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Impala stellt Plan auf, um Streaming besser zu gestalten

Der europäische Indie-Verband Impala hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Reform des Musikstreamings veröffentlicht. Der Plan enthält Forderungen an die Streamingdienste, die Labels und die Politik.

24.03.2021 17:12 • von Jonas Kiß
Will unter anderem eine faire digitale Vergütung für Künstler: der Zehn-Punkte-Plan von Impala (Bild: Impala)

Impala, der europäische Dachverband der Indie-Labels, hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Reform des Musikstreamings veröffentlicht.

Während die EU-Urheberrechtsrichtlinie derzeit auf nationaler Ebene umgesetzt wird, habe die Vermeidung neuer Schlupflöcher oberste Priorität. So fordert der Verband etwa ein Ende der sogenannten "Safe-Harbour-Privilegien", die laut Impala "den Markt verzerren" würden.

"Das Safe-Harbour-Experiment ist an beiden Fronten gescheitert - es muss für immer ad acta gelegt werden", sagt Mark Kitcatt, Geschäftsführer von Everlasting Popstock und Vorsitzender der Streaming-Arbeitsgruppe von Impala: "Die Labels müssen allen Künstlern zeitgemäße digitale Tantiemen zahlen. Und dann können wir Fans und Künstler in den Mittelpunkt eines Plans stellen, der das wahre Potenzial von Streaming für diese Industrie freisetzt."

Auch an die Labels formuliert Impala Forderungen, und bittet sie etwa darum, den Künstlern eine faire, zeitgemäße digitale Vergütung zu zahlen. Dass Künstler mit den Streamingdiensten über eine parallele Vergütung verhandeln, lehnt der Verband hingegen ab.

Eines der Hauptanliegen des Zehn-Punkte-Plans ist eine "Differenzierung der Tarife nach Diensten". So habe man bei Impala mehrere Vorschläge zur Veränderung der Art und Weise, wie Einnahmen generiert und verteilt werden. Der Verband lehnt zum Beispiel eine privilegierte Behandlung in Algorithmen oder anderen Funktionen ab, denn das sei "Schmiergeld". Zudem fordert Impala die Streamingdienste dazu auf, mehr gegen Ad-Blocking und Streaming-Manipulation zu unternehmen.

Die Vorschläge können auch für EU-Länder nützlich sein, die derzeit die Urheberrechtsrichtlinie umsetzen, wie Helen Smith, Executive Chair Impala, betont: "Kurze Clips zum Beispiel auszunehmen, wäre ein riesiger Schritt zurück in die Vergangenheit. Wir hoffen, dass Deutschland und andere zuhören."

Laut Paul Pacifico, CEO der britischen Association of Independent Music (AIM), sei es nun an der Zeit, "Modelle zu entwickeln, die für eine bessere Streaming-Zukunft funktionieren werden". Der Zehn-Punkte-Plan sei hilfreich, um einige der Werkzeuge aufzuzeigen, mit denen man ein "gesünderes Musik-Ökosystem" erreichen könne.