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Deutscher Jazzpreis geht in die heiße Phase

Der von Staatsministerin Monika Grütters ausgelobte Deutsche Jazzpreis steuert auf seine Premiere zu. Am 5. Mai gab das Team der Initiative Musik um Tina Sikorski die Nominierten bekannt, auch Details wie das Datum und die Modalitäten der Preisverleihung stehen nun fest. Die Moderation übernimmt eine "Tagesthemen"-Moderatorin.

05.05.2021 15:31 • von
Will mit dem Deutschen Jazzpreis eine ganze Szene würdigen und einen: Tina Sikorski (Bild: Initiative Musik)

Der von Staatsministerin Monika Grütters erstmals ausgelobte Deutsche Jazzpreis steuert auf seine Premiere zu. Am 5. Mai 2021 gab das Team der Initiative Musik, das wie schon beim Applaus auch hier die Umsetzung des Preises realisiert, die Nominierten bekannt, auch Details wie das Datum und die Modalitäten der Preisverleihung stehen nun offiziell fest - rund einen Monat vor dem Debüt.

So soll die digitale Verleihung am 3. Juni 2021 in einem Livestream aus vier Locations steigen - und somit im Vorfeld des in diesem Jahr ebenfalls digital umgesetzten Hamburger Elbjazz-Festivals.

Neben dem somit gesetzten Standort in Hamburg kommen auch Berlin, München und Mannheim zu Jazzpreis-Ehren. Schließlich sind die Clubs A-Trane (Berlin), Unterfahrt (München) und Ella & Louis (Mannheim) als weitere Verleihungsorte "integrativer Bestandteil" der Preisgala, wie die Initiative Musik mitteilt. Als Moderatorin soll die "bekennende Jazzliebhaberin" Pinar Atalay von Hamburg aus durch das Programm führen "und im steten Zusammenspiel die drei Clubs mit ihren jeweiligen Protagonist:innen präsentieren".

Ziel des Awards ist es, "die Vielfalt und Schaffenskraft der deutschen Jazzszene ins Scheinwerferlicht" zu rücken, lässt die Initiative Musik wissen: "Jazz lebt von der unmittelbaren Teilhabe und vom spürsinnigen Zusammenspiel, vom Austausch und gemeinschaftlichen Herantasten", sagt Tina Sikorski, Geschäftsführerin Initiative Musik, zum neu geschaffenen Award. "Jazz begeistert und verbindet und das soll sich auch in der Verleihung selbst manifestieren. Der Deutsche Jazzpreis würdigt und eint die gesamte Szene, wobei der Hauptfokus natürlich auf den Künstler:innen selbst und ihrer beispiellosen Schaffenskraft liegt."

Der Deutsche Jazzpreis soll "herausragende künstlerische Leistungen der nationalen und internationalen Jazzszene" in 31 Kategorien würdigen. 17 Auszeichnungen in einer ersten Hauptkategorie richten sich dabei an die Künstler:innen, die im Mittelpunkt des Deutschen Jazzpreis stehen sollen. Darüber hinaus loben die Initiatoren in vier weiteren Hauptkategorien 14 weitere Auszeichnungen aus für die Bereiche Aufnahme & Produktion, Live sowie Komposition & Arrangement, zudem sollen drei Sonderpreise verliehen werden.

In elf Kategorien konnten Bewerbungen eingereicht werden, Vorschläge "für potenzielle Preisträger:innen in den übrigen Kategorien" erfolgten durch die jüngst vorgestellte, 25-köpfige Fachjury. Hinzu kommen die Kategorien Künstler:in des Jahres national und international, für die es ebenso wenig vorab Nominierungen gibt wie fürs Lebenswerk oder den Jury-Sonderpreis. Entsprechend umfangreich präsentiert sich dann auch die Liste der Nominees. Eine Hauptjury, "bestehend aus Mitgliedern der Fachjury und jazzaffinen Persönlichkeiten des kulturellen öffentlichen Lebens", soll schließlich die Preisträger:innen bestimmen.

