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Bund holt Clubs aus der Schmuddelecke ins Licht der Kultur

Erfolg für das Parlamentarische Forum Clubkultur: Am 7. Mai stimmte der Bundestag für einen von den demokratischen Parteien übergreifend getragenen Entschließungsantrag. Ziel des Vorstoßes war es, Musikclubs und Spielstätten baurechtlich als Anlagen für kulturelle Zwecke anzuerkennen.

07.05.2021 17:59 • von
Machen sich für Clubs stark (von links): Fritz Kühn (Grüne), Klaus Mindrup (SPD), Kai Wegner (CDU), Erhard Grundl (Grüne), Pamela Schobeß (LiveKomm, Clubcommission Berlin), Steffen Kache (Distillery, LiveKomm), Caren Lay (Linke), Cansel Kiziltepe (SPD) und Jakob Turtur (Jonny Knüppel, Clubcommission Berlin), hier auf einem Foto aus den Gründungstagen des Parlamentarischen Forums Clubkultur (Bild: Caren Lay)

Erfolg für die Bemühungen des Parlamentarischen Forums Clubkultur: Am 7. Mai 2021 stimmten die Abgeordneten im Deutschen Bundestag mehrheitlich für einen von den demokratischen Parteien übergreifend erarbeiteten und getragenen Entschließungsantrag: "Clubs sind Kultur. Nicht erst seit heute, sondern für viele Millionen Menschen schon seit Jahrzehnten", teilen die Initiatoren des Parlamentarischen Forums Clubkultur mit: "In dieser Woche haben wir als Deutscher Bundestag diesen kulturellen Status von Musikclubs und Livemusikspielstätten bestätigt und die Leistungen der Betreiberinnen und Betreiber, der Künstlerinnen und Künstler, der Angestellten und Freischaffenden damit bestätigt und gewürdigt."

Hauptziel des von Vertretern der Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen erarbeiteten Antrags war es demnach, "Musikclubs und Livespielstätten baurechtlich als Anlagen für kulturelle Zwecke anzuerkennen". Bislang galten sie als Vergnügungsstätten, wie etwa auch Bordelle. Mit der Änderung der Baunutzungsverordnung soll es nun leichter fallen, Clubs in Innenstädten oder auch in ländlichen Regionen anzusiedeln. "Wir wollen die Vielfalt überall in Deutschland erhalten. Durch die Änderung der BauNVO kommen wir hier einen Schritt weiter", lässt das Parlamentarische Forum Clubkultur wissen.

Eine aktive Clubkultur sei "ein großer kultureller und wirtschaftlicher Wert dieses Landes", die Clubs seien "unternehmerisch, kulturell, gesellschaftlich und architektonisch einmalige Freiräume, die zum Experimentieren, Begegnen und Erfahren einladen". Zudem seien sie "mit rund 50.000 Angestellten sowie freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern" sowie bei einem Jahresumsatz von rund 1,1 Milliarden Euro "ein wichtiger Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft".

2020 hatten Abgeordnete von Grünen, Linke, FDP, SPD und CDU/CSU das Parlamentarische Forum Clubkultur & Nachtleben im Bundestag gegründet, um fraktionsübergreifend dem Thema mehr Rückhalt und Sichtbarkeit zu geben.