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Charts KW 10: Späte Pole-Premiere für Alice Cooper

Alice Cooper stürmt mit seinem Album "Detroit Stories" auf Platz eins der Offiziellen Deutschen Charts und kann hier mit 73-Jahren seinen ersten Spitzenreiter landen. Nino de Angelo erobert mit "Gesegnet und verflucht" Rang zwei. Bei den Singles holt sich Nathan Evans mit "Wellerman" das Zepter zurück.

05.03.2021 16:12 • von Frank Medwedeff
Erstes Nummer-eins-Album in Deutschland für Alice Cooper: "Detroit Stories" (Bild: earMusic)

Alice Cooper stürmt mit seinem Album "Detroit Stories" direkt auf Platz eins der Top 100 Longplay der Offiziellen Deutschen Charts. Der 73-jährige Schockrock-Altmeister steht hier erstmals in seiner Karriere ganz oben. Seine Chartsspanne in Deutschland beträgt jetzt fast 49 Jahre, wie GfK Entertainment bestätigt: Im Juli 1972 gab er hierzulande seinen Einstand bei den Singles mit dem legendären Hit "School's Out", der es bis auf Rang fünf brachte. Das gleichnamige Album kam in Deutschland damals auf Position drei und blieb Coopers höchstnotierter Longplayer auf dem deutschen Markt - bis zu seinem aktuellen Durchmarsch mit "Detroit Stories", einer Hommage an seine Geburtsstadt, produziert von seinem langjährigen Weggefährten Bob Ezrin.

Alice Cooper erklärt dazu: "Deutschland war schon immer voll mit den treuesten Alice-Cooper-Fans. Wir haben deutsche Fans, die uns in den späten 60er und 70er Jahren entdeckt haben, die immer noch zu allen Shows kommen und immer noch alle Alben kaufen. Sie sind so loyal. Bis zum heutigen Tag sind fast die Hälfte unserer europäischen Shows in Deutschland, und diese Shows gehören immer zu unseren besten. Das zeigt mir, dass das deutsche Publikum liebt, was wir tun, und wir sind mehr als glücklich, weiterhin hierher zu kommen und das zu tun, was wir am besten können. Also, hier ein großes Dankeschön an alle unsere deutschen Fans! Und ich muss mich bei earMusic bedanken, der derzeit besten Plattenfirma der Welt, für all den unermüdlichen Einsatz und die Promotion für diese Platte. Ohne sie wäre unser Erfolg hier nicht möglich gewesen."

Max Vaccaro, General Manager von earMusic, kommentiert: "Einmal mehr schätzen wir uns glücklich über die starke Kombination von guter Musik und der tollen deutschen Rock-Community. Mit Alice Cooper, Bob Ezrin und Shep Gordon zusammenarbeiten zu können, ist wirklich inspirierend. Es war eine Herausforderung, aber sie hat uns viel Spaß gemacht: Promotion aus Alices Wohnzimmer, Videoproduktionen aus der Ferne und die ständige Angst, dass jeden Moment alles schiefgehen kann. Nichts war wie immer, außer eines: Alice' einzigartige Vision von Rockmusik und sein Talent, wie ein Kaleidoskop zu sein: jedes Mal anders, wenn man in es hineinschaut. Ein Alice-Cooper-Album zu arbeiten, erinnert einen einfach immer wieder daran, warum man initial in der Musikindustrie arbeiten wollte. Es ist eine Ehre, eine kleine Rolle bei der Erreichung dieser phänomenalen Chartposition gespielt zu haben."

Alle Top-10-Positionen nehmen in dieser Woche Neueinsteiger ein. Rang zwei sichert sich Nino de Angelo mit "Gesegnet und verflucht" mit dem Rückenwind seines Auftritts in der Fernsehshow "Schlagerchampions - Das große Fest der Besten", die am 27. Februar in der ARD lief.

