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Kein Roskilde Festival 2021

Das gerade verkündigte Verbot der dänischen Regierung, in diesem Sommer Großveranstaltungen durchzuführen, gilt auch für das Roskilde Festival. Daher verschieben die Veranstalter die 50. Ausgabe auf 2022.

04.05.2021 11:41 • von Frank Medwedeff
Im zweiten Jahr in Folge wegen Corona abgesagt: das Roskilde Festival (Bild: Christian Hjorth)

Die dänische Regierung hat wegen der Corona-Pandemie Großveranstaltungen in diesem Sommer untersagt. Dieses Verbot gilt auch für das Roskilde Festival. Deshalb verschiebt das Veranstalterteam die bereits im letzten Jahr ausgefallene 50. Ausgabe nun auf 2022 - und bittet alle Ticketkäufer*Innen, das Festival zu unterstützen, indem sie ihre Eintrittskarten auf das nächste Jahr übertragen.

Vom 26. Juni bis 3. Juli 2021 hätten eigentlich Acts wie Kendrick Lamar, The Strokes, Haim, Faith No More, Thom Yorke, TLC, FKA twigs oder Tyler, The Creator bei dem Großfestival auftreten sollen.

Signe Lopdrup, die CEO des Roskilde Festivals, sagt: "Leider kommt die Absage nicht überraschend. Aber es ist eine sehr traurige Situation, und wir sind am Boden zerstört über die Tatsache, dass wir uns nicht wieder bei unserem Festival treffen und dazu beitragen können, die Gemeinschaften wieder aufzubauen, die die Corona-Krise für so viele zerstört hat. Das wird gerade jetzt gebraucht. Die Absage ist sehr ernst für unseren Wohltätigkeitsverein und ein schwerer Schlag für das Wachstumssegment der Kultur und die 'Nahrungskette', die das Festival mitgestaltet."

Lopdrup bereichnet es als "unschätzbare und entscheidende Hilfe", wenn Kartenkäufer ihr Ticket auf 2022 übertragen. "Wir haben während dieser Corona-Zeit eine enorme Unterstützung von Ticketinhabern erfahren. Ihre kontinuierliche Unterstützung für uns und andere abgesagte Veranstalter ist genau das, was uns durch die Krise führen kann", so die Festivalchefin.

Zudem hat die Staatsregierung den dänischen Festivals in diesem Sommer einen Ausgleich für ihre Verluste zugesagt. Die finanzielle Hilfe sei für für das Roskilde Festival "von entscheidender Bedeutung", da es auf einem gemeinnützigen Gesellschaftsmodell basiert, bei dem alle Gewinne für wohltätige Zwecke zugunsten von Kindern und Jugendlichen gespendet werden.

Signe Lopdrup erklärt dazu: "Als das Festival im letzten Jahr abgesagt wurde, hätten wir uns nie träumen lassen, dass wir im Jahr 2021 nicht bereit für einen Festivalsommer sein würden. Es dauert mindestens eineinhalb Jahre, ein Festival zu planen, und obwohl wir mit großer Sorgfalt und finanzieller Verantwortung geplant haben, hatten wir Ausgaben und Verpflichtungen für den Betrieb, die Organisation und externe Lieferanten. Daher ist es eine Erleichterung, dass wir Hilfe bekommen, um eine weitere ausgefallene Saison zu überstehen."

Nach der zweiten Absage in Folge konzentriere sich die Festivalleitung nun in den kommenden Monaten darauf, "andere Arten von kulturellen Veranstaltungen zu schaffen, damit die Organisation weiterhin ihrem Zweck gerecht werden kann, die Möglichkeiten von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen".

Signe Lopdrup erklärt: "Das Roskilde Festival hat sich immer im Laufe der Zeit entwickelt, und eine Pandemie und zwei aufeinanderfolgende Jahre der Absage werden zweifellos ihren Tribut fordern. Aber das Bedürfnis, viele Menschen zu versammeln, wird nie seine Bedeutung verlieren. Jetzt müssen wir gemeinsam mit unseren Partnern, Lieferanten und all den freiwilligen Helfern herausfinden, wie wir von hier aus weitermachen und auf neue Weise präsent sein können. Wir haben den ganzen Weg zusammengestanden, und jetzt ist es mehr denn je notwendig, Raum für Kunst, Freiwilligenarbeit und neue Gemeinschaften zu schaffen."

Das Roskilde Festival wird von der Roskilde Festival Charity Society organisiert und von 30.000 freiwilligen Helfer*Innen gestaltet. Alle Gewinne aus dem Festival werden in vollem Umfang für humanitäre, gemeinnützige und kulturelle Arbeit gespendet, die vor allem Kindern und Jugendlichen zugutekommt. Seit den frühen 70er Jahren hat das Roskilde Festival insgesamt rund 54,3 Millionen Euro gespendet.