Unternehmen

Laut Craig Strachan ist Amazon Music "längst mehr als eine Online-Jukebox"

Im September 2020 nahm Amazon auch Podcasts in das Angebot von Amazon Music mit auf. Im Interview mit MusikWoche erklärt Craig Strachan, Head of Podcasts bei Amazon Music, unter anderem, welchen Stellenwert das Format im Streamingprogramm einnimmt.

02.06.2021 16:08 • von Jonas Kiß
Verantwortet bei Amazon Music das Podcast-Angebot: Craig Strachan (Bild: Amazon Music )

Im September 2020 nahm Amazon auch Podcasts in das Angebot von Amazon Music mit auf. Im Interview mit MusikWoche erklärt Craig Strachan, Head of Podcasts bei Amazon Music, unter ­anderem, welchen Stellenwert das Format im Streamingprogramm einnimmt.

Warum hat Amazon erst Ende 2020, relativ spät im Vergleich zu Spotify oder Apple, einen eigenen Dienst für Podcasts gestartet?

Mit Podcasts bei Amazon Music geben wir mehr Menschen mehr Zugang zu neuen Formaten und Publikumslieblingen. Unser Fokus liegt wie beim Thema Musik darauf, die allgemeine Entwicklung des Marktsegments weiter voranzutreiben. Wir sind zuversichtlich, dass Amazon Music mit der Zeit zu einem der führenden Podcast-Anbieter werden wird.

Wie wichtig sind Eigenproduktionen für die Kundengewinnung und Kundenbindung?

Exklusiv auf Amazon Music verfügbare Amazon Original Podcasts stehen im Zentrum unserer Podcast-Strategie. Amazon Original Pod­casts ergänzen die breite Auswahl an für alle Amazon-Music- Kunden verfügbaren Podcasts. Wir setzen dabei auf innovative Konzepte, wie den ersten Community-gesteuerten Podcast »Chaos Deluxe mit Diademlori« oder exklusive Zugänge zu Persönlichkeiten und Themen, die unsere Amazon-Music-Kunden begeistern, wie mit »Boris Becker: Der fünfte Satz« oder »Leeroys Podcast«. Dass die Amazon Original Podcasts bei unseren Kunden besonders beliebt sind, sehen wir an den Hörerzahlen: »Chaos Deluxe mit Diademlori« ist zum Beispiel aktuell der erfolgreichste Podcast bei Amazon Music in Deutschland und auch »Leeroys Podcast« ist bei unseren Hörern sehr beliebt.

Welchen Stellenwert nehmen Podcasts bei Amazon innerhalb der vielen Services wie Amazon Music, Amazon Prime und Audible ein?

Unsere Kunden wählen Amazon Music, weil wir mehr bieten als herkömmliches Streaming: Wir geben Kunden Zugang zu Live-Erlebnissen, Voice-Technologie durch Alexa, Strea­ming in HD und Ultra HD-Qualität und vielem mehr. Genauso wie wir in aufkommende und etablierte Künstler*innen investieren, wollen wir auch Podcast-Creator unterstützen.

Wie entwickeln sich die Hörerzahlen seit dem Start von Podcasts bei Amazon Music?

Amazon Music erreicht weltweit über 55 Millionen Kunden und gehört in Deutschland laut Branchen-Studien, wie zum Beispiel der ARD/ZDF-Onlinestudie 2020, zu dem am meisten genutzten Musikstreamingdiensten. Podcasts tragen signifikant zur kontinuierlich wachsenden Beliebtheit von Amazon Music bei unseren Kunden bei.

________________________________

»Unsere Kunden wählen Amazon Music, weil wir mehr bieten als herkömmliches Streaming«

Craig Strachan, Amazon Music

________________________________

Ergeben sich für Musiker*innen und Labels neue Synergien durch die Verknüpfung von Amazon Music, Twitch und Amazon Podcasts?

Unbedingt! Amazon Music ist längst mehr als eine Online-Jukebox für meine Lieblingssongs. Wir bieten Musiker*innen sehr umfassende Möglichkeiten, sich mit ihren Fans auszutauschen und neue Fans zu gewinnen. Dazu zählen neben unseren sorgfältig kuratierten Playlist-Angeboten unter anderem auch Live-­Streaming zum Beispiel von Mini-Gigs oder ganzen Konzerten via Twitch in der Amazon Music App, unsere Förderinitiative für aufstrebende Künstler Breakthrough, Mini-Dokumentationen zu Superstars und Newcomern, die vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten über Amazons führende Voice-Technologie Alexa und natürlich auch Podcasts. Ein Beispiel ist unser globaler Amazon Music Podcast »The First One« mit DJ Khaled, in dem der Rap-Star sich mit Lieblingskünstlern trifft, um karriereentscheidende Momente und Werke zu besprechen.

Denken Sie, dass es in den nächsten Jahren aufwändigere Produktionen von Musik-Podcasts geben wird?

Ich denke, dass es, je mehr Menschen Podcasts als Quelle von Unterhaltung und Information für sich entdecken, auch immer mehr Möglichkeiten für kreative Creator geben wird, neue, innovative Podcast-Formate zu entwickeln.

Im Februar startete Amazon Music mit »Chaos Deluxe« den ersten Community-gesteuerten Podcast. Worin unterscheidet sich das von einem normalen Podcast?

»Chaos Deluxe mit Diademlori« war der erste Amazon Original Podcast mit einer Influencerin. Host ist Diademlori, die sich vor allem bei TikTok eine riesige Community aufgebaut hat. In ihrem Podcast greift sie Themen auf, die im Austausch mit ihrer Community über die verschiedenen Social-Media-Kanäle aufgekommen sind oder die sie gerade besonders bewegen und begrüßt Gäste aus dem Social-Media-Kosmos zum Talk. Als interaktive Komponente können außerdem ihre Fans selbst Teil der Show werden, zum Beispiel in Form von Sprachnachrichten, und so Inhalte der jeweiligen Podcast-Episode beeinflussen. So bleibt sie zum einen im Austausch mit ihrer Community, erreicht aber auch ein Publikum über Amazon Music, das bei TikTok vielleicht nicht auf sie aufmerksam geworden wäre.

Interview: Jonas Kiss