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BMG will mit KKR massiv in Musikrechte investieren

Im Musikbiz sorgten zuletzt Millionen-Deals rund um Hits von Bob Dylan, Neil Young und Shakira für Aufsehen. Bei BMG allerdings, zwischenzeitlich für zahlreiche Zukäufe zuständig, blieb es eher ruhig. Das soll sich nun ändern: Die Bertelsmann-Musiktochter geht eine Kooperation mit KKR ein, die "Transaktionen in jeder Größe" ermöglichen soll.

24.03.2021 12:03 • von
Dürfte dank KKR-Millionen künftig wieder im Poker um Musikrechte mitmischen: BMG-CEO Hartwig Masuch (Bild: Barbara Dietl)

Im internationalen Musikgeschäft sorgten zuletzt millionenschwere Deals rund um Hits von Bob Dylan, Neil Young und Shakira für Aufsehen. Vor allem im Bereich der Publishing-Rechte war ein Millionenpoker zu beobachten.

Bei BMG allerdings, zwischen 2009 und 2017 für zahlreiche Zukäufe zuständig, blieb es abseits von Mick Fleetwood eher ruhig. Das soll sich nun ändern: Dazu geht die Bertelsmann-Musiktochter eine Kooperation mit KKR ein, die "Transaktionen in jeder Größe" ermöglichen soll.

BMG will demnach künftig im internationalen Wettbewerb um Kataloge und Rechte wieder ganz vorn mit dabei sein: Die Kooperationsvereinbarung positioniere BMG und KKR "als den führenden Erwerber von Musikrechten", lassen die neuen Partner wissen: "BMG und KKR können künftig gemeinsam Chancen für Zukäufe von größeren Musikrechtepaketen nutzen", bestätigt denn auch Thomas Rabe, der Vorstandsvorsitzende von Bertelsmann. "Zusammen mit KKR sind wir bestens positioniert, um Rechteeignern attraktive Angebote zu machen."

So kündigen das Musikunternehmen BMG und die global tätige Beteiligungsgesellschaft in der neu belebten Allianz den Erwerb von Label-, Verlags- und anderen Musikrechten an, ohne allerdings bereits konkrete Ziele zu nennen. Man wolle "Künstlerinnen und Künstlern, Songwritern und anderen Inhabern von Musikrechten attraktive Lösungen" bieten, "um deren Musikrechte und Kataloge zu monetarisieren und im Wert zu steigern".

Der Schulterschluss gehe allerdings ohne einen Einstieg von KKR bei BMG oder die Gründung eines Joint Ventures mit der Bertelsmann-Tochter einher.

Bertelsmann hatte bereits in den Gründungsjahren der neuen BMG auf Unterstützung durch KKR gebaut: "Die frühe Partnerschaft mit KKR hat uns ermöglicht, schnell zum ersten neuen, internationalen Musikunternehmen des Streamingzeitalters aufzusteigen, das Künstlerinnen, Künstler und Songwriter mit ebenso fairen wie transparenten Services für das 21. Jahrhundert überzeugt", erinnert BMG-CEO Hartwig Masuch: "Die erneute Zusammenarbeit mit KKR bietet Rechteinhabern nun ein kapitalstarkes, finanziell nachhaltiges Zuhause für ihre Musik-Assets und die Gewissheit, dass ihre Songs und Aufnahmen professionell und respektvoll gemanagt werden."

Auch Rabe erinnerte an die frühere Zusammenarbeit der beiden Firmen: "KKR war nach der Neugründung unserer Musiktochter 2008 schon einmal der ideale Partner und Katalysator", sagte der Bertelsmann-Vorstandschef. Inzwischen habe sich BMG "zu einem der erfolgreichsten Musikunternehmen im Streamingzeitalter und einem der drei globalen Inhaltegeschäfte von Bertelsmann entwickelt." Rabe postuliert: "Nun wollen wir mit KKR die nächste Stufe zünden."

Im Jahr 2008 hatte Bertelsmann Hartwig Masuch mit dem Aufbau neuer Musikaktivitäten beauftragt. 2009 überführten der Medienkonzern und KKR die neu formierte BMG dann in ein Gemeinschaftsunternehmen; die Beteiligungsgesellschaft übernahm damals 51 Prozent der Anteile am Joint Venture. 2013 kaufte Bertelsmann die BMG-Anteile schließlich zurück.

Richard Sarnoff, der vor zehn Jahren von Bertelsmann zu KKR wechselte, und dort als Partner fungiert, lobt derweil das "hochkompetente Team" von BMG: "BMG greift digitale Trends frühzeitig auf und stellt Künstlerinnen und Künstler dabei stets in den Mittelpunkt seines Handelns; damit hat sich das Unternehmen zu einem innovativen Marktführer in der Musikindustrie entwickelt."

Text: Knut Schlinger