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Jean-Michel Jarre charakterisiert Urheberrechtskritiker als "Dummköpfe"

Mit pointierten Worten wendet sich der Komponist und einstige CISAC-Präsident Jean-Michel Jarre gegen eine vermeintliche Debatte zur Urheberrechtsreform: "Welche Debatte denn bitte? Was gibt es beim Schutz von Copyrights und Autorenrechten ernsthaft abzuwägen?"

12.04.2021 11:19 • von Dietmar Schwenger
Findet klare Worte gegen Urheberrechtsleugner: Jean-Michel Jarre (Bild: Mashinskiy)

Mit pointierten Worten wendet sich der Komponist und einstige CISAC-Präsident Jean-Michel Jarre gegen eine vermeintliche Debatte zur Urheberrechtsreform: "Welche Debatte denn bitte? Was gibt es beim Schutz von Copyrights und Autorenrechten ernsthaft abzuwägen?" Im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" macht der französische Musiker klar: "Wer die Gültigkeit solcher natürlicher Ansprüche relativiert, hat einfach nichts verstanden, nichts."

Gerade die Pandemie habe das klar gemacht. In Richtung des Fragestellers formuliert Jarre: "Ob ich mir Ihre Zeitung im Netz kaufe oder auf der Straße, das macht nur in den Augen von Dummköpfen einen Unterschied." Auch die These, dass die Gesetze Internet-Kreativität vernichten könnten, bezeichnet er als "Blödsinn", den Konzerne mit Millionen Lobby-Dollars in die Welt streuten. Die Idee, dass Copyrightschutz die Redefreiheit beeinträchtige, sei "absurd".

Angesprochen auf den deutschen Sonderweg bei der Umsetzung von EU-Vorgaben in nationales Recht, formuliert Jean-Michel Jarre: "Ich bin sehr enttäuscht von euch Deutschen. Die Punkte, die ihr Deutschen euch etwa beim Thema Umweltschutz verdient habt, habt ihr so bereits wieder verjubelt." Er befürchtet, es könnte einen globalen Dominoeffekt geben, "wenn wir das mit dem Urheberrecht verbaseln".