Auch Preisgeld gibt es: Der Deutsche Jazzpreis ist jeweils mit 10.000 Euro dotiert, lässt die Initiative Musik wissen, die das Projekt mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien realisiert. Die Kategorien Künerstler:in des Jahres und Radioproduktion des Jahres bleiben undotiert.

_____Deutscher Jazzpreis 2021, die Nominees:

_Hauptkategorie 1: Künstler:innen

Vokal: Lucia Cadotsch, Almut Kühne, Rebekka Salomea

Holzblasinstrumente: Daniel Erdmann, Angelika Niescier, Wanja Slavin

Blechblasinstrumente: Shannon Barnett, Markus Stockhausen, Nils Wogram

Piano, Keyboard: Pablo Held, Johanna Summer, Aki Takase

Gitarre: Ronny Graupe, John Schröder, Andreas Willers

Bass: Frans Petter Eldh, Eva Kruse, Robert Landfermann

Schlagzeug, Perkussion: Max Andrzejewski, Eva Klesse, Christian Lillinger

Besondere Instrumente: Elisabeth Coudoux, Christopher Dell, Kathrin Pechlof

Band des Jahres: Dell Lillinger Westergaard, KUU!, Philipp Gropper's PHILM

Großes Ensemble des Jahres: Andromeda Mega Express Orchestra, Hendrika Entzian, Fuchsthone Orchestra

Blasinstrumente international: Jaimie Branch, Shabaka Hutchings, Joshua Redman

Piano, Keyboard international: Tania Giannouli, Tigran Hamasyan, Shai Maestro

Saiteninstrumente international: Kinga Glyk, Christian McBride, Wolfgang Muthspiel

Schlagzeug, Perkussion international: Brian Blade, Trilok Gurtu, Savannah Harris

Band des Jahres international: Shake Stew, Shalosh, Snarky Puppy

_Hauptkategorie 2: Aufnahme, Produktion

Album Instrumental des Jahres: Julia Hülsmann Quartet - Not Far From Here, Joachim Kühn - Melodic Ornette Coleman, Markus Stockhausen - Wild Life

Album Vokal des Jahres: Masaa - Irade, Salomea - Bathing in Flowers, Zola Mennenöh - Longing for Belonging

Debut Album des Jahres: Mirna Bogdanovic - Confrontation, Musina Ebobissé Quintet - Timeprints, ohanna Summer - Schumann Kaleidoskop

Rundfunkproduktion des Jahres: Markus Becker - Thoughts about Beethoven (DLF Kultur), Jazztime - Live vom 10. Birdland Radio Jazzfestival (BR Klassik), Bill Laurance & WDR Big Band Cologne - Live at the Philharmonie Cologne (WDR)

Album Instrumental des Jahres international: Carla Bley - Life Goes On, The Comet is Coming - Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery, Branford Marsalis Quartet - The Secret Between the Shadow and the Soul

Album Vokal des Jahres international: Elina Duni - Lost Ships, Gregory Porter - All Rise, Kandace Springs - The Women Who Raised Me

Debut Album des Jahres international: Nesrine - Nesrine, Joel Ross - KingMaker, Immanuel Wilkins - Omega

_Hauptkategorie 3: Live

Club des Jahres: Donau115 (Berlin), Jazzclub Unterfahrt (München), LOFT (Köln)

Festival des Jahres: 44. Leipziger Jazztage "Transitions", Jazzfest Berlin, moers festival

_Hauptkategorie 4: Komposition, Arrangement

Komposition des Jahres: Christian Lillinger - Thür, Florian Ross - Streamwalk, Luise Volkmann - Lush Life

Arrangement des Jahres: Claudia Döffinger - Mercedes Benz, Niels Klein - Yemen, Fabia Mantwill - Ophelia

_Hauptkategorie 5: Sonderpreise

Journalistische Leistung

Ulrich Habersetzer, Beate Sampson, Roland Spiegel: Hören wir Gutes und reden darüber; Jazz Moves Hamburg; Günther Huesmann: Bird Lives. Zum 100. Geburtstag von Charlie Parker