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Club-Monitoring Berlin zeichnet ein Stimmungsbild

160 Clubbetreiber*innen und Veranstalter*innen haben sich an einer Befragung der Clubcommission Berlin beteiligt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Berliner Clubszene darauf vorbereitet sei, den Betrieb wieder aufzunehmen, machen aber auch "besorgniserregende" Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Szene deutlich.

19.05.2021 16:37 • von Jonas Kiß
Spielen mit dem Gedanken, ihr Unternehmen aufzugeben: 16 Prozent der Befragten (Bild: Clubcommission)

160 Clubbetreiber*innen und Veranstalter*innen haben sich an einer Befragung der Clubcommission Berlin beteiligt. Die Ergebnisse des sogenannten Club-Monitoring Berlin machten deutlich, dass die Berliner Clubszene darauf vorbereitet sei, den Betrieb wieder aufzunehmen.

Demnach schätzten etwa 90 Prozent der Befragten ihre Kenntnisse zu Hygienekonzepten als gut oder sehr gut ein. Außerdem sei die Mehrheit bereit, bei Veranstaltungen Impfpässe oder Testergebnisse zu kontrollieren, Schnelltests anzubieten oder mit Apps und personalisierten Tickets zu arbeiten. Auch eigene Außenflächen sowie Frei- und Parkflächen würden die meisten gerne für ihre Veranstaltungen nutzen.

"Jetzt, wo das Ende der dritten Welle in Sicht ist, ist es Aufgabe der Politik Ausnahmegenehmigungen und Modellprojekte zu ermöglichen", fordert Lutz Leichsenring, Mitglied im Geschäftsführenden Vorstands der Clubcommission: "Der Beschluss des Berliner Senats, die Außengastronomie zu öffnen und kulturelle Veranstaltungen im Freien zu ermöglichen, ist der Hoffnungsschimmer, auf den wir lange gewartet haben."

Laut Leichsenring wäre der gesamten Veranstaltungs- und Gastronomiebranche  mit "vereinfachten Genehmigungsverfahren für Veranstaltungen, flexiblen Öffnungszeiten für Außenbereiche und Ausnahmeregelungen beim Immissionsschutz" geholfen.

Die Befragung zur Situation der Berliner Clubkultur macht zudem die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Szene deutlich. So schätzten die Befragten den Umsatz für 2020 durchschnittlich auf lediglich 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein.

Auch wenn Hilfsprogramme von Bund und Land an beinahe 77 Prozent der Befragten ausgezahlt wurden, gab die Mehrheit an, mit der Abwicklung unzufrieden zu sein. 69 Prozent der Befragten seien davon überzeugt, ihren Veranstaltungsbetrieb nach der Pandemie fortführen zu können. Als "Besorgniserregend" wertet die Clubcommission aber, dass 16 Prozent mit dem Gedanken spielen, ihr Unternehmen aufzugeben.

"Die Vorstellung, dass Clubs hohe Gewinne abwerfen, ist die absolute Ausnahme", erklärt Pamela Schobeß, 1. Vorsitzende der Clubcommission: "Nur 34 Prozent der Befragten konnten vor der Pandemie überhaupt finanzielle Rücklagen bilden - und die sind nun aufgebraucht."

Dass dennoch alle Clubs bis jetzt durchgehalten hätten, sei laut Schobeß großartig: "Aber gerade die kommenden Monate werden sehr schwierig. Clubkultur kann erst dann wieder echte Clubkultur sein, wenn es möglich ist, auf Abstand in Innenräumen zu verzichten. Bis dahin sind Clubs und Musikspielstätten weiterhin auf Fördermittel angewiesen."