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Schedler Music verschärft Kritik an Live-Abrechnungsquote

Mit neuen Zahlen weist Schedler Music darauf hin, dass die Abrechnungsquote von Live-Konzerten "unverändert niedrig" sei. Gleichzeitig baut der Verlag das eigene Live-Income-Controlling-System (LIC) aus.

25.05.2021 12:16 • von Dietmar Schwenger
Legt bei der Kritik an Live-Abrechnungsquoten nach: Rudi Schedler (Bild: Schedler Music)

Mit neuen Zahlen weist Schedler Music darauf hin, dass die Abrechnungsquote von Live-Konzerten "unverändert niedrig" sei. Bereits im Sommer 2019 hatte der Verlag 2019 die mangelnde Abrechnung in der Live-Sparte kritisiert.

So kontrollierte Schedler Music für das Jahr 2019 insgesamt 1688 Konzerte aus den unterschiedlichsten Genres, wobei abermals 934 Konzerte gar nicht oder nur zum Teil abgerechnet wurden - darunter auch ein Konzert-Highlight eines Top-Schlagerinterpreten mit mehreren 10.000 Zuschauern. "In Summe fehlen den Autoren und Verlegern seitens der Verwertungsgesellschaften somit bei diesen Konzerten nach wie vor mehr als die Hälfte der ihnen zustehenden Gelder und wir hoffen, dass diese 2019er-Gelder in den nun anstehenden Abrechnungen beinhaltet sein werden", heißt es aus Steeg.

Der von Rudi Schedler geführte Verlag hat indes den Stillstand in der Corona-Zeit genutzt und die Digitalisierung vorangetrieben und das eigene Live-Income-Controlling-System (LIC) weiter ausgebaut, digitalisiert und automatisiert, wie Schedler erläutert: "Es ist uns gelungen, essentielle Schnittstellen zu finden, wodurch nun ein Großteil - per Knopfdruck - das Konzert-Controlling vollautomatisiert und digitalisiert durchgeführt wird".

Sämtliche Daten befinden sich dabei in einer speziellen Verlagssoftware, die nun um den Bereich Live-Income-Controlling erweitert wurde. Bei dieser Weiterentwicklung können laut Schedler-Angaben unter anderem die Reklamationen über die Verwertungsgesellschaften verknüpft werden, sodass nach Erhalt der Nachverrechnungen diese "ebenfalls per Knopfdruck" geprüft werden. "Und in weiterer Folge werden auch die Reportings hierzu an die Partner - automatisiert und mit den neuesten Daten gespeist - vom hauseigenen System erstellt."

"Die Digitalisierung ist in vollem Gange - ebenso bei uns, wo wir mit diesen Weiterentwicklungen einen guten Schritt in Richtung vollautomatisierten und digitalisierten Verlag weitergekommen sind. Dadurch können wir unseren Partnern transparent und praktisch in Echtzeit die jeweiligen Auswertungen liefern."

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