sich aus Los Angeles meldete und mit einer Laudatio von Nils Landgren in Hamburg geehrt wurde.

Dazu gab es neben den Laudationen - etwa von Rolf Kühn, Max Mutzke, Kalle Kalima oder Silke Eberhard - an allen Standorten Liveauftritte. Im Hamburger Studio traten Fabia Mantwill und Nils Landgren auf. Im Ella & Louis waren die Preisträger Masaa und Florian Ross zu erleben. Als Künstler des Jahres wurde dann in München der Schlagzeuger Christian Lillinger ausgezeichnet. Die Laudatio übernahm die Vorsitzende der Hauptjury, Beate Sampson.

Die Preisverleihung fand ihren Abschluss mit der Auszeichnung für das Lebenswerk für Konzertveranstalter Karsten Jahnke. Mit dieser besonderen Kategorie würdigt die Hauptjury "das jahrzehntelange Wirken eines großen Musikliebhabers und -kenners für den Jazz in Deutschland". Aus Los Angeles richtete der Jazzmusiker Herbie Hancock bewegende Worte an den Preisträger und Freund, der zugleich auch seine letzten Tourneen in Deutschland veranstaltet hat.

Für Jahnke ist die Auszeichnung "eine große Ehre. Am meisten freue ich mich aber auch darüber, dass meine Lieblingsmusik aktuell so relevant wie lange nicht mehr ist. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Kraft der Musik generationsübergreifend identitätsstiftend und verbindend ist - und dass es kaum eine bessere Darreichungsform hierfür gibt als das gemeinsame Erleben eines Livekonzerts."

Die komplette Preisverleihung ist bereits als Aufzeichnung bei verschiedenen Kanälen verfügbar. Bald will zudem "arte Concert" Ausschnitte aus der Verleihung zeigen. Der Abend wurde auch über die Webseiten von NDR Kultur, SWR2, BR-Klassik und rbbKultur gezeigt. Auch auf der Webseite von Jazz in the City lief der Livestream.

Der Deutsche Jazzpreis ist jeweils mit 10.000 Euro dotiert. Realisiert wird er von der Initiative Musik mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Gemeinsam mit einem von Grütters berufenen Beirat, der sich aus Vertretern der Jazzszene zusammensetzt, wurde das Konzept des Deutschen Jazzpreises entwickelt.

Alle Auszeichnungen

Künstler:innen national

1. Vokal: Lucia Cadotsch

2. Holzblasinstrumente: Daniel Erdmann

3. Blechblasinstrumente: Markus Stockhausen

4. Piano/Keyboards: Aki Takase

5. Gitarre: Ronny Graupe

6. Bass: Eva Kruse

7. Schlagzeug/Perkussion: Christian Lillinger

8. Besondere Instrumente: Christopher Dell

9. Künstler des Jahres: Christian Lillinger

10. Band des Jahres: Philipp Gropper's PHILM

11. Großes Ensemble des Jahres: Andromeda Mega Express Orchestra

Künstler:innen international

12. Blasinstrumente: Jaimie Branch

13. Piano/Keyboards: Tigran Hamasyan

14. Saiteninstrumente: Wolfgang Muthspiel

15. Schlagzeug/Perkussion: Brian Blade

16. Künstler des Jahres: Tigran Hamasyan

17. Band des Jahres: Shake Stew

Aufnahme / Produktion national

18. Album Instrumental: Julia Hülsmann Quartet - Not Far From Here

19. Album Vokal: Masaa - Irade

20. Debüt-Album: Mirna Bogdanovi? - Confrontation

21. Rundfunkproduktion: Bill Laurance & WDR Big Band Cologne

Aufnahme / Produktion international

22. Album Instrumental: Carla Bley - Life Goes On

23. Album Vokal: Kandace Springs - The Women Who Raised Me

24. Debüt-Album: Joel Ross - KingMaker

Live

25. Club des Jahres: Loft

26. Festival des Jahres: 44. Leipziger Jazztage Transitions

Komposition / Arrangement

27. Komposition: Florian Ross - Streamwalk

28. Arrangement: Fabia Mantwill - Ophelia

Sonderpreise

29. Journalistische Leistung: Günther Huesmann, Bird Lives - Zum 100. Geburtstag von Charlie Parker

30. Lebenswerk: Karsten Jahnke

31. Sonderpreis der Jury: Jazzclub Unterfahrt

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