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Zweiter Musikvideo-Preis bei Kurzfilmtagen Oberhausen

Bei der coronabedingt rein digitalen 67. Ausgabe der Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen gibt es im Mai erstmals zwei Musikvideowettbewerbe mit Preisvergabe. Zum Deutschen MuVi-Preis kommt der Internationale MuVi-Preis hinzu.

01.04.2021 14:53 • von Frank Medwedeff
Vergeben erstmals auch einen Internationalen MuVi-Preis: die Oberhausener Kurzfilmtage (Bild: Internationale Kurzfilmtage Oberhausen)

Bei der 67. Ausgabe der Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, die vom 1. bis 10. Mai 2021 coronabedingt komplett online stattfindet, gibt es erstmals zwei Musikvideowettbewerbe mit Preisvergabe. Zum Deutschen MuVi-Preis kommt der Internationale MuVi-Preis hinzu.

14 Clips aus zwölf Ländern sind in der Auswahl für den ersten Internationalen MuVi-Preis der Kurzfilmtage. Der neue Wettbewerb löst die jährliche Auswahl internationaler Musikvideos ab und bilde das Gegenstück zum Deutschen MuVi-Preis, der in diesem Jahr zum 22. Mal verliehen wird, und für den zwölf Clips ausgewählt wurden.

Damit bewerben sich bei den 67. Kurzfilmtagen insgesamt 26 Clips um Preisgelder in Höhe von insgesamt 7.000 Euro. In beiden Wettbewerben kann zudem das Publikum während des Festivals jeweils einen Favoriten wählen, der dann mit einem Publikumspreis von jeweils 500 Euro ausgezeichnet wird.

Die 14 Arbeiten für den Internationalen MuVi-Preis zeigen laut dem Veranstalterteam, dass die Definition von Musikvideos sich weltweit erweitert habe. Der Deutsche MuVi-Preis habe über die Jahre die Entwicklung weg von der Verkaufshilfe hin zum audiovisuellen Gesamtkunstwerk, in dem Musik und Bild oft aus einer Hand kämen, nachgezeichnet. Der erste Internationale Musikvideo-Preis setze ebenfalls einen Fokus auf diese Entwicklung. In der Auswahl sind Produktionen für Musiklabels - zum Beispiel die iranische Produktion "Station Three" für Quartet Diminished/Hermes Records - ebenso wie Arbeiten aus Kunstkontexten wie die Kollaboration "Did U Cum Yet /I'm Not Gonna Cum" von Blackhaine und William Markarian (Großbritannien). Andere Musikvideos des Wettbewerbs seien hier Vehikel für politische Statements oder für die Ermächtigung von Diversität - oder näherten sich dem Dokumentarfilm an wie bei Alexandra Bouge, die in "Abikou" zur Musik von Joan Bagés ein afrikanisches Voodooritual beobachte.

Seit 1999 werden bei den Kurzfilmtagen deutsche Musikvideoproduktionen für die beste visuelle Umsetzung eines Musikstücks ausgezeichnet, bis 2020 unter dem Namen "MuVi-Preis für das beste deutsche Musikvideo". In diesem Jahr konkurrieren zwölf Musikvideos nun um den Deutschen MuVi-Preis, "von der Postkartencollage bis zum Deepfake Video". So lässt Uwe in "Junge Milliardäre" einen Deepfake-Elon-Musk tanzen und einen eigenen Song singen; Stacie Ant entwirft in Zusammenarbeit mit DJ Hell in "Out of Control" eine surreale Zukunft, "bevölkert von digital vervielfältigten Hells." Oliver Pietsch steuert mit "The Pure and the Damned" für Oneohtrix Point Never eine "Found-Footage-Montage von Szenen, in denen Filmfiguren ihre Wut an Autos auslassen", bei. In der Auswahl sind Animationen wie Christine Gensheimers "The Source of the Absolute Knowledge" für Jaakko Eino Kalevi oder Katarina Duve und Timo Schierhorns Postkartencollage "Mrs. Yamahas Summer Tune "für Richard von der Schulenburg. In der Machart einer Reihe der Clips lasse sich der Einfluss von Corona erkennen, explizit aber in der "ultimativen Corona-Frisur" der Afganischen Windhündin in "Forever Corona" von Kay Otto für Oliver Polak und Erobique.

Die Beiträge beider Wettbewerbe werden vom 1. bis 4. Mai jeweils 48 Stunden lang online gezeigt. Die Preise für den Deutschen MuVi-Preis im Gesamtwert von 3.500 Euro werden vom SAE Institute Bochum gestiftet.

Die Akkreditierung für die 67. Kurzfilmtage ist unter https://kurzfilmtage.filmchief.com/request-accreditation möglich.