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PRS meldet Einbrüche bei Aufführungsrechten

Das erste Jahr der Corona-Krise schlägt sich erst jetzt so richtig in den Zahlen der Verwertungsgesellschaften nieder. So berichtet die britische PRS For Music zwar einerseits fürs abgelaufene Jahr 2020 von Ausschüttungen in Rekordhöhe, andererseits aber fielen die Einnahmen im Vorjahresvergleich um fast 20 Prozent. Vor allem im Bereich Live brachen die Umsätze ein.

29.04.2021 12:25 • von
Dickes Minus: die Einnahmen der britischen PRS aus Aufführungsrechten im Livebereich brachen 2020 um fast 80 Prozent ein (Bild: prsformusic.com, Screenshot)

Das erste Jahr der Corona-Krise schlägt sich erst in diesem Jahr in den Zahlen der Verwertungsgesellschaften nieder. Während zum Beispiel der Vorstandsvorsitzende Harald Heker für die GEMA im Oktober "deutlich niedrigere" Erträge als im Vorjahr prognostizierte, verbunden mit geringeren Ausschüttungen, taxierte der "Global Collections Report" der CISAC die Einnahmeausfälle auf weltweit rund 35 Prozent oder gut 3,5 Milliarden Euro.

In diesen Rahmen passen nun auch die jüngst von der PRS For Music vorgelegten Zahlen. So berichtete die britische Verwertungsgesellschaft einerseits fürs abgelaufene Jahr 2020 von Ausschüttungen in einer Rekordhöhe von 699,4 Millionen Pfund an Autoren, Komponisten und Musikverlage. Andererseits aber sei das Volumen der Einnahmen 2020 im Vorjahresvergleich um 19,7 Prozent auf 650,5 Millionen Pfund gefallen. Allein die Einnahmen aus der Aufführung von Musik im Bereich Livemusik seien um 79,1 Prozent eingebrochen, bilanziert die PRS. Bei der öffentlichen Aufführung von Musik im Handel, in Clubs oder der Gastronomie lag das Einnahmeminus bei 61,2 Prozent.

Da ein großer Teil der im vergangenen Jahr ausgeschütteten Gelder bereits vor dem ersten Corona-Lockdown angefallen sei, würden die Kreativschaffenden die von der Krise verursachten Einbußen erst 2021 zu spüren kommen, teilt die britische Verwertungsgesellschaft mit, und sagt in Hinblick auf die zu erwartenden Ausschüttungen Abschläge von rund zehn Prozent voraus.

Als einziges Wachstumsfeld im Krisenjahr erwies sich bei der PRS der Onlinebereich: Hier wuchsen die Einnahmen der Organisation um 5,1 Prozent auf 188,3 Millionen Pfund.

Text: Knut Schlinger

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