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Rockstar Publishing will Möglichkeiten im modernen Musikbiz nutzen

Rockstar Publishing erweitert seine Aktivitäten im Bereich Management und im Künstleraufbau. ­Geschäftsführer Michel Obi, der sich um A&R und Management kümmert, sowie Rico Horber, verant­wortlich fürs Lizenzgeschäft, für Publishing und Partnerships, erläutern im Gespräch mit MusikWoche Gründe und Ziele des Unternehmens, das vom schweizerischen St. Gallen aus international aktiv ist.

18.03.2021 12:44 • von
Bei Rockstar Publishing & Management auf und hinter der Bühne aktiv: Anna Lena, links oben mit ihrer Band AnnA Lux (Bild: AnnA Lux, VD Pictures, Layout MusikWoche)

Rockstar Publishing erweitert seine Aktivitäten im Bereich Management und im Künstleraufbau. ­Geschäftsführer Michel Obi, der sich um A&R und Management kümmert, sowie Rico Horber, verant­wortlich fürs Lizenzgeschäft, für Publishing und Partnerships, erläutern im Gespräch mit MusikWoche Gründe und Ziele des Unternehmens, das vom schweizerischen St. Gallen aus international aktiv ist.

MusikWoche: Wann haben Sie das Unternehmen Rockstar Publishing & Management gegründet?

Michel Obi: Rockstar Publishing gibt es als Verlag schon seit zwölf Jahren, jedoch ist die Idee mit dem Management und dem Artist Development erst später dazugekommen, und die Umsetzung dann Anfang 2020 - quasi passend zur großen Krise. Jedoch arbeiten Rico und ich schon sehr lange gemeinsam im Musikbusiness, wir haben schon früher Bands betreut, mit ihnen produziert, sie unterstützt, auch ohne Firmenbrand.

MusikWoche: Was gab den Anstoß dazu, die Aktivitäten von Rockstar Publishing zu erweitern?

Rico Horber: Wir kommen alle von der Musikerseite und wollten versuchen, es besser zu machen als viele Partner, mit denen wir als Musiker schon zusammengearbeitet haben.

Michel Obi: Wir wollten zum einen Management für fortgeschrittene Künstler anbieten, jedoch auch die Möglichkeit haben, im großen Topf der ganz kleinen Bands die Perlen mit Potenzial herausfischen zu können und dort mit unserem Know-how die Bands auf das nächste Level zu bringen. Natürlich immer mit dem Ziel, diese Bands nach einiger Zeit ins Management nehmen zu können, oder an einen starken Partner weiter zu vermitteln.

MusikWoche: Was ist Ihr Mission Statement bei Rockstar Publishing & Management?

Michel Obi: Ein Auszug aus ­unserer Website bringt es wohl am besten auf den Punkt: Alle sagen, dass das Musikbusiness schwieriger geworden ist, und die »alten Zeiten« vorbei sind. All das stimmt, die Zeit ist ­schnelllebig, und genau deswegen sollte man sich nicht aufhalten lassen, neue Wege zu suchen und zu gehen. Haben noch vor nicht allzu langer Zeit große Plattenfirmen die Acts gesucht, aufgebaut und vermarktet, erwarten diese heute Künstler, die schon etabliert sind und sich eine Fanbase erarbeitet haben. Genau hier kommt Rockstar ­Publishing & Management ins Spiel. Als Partner helfen wir allen Künstlern, ihr eigenes Profil auf­zubauen und zu schärfen, individuell auf jeden einzelnen zugeschnitten, damit diese bereit sind für die große, weite Welt und alleine weiterlaufen können. Denn so schwierig und komplex das moderne Musikbusiness auch geworden ist, so unendlich viele Möglichkeiten birgt es doch für jeden einzelnen Künstler. Gemeinsam als Team können wir alle diese Optionen dann für den Erfolg des Künstlers nutzen.

MusikWoche: Bringen Sie hier auch frühere Erfahrungen aus dem Musikbiz an anderer Stelle mit ein, und wenn ja, welche?

