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BVMI zählte bei der hybriden Kulturkonferenz mehr Teilnehmer

Am 13. April richtete der Bundesverband Musikindustrie seine Kulturkonferenz 2021 aus. Die achte Ausgabe des Gipfeltreffens war zugleich die erste, die als hybride Veranstaltung über die Bühne ging. Im Gespräch mit MusikWoche zieht Florian Drücke Bilanz.

19.04.2021 15:14 • von
Stelle mit dem BVMI-Team bei der Kulturkonferenz "eine kleine Fernseh-Produktion" auf die Beine: Florian Drücke (Bild: BVMI, Markus Nass)

Am 13. April richtete der Bundesverband Musikindustrie seine Kulturkonferenz 2021 aus. Die achte Ausgabe des Gipfeltreffens war - nach einer Pause im ersten Jahr der Corona-Pandemie - zugleich die erste, die als hybride Veranstaltung über die Bühne ging. Thematisch stand bei der live aus dem Berliner Futurium verbreiteten Veranstaltung die Debatte ums Urheberrecht im Fokus, zudem ging es um eine Standortbestimmung der Musikwirtschaft zu Beginn des zweiten Jahres der Corona-Pandemie. Im Gespräch mit MusikWoche zieht Florian Drücke, der als Vorstandsvorsitzender des Branchenverbands zur Kulturkonferenz geladen und das Event mit einer Rede auch eröfnet hatte, nun Bilanz.

MusikWoche: Die achte Kulturkonferenz war die erste hybride Ausgabe, sind Sie mit dem Ablauf zufrieden?

Florian Drücke: Unter dem Strich absolut zufrieden, wir hatten spannende Referentinnen und Referenten und die einzelnen Panels haben in der Zusammenstellung auch durch die jeweilige Moderation sehr gut funktioniert. Besonders positiv ist für mich zu sehen, wie sehr wir quer durch die Teilbereiche der Branche zusammenstehen in unserer Kritik am deutschen Umsetzungsansatz bei der Urheberrechtsreform. Eine Sorge, die ja am Ende in Person von Christian Ehler auch noch einmal von der Seite der europäischen Politik unterstrichen wurde. Das war sehr hilfreich und zeigt, wie diffus und verstörend das Bild ist, dass Deutschland mit seinem Ansatz abgibt.

Was die Durchführung der Konferenz betrifft, war es ja im Prinzip eine kleine Fernseh-Produktion, bei der noch einmal ganz andere Anforderungen an den Programmablauf gestellt werden, das war für uns eine spannende Premiere, mit der wir uns aber wohl gefühlt haben. Nach einem Jahr Event-Abstinenz fühlte es sich auch mit der überschaubaren Zahl von Panelist:innen, die letztlich vor Ort sein konnten und durften, tatsächlich beinahe an wie ein Live-Event.

MusikWoche: Wie sah es mit der Zahl der Teilnehmer aus?

Florian Drücke: Die lag mit 320 um etwa 50 Prozent über der Zahl der analogen "KuKo"-Ausgaben, also auch in dieser Hinsicht ein guter Aufschlag. Und viele sind tatsächlich auch über eine längere Zeit dabeigeblieben, was ich als sehr gutes Zeichen werte.

MusikWoche: Wie beurteilen Sie die Reaktionen der Teilnehmer?

Florian Drücke: Ich habe die Kommentare im Chat nicht im Detail verfolgen können, allerdings scheinen auch dort einige die Gelegenheit zu sachlichem und inhaltlichem Austausch untereinander genutzt zu haben. Abgesehen davon sind die Rückmeldungen, die wir, ich selbst ebenso wie meine Kolleg:innen, bekommen, bislang deutlich positiv, sowohl was das Programm betrifft als auch das Gesamtereignis.

MusikWoche: In Sachen Interaktion und Networking kam die KuKo 2021 sehr wahrscheinlich nicht an das bislang bekannte Niveau heran. Hat das Gipfeltreffen für den BVMI als Ausrichter dennoch funktioniert?

Florian Drücke: Natürlich bietet so ein Hybrid-Event mit Teilnahme am Rechner oder Handy keine unmittelbare Begegnung und das fehlt. Ein physisches Aufeinandertreffen ist derzeit nicht zu ersetzen, vielleicht sind wir irgendwann mal über VR so weit und kriegen das noch "näher" hin. Trotzdem haben wir diese Form des Austauschs inzwischen alle miteinander für uns übersetzt und fest in unsere beruflichen und privaten Kommunikationswelten integriert, insofern hat das auch eine gewisse Selbstverständlichkeit. So wird dann auch ein Zoom-Hang-out-Room als Zusatzangebot in den Pausen, aber auch darüber hinaus von einigen als Möglichkeit für den Austausch untereinander genutzt. Als Ausrichter würde ich deshalb sagen: Networking Spaces sollten wir weiter ausbauen, aber es hat auch schon jetzt über die diversen persönlichen Kommunikationskanäle vor, während und nach der Veranstaltung funktioniert, weil wir mit der Konferenz sozusagen das Lagerfeuer geboten haben, um das herum sich alle kommunikativ niedergelassen haben. Und das Feedback, das mir persönlich sehr wichtig ist, zeigt, dass sich die Gäste - trotz Zoom-Effekt - sehr gut informiert und unterhalten haben, was, denke ich, auch an der sehr hochwertigen Produktion lag.

MusikWoche: Planen Sie fürs laufende Jahr weitere hybride Events?

Florian Drücke: Wir werden in jedem Fall unsere im Pandemie-Jahr neu entwickelte Veranstaltungsreihe für Mitglieder, die Music Industry Briefings, fortsetzen und ich kann mir sehr gut vorstellen, weitere Formate zu entwickeln, die auch ein externes Branchenpublikum einbeziehen.

MusikWoche: Und wie sieht es mit Ihren Hoffnungen in Hinblick auf die KuKo 2022 aus: Planen Sie eine Präsenzveranstaltung, oder würden Sie auch wieder einen digitalen beziehungsweise hybriden Gipfel ausrichten?

Florian Drücke: Niemand weiß, wo wir in einem Jahr stehen, aber sollte die Situation noch oder wieder ähnlich sein wie in diesem Jahr, dann ist der Hybrid-Gipfel jedenfalls eine echte Option!

Fragen: Knut Schlinger

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