Livebiz

Gericht bestätigt Geldstrafe von 3,7 Millionen Euro für Viagogo

Das regionale Verwaltungsgericht Latium in Rom hat eine Berufung von Viagogo gegen eine Geldstrafe in Höhe von 3,7 Millionen Euro abgelehnt. Die Richter wiesen das Argument von Viagogo zurück, dass es als "passiver Hosting-Provider" agiere, indem es lediglich Wiederverkäufer mit potenziellen Käufern verbinde.

23.04.2021 14:33 • von Jonas Kiß
Gilt für die Richter nicht als "passiver Hosting-Provider": Viagogo (Bild: Screenshot, viagogo.de)

Das regionale Verwaltungsgericht Latium in Rom hat eine Berufung von Viagogo gegen eine Geldstrafe in Höhe von 3,7 Millionen Euro abgelehnt.

Die Richter wiesen das Argument von Viagogo zurück, dass es als "passiver Hosting-Provider" agiere, indem es lediglich Wiederverkäufer mit potenziellen Käufern verbinde.

2020 hatte die italienische Kommunikationsregulierungsbehörde AGCOM die Weiterverkaufsplattfrom "für die Vermittlung von Tickets, die unter Verstoß gegen italienisches Recht verkauft wurden" bestraft. Konkret ging es um "das Anbieten von Tickets für 37 Veranstaltungen zu einem Preis über dem Nennwert zwischen März und Juli 2019".

Für die Anfang 2019 gegründete Face-Value European Alliance For Ticketing (FEAT) ist dieses Urteil "ein weiterer Schritt in Richtung einer größeren Verantwortlichkeit von sekundären Ticketing-Plattformen, die routinemäßig von illegalen Ticketverkäufen profitieren".

Die Entscheidung komme zu einem Zeitpunkt, "an dem der europäische Gesetzgeber eine Verschärfung der Regeln rund um die Plattformhaftung ins Auge fasst, mit besonderem Augenmerk auf Marktplätze".

"Ungedeckte Sekundärmarktplätze wie Viagogo haben sich lange unter die Haftungsbefreiung des EU-Rechts geflüchtet, indem sie behauptet haben, wenig bis gar keine Kenntnis von den Aktivitäten zu haben, die auf ihren Seiten stattfinden", erklärt FEAT-Director Sam Shemtob: "Es ist an der Zeit, dass sie für die illegalen Aktivitäten, die sie fördern und von denen sie profitieren, sowohl in Italien als auch in ganz Europa, zur Verantwortung gezogen werden".