Michel Obi: Das ganze Team hat unglaublich viel Erfahrung im Musikbusiness als Studio- und Livemusiker, als Produzenten, Musiklehrer oder Buchautoren und so weiter. Rico Horber und Anna Lena touren weltweit mit ihren Bands AnnA Lux und Stoneman, Tim Green ist sehr erfolgreich mit Alienare und Quand. Ich selber leite eine Musikschule in der Schweiz, habe Musikmanagement studiert und spiele in verschiedenen Formationen, von Theater über Coverbands oder HipHop bis Metal. Wir sind also keine Quereinsteiger.

MusikWoche: Zielen Sie mit Ihrem Angebot vor allem auf schweizerische Acts, oder denken Sie auch international in Richtung der deutschsprachigen Region und darüber hinaus?

Rico Horber: Viele unserer Künstler sind aus GSA. Aber wir sind offen für alles, was gut ist. Musik kennt keine Grenzen. Wir arbeiten mit Top-Partnern in den USA, Russland oder Japan zusammen.

Michel Obi: Für uns steht weniger die Herkunft, als vielmehr die Qualität der Bands im Vordergrund. Vor allem im Artist Development unterstützen wir Acts mit Potenzial, egal woher sie kommen.

MusikWoche: Management, Künstleraufbau und Verlag bieten Sie selbst an, gibt es darüber hinaus weitere feste Partner, zum Beispiel in den Bereichen Booking, Label oder Digitalvertrieb?

Rico Horber: Wir arbeiten eng mit Kontor New Media und Edel als Vertriebspartner zusammen. Der Verlag ist an Roba angehängt. Natürlich arbeiten wir label- und bookingtechnisch mit einigen Partnern intensiver zusammen, jedoch versuchen wir immer, die beste Lösung für die Bands zu finden, weshalb wir auch immer wieder neue Partner angehen und ins Boot holen.

MusikWoche: Auf Ihrer Homepage führen Sie bereits einige Künstler in den Bereichen Management, Development und Publishing; können Sie hier bereits erste Erfolge verbuchen, wenn ja, welche?

Rico Horber: Über die Jahre - auch schon vor der Firmengründung Rockstar Publishing - haben wir einige Acts national und international in die Charts geführt und als Headliner etabliert.

MusikWoche: Ebenfalls auf der Homepage nennen Sie bislang vier Mitarbeiter. Ist Rockstar Publishing & Management damit bereits fertig aufgestellt, oder wollen Sie noch weiter aufstocken? In welchen Bereichen?

Rico Horber: Die Firma wächst schneller als gedacht. Wir haben sehr viele Anfragen von Bands, die mit uns zusammenarbeiten möchten. Daher werden wir künftig weitere Stellen bilden und ausbauen, vor allem im Bereich Digital Marketing und Booking.

Michel Obi: Mittlerweile wurde das Team sogar schon um eine Person erweitert, die sich vor allem um die Social-Media-Auftritte und Webseiten kümmert. Die Firma wächst, was uns zeigt, dass wir einen Nerv getroffen haben.

MusikWoche: Der schweizerische Musikmarkt scheint für Außenstehende ziemlich auf Zürich konzentriert zu sein, ist St. Gallen für Sie daher ein Standortnachteil, oder gerade eher im Gegenteil ein Vorteil?

Rico Horber: Die Schweiz ist zu klein, um Standortnachteile zu haben. Wir sind eine moderne Firma und jeder arbeitet von dort aus, wo er will...

Michel Obi: Wir betreiben ja auch kein offizielles Büro, Zum Beispiel arbeitet Tim hauptsächlich von Hamburg aus, Rico und Lena sind auf Mallorca wohnhaft. Da wir sozusagen über ganz Europa verstreut sind, haben wir einige Vorteile, da wir jeweils die Leute vor Ort haben, die sich in den entsprechenden Territorien auskennen. Dezentral zu arbeiten, ist unserer Meinung nach sowieso die Zukunft, nicht nur wegen der momentanen Home-Office-Empfehlung.

Text: Knut Schlinger

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