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Schlager.de bietet Community in der Hosentasche

Mit einer eigenen App, über die Künstler ihre Fans direkt erreichen können, steigt das von Gregor Nebel betriebene Portal Schlager.de in den Tech-Bereich ein. Zugleich wachsen die Zugriffszahlen auf das redaktionelle Angebot des Unternehmens.

15.04.2021 15:26 • von Dietmar Schwenger

Mit einer eigenen App, über die Künstler ihre Fans direkt erreichen können, steigt das von Gregor Nebel betriebene Portal Schlager.de in den Tech-Bereich ein. Die Schlager.de-App, mit der Künstler einen direkten Kontakt zu ihren Fans haben können, soll bereits Ende des zweiten Quartals starten. Sie kann dann die Nutzer über neue Veröffentlichungen informieren, aber auch kurzfristig über Konzertabsagen.

"Der User hat die Möglichkeit, diverse Fan-Welten zu betreten, das heißt man filtert den kompletten Schlager.de-Inhalt nach einem Star", führt Gregor Nebel aus. Der Geschäftsführer der Berliner Agentur Deutsche Medienportale, die wiederum Schlager.de betreibt, weist zudem auf eine "einfach praktische Nutzung" der App hin. Denn es genüge ein Klick auf die Anwendung, man müsse nicht den ganzen Namen einer Seite eintippen. Auch sei die App für mobile Nutzung optimiert.

Im dritten Quartal soll dann eine App für Künstler aus unterschiedlichen Genres folgen - auch außerhalb des Schlagers. Auch hier seien die Vorteile für die Künstler, dass sie die App als Alternative für wegfallende, andere Plattformen nutzen könnten. "Stars können sich Communities schaffen, die nicht durch Social-Media-Anbieter reguliert werden." Man erreiche die Fans gleichsam in der Hosentasche, diese müssten nicht mehr Einzelkanäle ansteuern, sondern erhalten alle Informationen aus einer Hand - "aus der des Stars", so Nebel. "Ohne Medienbruch erreichen wir den Fan direkt am POS."

Ihm sei zwar klar, dass Künstler, Managements oder Labels mit ihren jeweiligen IT-Beauftragten etwas Vergleichbares selber machen könnten. "Aber es gibt verschiedene Gründe, so ein Projekt nicht selber in die Hand zu nehmen. Da haben wir zum einen die enormen Kosten, die mit einer App-Entwicklung einhergehen. Dazu die ständige Wartung und Pflege von Inhalten.

Auch die rechtlichen Bestimmungen muss man im Blick haben: Was darf ich in der App und was nicht? Und mal Hand aufs Herz: Wer hat denn heutzutage Zeit, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen? Wir wollen es doch alle einfach, effizient, verlässlich und schnell - und das bieten wir." Fakt sei, dass es doch auf der Hand liege, diesen Schritt zu gehen. "Und da wir das frühzeitig erkannt haben, sind wir in der Entwicklung und den derzeitigen Gesprächen mit möglichen Künstlern glücklicherweise bereits recht weit fortgeschritten."

Bei der Entwicklungsarbeit kooperiert Schlager.de mit dem Münchener Unternehmen FanSpaces, das auch die "Tabaluga"-App von Peter Maffay entwickelt hat und diese nach wie vor betreibt. Bei der technischen Umsetzung arbeite man zudem mit einem internationalen Team. "Außerdem haben wir mit Schlager.de das größte Content-Portal der Schlager- wenn nicht sogar der Musikbranche", formuliert Nebel. "Unser Netzwerk reicht von Künstlern, Plattenfirmen, und Veranstaltern über Verlage bis hin zu TV- und Radiostationen - mit dieser Expertise ist der Content mehr als abgedeckt."

Auch sollen Künstler mit der App neue Umsatzmöglichkeiten ausloten, wie Nebel ausführt: "Nicht zuletzt durch Corona wurde deutlich, dass künftig alternative Präsenzmöglichkeiten für einen Künstler geschaffen werden sollten. Uns war wichtig, dass wir dem Künstler hier eine langfristige, digitale Einnahmequelle zur Verfügung stellen." Man sehe die App als ein gemeinsames Projekt, bei dem jeder seine Expertise einbringe, und Schlager.de fungiere dabei als Partner, auf technischer wie auf inhaltlicher Ebene. "Was der Künstler dann damit macht, ist ihm selbst überlassen. Im besten Fall ist er seinem Fan näher als je zuvor."

Zufrieden ist Nebel auch mit der Entwicklung von Schlager.de als Portal: "Im Vergleich zu anderen Newsportalen bewegen wir uns mit dem Fokus Schlager immer noch in einer Nische. Dennoch würden wir mit unseren Zugriffszahlen in den IVW-Auswertungen unter den Top 20 der redaktionellen Onlinemarken landen." Daher wolle man dort das Portal "in Kürze" auch ausweisen lassen, kündigt Nebel an und nennt aktuelle Zahlen. So kommt Schlager.de derzeit auf 6,2 Millionen Unique User und 17 Millionen Page Impressions.

Gleichzeitig wolle man sich wie auch schon in der Vergangenheit um den Ausbau des Contents und der Marke Schlager.de bemühen. Dazu gehört etwa eine eigene Rubrik für den Koch Alfons Schuhbeck. Ein besonderer Fokus liege jedoch auf der technischen Weiterentwicklung von Schlager.de, indem man zunehmend auf Personalisierung setze. "Ziel ist es, dass jeder Besucher eine auf ihn zugeschnittene Webseiten-Version von Schlager.de angezeigt bekommt, die nur den Content anzeigt, der seine Interessen und Aktivitäten widerspiegelt."

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