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c/o pop präsentierte erste Erkenntnisse der Clubstudie

Zu den Highlights am ersten Tag der digitalen c/o pop xoxo in Köln zählte am 22. April die erste Vorstellung wesentlicher Ergebnisse der von der Initiative Musik durchgeführten Clubstudie 2021. So bestätigten die befragten Clubs einen Umsatzrückgang von 65 Prozent und einen Beschäftigungsrückgang von 75 Prozent wegen der Corona-Pandemie.

22.04.2021 16:36 • von Frank Medwedeff
Liefert wertvolle Erkenntnisse zu den Spielstätten: die Clubstudie (Bild: Screenshot_Initiative Musik)

Zu den Highlights am ersten Tag der digitalen c/o pop xoxo in Köln zählte am 22. April die erste Vorstellung wesentlicher Ergebnisse der Clubstudie 2021. Im Oktober 2020 hatte die Initiative Musik damit nach eigenen Angaben "die erste bundesweite Umfrage zur Situation der Musikspielstätten in Deutschland" durchgeführt mit der Maßgabe, wichtige Kennzahlen zu den Musikclubs in ganz Deutschland zu erfassen, deren kulturelle, wirtschaftliche und soziale Relevanz herauszuarbeiten und erforderliche Bedarfe zu ermitteln.

Laut den Studienresultaten erwirtschafteten 80 Prozent der teilnehmenden Spielstätten im Jahr 2019 Jahresumsätze bis 500.000 Euro. In punkto "Jahresgewinn 2019" lag das arithmetische Mittel der teilnehmenden Clubs bei 30.000 Euro, die durchschnittliche Umsatzrendite bei 4,1 Prozent. Bei den Kosten schlugen die Honorare für die auftretenden Künstlerinnen und Künstler mit 23,9 Prozent am stärksten zu Buche, gefolgt von den Personalkosten (21,7 Prozent), den Ausgaben für Getränke- und Speisenbezug (16,9 Prozent) sowie der Miete mit Nebenkosten (16,5 Prozent). Bei den Erlösen machten die Umsätze im gastronomischen Bereich mit 48,9 Prozent das Gros aus, weit vor den Eintrittsgeldern (25,2 Prozent) sowie öffentlichen Zuschüssen (9,8 Prozent) und Vermietungseinnahmen (9,1 Prozent).

Die Einschnitte duch die Corona-Pandemie mit vollständiger Schließung der Spielstätten beziehungsweise zeitweisem Betrieb mit erheblichen Kapazitätsbeschränkungen hätten zu einem Umsatzrückgang von 65 Prozent und einem Beschäftigungsrückgang von 75 Prozent geführt.

48 Jahre betrage laut der Studie das Durchschnittsalter der teilnehmenden Clubbetreiberinnen und -betreiber. Da aber 15 Prozent unter ihnen "am Übergang zum Renteneintritt" stünden und weitere 25 Prozent "kurz davor", sei der Generationenwechsel "in dieser Dekade" ein "relevantes Thema", wie die Clubstudie herausgearbeitet hat.

64 Prozent aller Befragten gaben an, in den letzten fünf Jahren mindestens eine Förderung erhalten zu haben. Hierbei seien vor allem Unterstützungen von der Initiative Musik und von kommunaler Seite bedeutsam. Der wichtigste Förderbedarf bestehe bei der digitalen Infrastuktur: 72,3 Prozent der Probanden gaben an, dass sie hierbei Förderung benötigen, gefolgt von Nachwuchsarbeit (43,3 Prozent), sicherheitsrelevanen baulichen Maßnahmen (42,0 Prozent) und Schallschutzmaßnahmen (41,7 Prozent).

So zählen die "Beibehaltung der öffentlichen Zuschüsse, um wirtschaftliches Arbeiten zu ermöglichen" ebenso zu den Handlungsempfehlungen, die die Initiative Musik anhand der Studienergebnisse gibt wie "neue Förderaspekte für sicherheitsrelevante Infrastruktur und Schallschutz". Zentrales Anliegen ist die "Sicherung der Musikspielstättenlandschaft nach der Pandemie".