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LiveKomm und Clubcommission hoffen auf bessere Rolle von Clubs in der Stadtentwicklung

Am 7. Mai stimmte der Bundestag für einen Entschließungsantrag mit dem Ziel, Musikclubs und Spielstätten baurechtlich als Anlagen für kulturelle Zwecke anzuerkennen. Pamela Schobeß, im Vorstand der LiveKomm und der Clubcommission, wertet die Entscheidung als "ein starkes und längst überfälliges Signal in die Republik".

10.05.2021 14:14 • von
Sieht Musikclubs als integralen Bestandteil des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens: Pamela Schobeß, hier kürzlich bei der Kulturkonferenz des Bundesverbands Musikindustrie (Bild: BVMI, Markus Nass)

Am 7. Mai 2021 stimmte der Bundestag mehrheitlich für einen Entschließungsantrag mit dem Ziel, Musikclubs und Spielstätten baurechtlich aus der Schmuddelecke zu holen. Laut dem Beschluss soll nun die Baunutzungsverordnung von der Bundesregierung so angepasst werden, "dass Clubs und Livespielstätten mit nachweisbarem kulturellen Bezug nicht mehr als Vergnügungsstätten, sondern als Anlagen für kulturelle Zwecke definiert werden", wie die Clubcommission in einer ersten-+ Einschätzung unter dem Motto "Clubs sind Kultur" zusammenfasst. Das sei "eine wichtige Entscheidung für den Schutz und die Weiterentwicklung der clubkulturellen Vielfalt in ganz Deutschland", lassen die Berliner wissen.

Zu verdanken sei dieser Beschluss unter anderem "der jahrelangen Arbeit der LiveKomm", vor allem aber sei es "der Verdienst des Parlamentarischen Forums Clubkultur und Nachtleben", das im Februar 2020 "von Abgeordneten aller demokratischer Fraktionen des Bundestags" ins Leben gerufen worden sei, "um den Fortbestand der Clubkultur zu sichern und sie politisch zu unterstützen".

Die nun beschlossene Anpassung der Baunutzungsverordnung würde bedeuten, dass Clubs und Livespielstätten "mit einem nachweisbaren kulturellen Bezug nun mit Theatern, Opern, Museen und Konzerthäusern als Anlagen kultureller Zwecke gleichgestellt werden", heißt es aus Berlin. Das könne die Schaffung neuer Orte für Clubkultur und Livemusik fördern, aber auch die Rolle der Clubs in der Stadtentwicklung verbessern, wo zum Beispiel Clubs häufig der sogenannten heranrückenden Bebauung weichen mussten: "Auch wenn die Bedeutung der vorgesehenen Änderungen für viele etablierte Clubs bisher nicht klar ist, lässt sich festhalten, dass ein etablierter Kulturort schwerer zu verdrängen ist als eine Vergnügungsstätte", bilanziert die Clubcommision.

_____"Musikclubs sind kulturelle Einrichtungen, die als integraler Bestandteil des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens die Identität von Stadtteilen prägen." Pamela Schobeß.

Pamela Schobeß, im Geschäftsführenden Vorstand derLiveKomm und derClubcommission, bedankt sich angesichts des politischen Rückenwinds denn auch "besonders bei den Mitgliedern im Parlamentarischen Forum für ihren bisherigen Einsatz und die Beharrlichkeit in dieser Angelegenheit". Der Bundestag sendet mit seiner Entscheidung "ein starkes und längst überfälliges Signal in die Republik", ergänzt Schobeß: "Musikclubs sind kulturelle Einrichtungen, die als integraler Bestandteil des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens die Identität von Stadtteilen prägen. Nun soll ein veraltetes Gesetz an die Realität angepasst werden. Das hilft, um Städte und Quartiere lebendig und lebenswert zu erhalten und kulturelle Orte vor Verdrängung zu schützen."