Die britische Metalcore-Formation Architects sichert sich mit "For Those That Wish To Exist" auf Anhieb Rang drei, und weitere Metal-VÖs folgen auf dem Fuß: Auf Platz vier kommt nach der ersten Verkaufswoche "Omega" von der niederländischen Symphonic-Metal-Gruppe Epica, und auf fünf debütiert die Box "Under The Guillotine" von den deutschen Thrash-Metal-Urgesteinen Kreator.

Rapper Bausa kommt mit "100 Pro" an sechster Stelle an. Auf Platz sieben gelangt ein neu gehobener Archivschatz aus dem Fundus von Neil Young: das Live-Doppelalbum "Way Down In The Rust Bucket" mit Crazy Horse, ein Konzertdokument aus dem Jahre 1990.

Der W katapultiert sich mit seinem Best-Of-Set "Operation Transformation - Zwo Acht - 2020" von null auf acht. An neunter Position debütiert "IIII" von Star-DJ Robin Schulz. Bob Dylans "1970", das neben Outtakes der Aufnahmen zu den Alben "New Morning" und "Self Portrait" eine komplette gemeinsame Session mit George Harrison enthält, steigt auf Rang 10 in die deutschen Longplaycharts ein.

Der nächste neu gelistete Longplayer ist auf Rang zwölf "Escape Of The Phoenix" von der schwedischen Prog-Metal-Truppe Evergrey. Die fränkische Band Empyrium, die mit Black Metal begann und sich später in Richtung Folk bewegte, entert das Terrain auf der 14 mit "Über den Sternen".

Ebenfalls ad hoc in die Top 20 gelangen Toto-Gitarrist Steve Lukather mit seinem Soloalbum "I Found The Sun Again" (16), die Schlagerkids und ihr "Vol. 1" (17), die portugiesischen Dark-Metaller Moonspell mit "Hermitage" (19) sowie Rapper und Sänger Kynda Gray und dessen "Der Teufel auf meiner Schulter sagt es wird alles okay" (20).

Und im ersten Viertel der Charts debütieren auch noch die neuen Alben von Long Distance Calling, "Ghost" (21), und von Roosevelt ("Polydans", Platz 23).

23,1 Prozent Marktanteil in der aktuellen Erhebungswoche reichen Sony Music für die Tabellenspitze im Vertriebsranking im Albumsegment. Warner Music kommt auf 20,4 Prozent und verweist Universal Music (17,1 Prozent) auf Rang drei. Die Top 5 vollständig machen Believe/GoodToGo (15,9 Prozent) sowie Kontor/Edel (11,2 Prozent).

In den Top 100 Singles holt sich Nathan Evans mit seinem Seemannslied-Phänomen "Wellerman" die Tabellenführung zurück und verdrängt die Vorwochensieger Bausa & Apache 207 mit "Madonna" an die zweite Stelle. Höchster Neuzugang der Woche ist hier auf Position drei "Keiner kann mich ficken" von der 187 Strassenbande & Gzuz.

Somit gehen Kasimir1441 & badmómzjay mit "Ohne Dich" (von drei auf vier) und Tiëstos aktueller Hit "The Business" (von vier auf fünf) jeweils um eine Rangstufe nach unten.

Die Broilers halten mit "Gib das Schiff nicht auf" Einzug auf Rang elf und stellen damit den zweithöchsten Neuzugang der Woche.

Universal Music (37,1 Prozent Wochenanteil) hat hier das Sagen in der Distributorenwertung - vor Warner Music (30,2 Prozent), Sony Music (23,9 Prozent), Believe/GoodToGo (3,6 Prozent) und Kontor/Edel (2,5 Prozent).

Die "Bravo Hits 112" schwingen sich in den Top 30 Compilations von null auf eins und schieben die "Schlagerchampions 2021" nach fünfwöchiger Dominanz an die zweite Stelle. "Future Trance Vol. 95" debütiert auf dem dritten Rang, und mit "Toggo Music 57" auf vier schafft es noch ein Neueinsteiger ins Vorderfeld.

Sony Music beherrscht hier in dieser Woche das Vertriebsfirmenranking mittels 79,2 Prozent Marktanteil nach Belieben. Universal Music belegt Platz zwei (16,1 Prozent) vor Warner Music (3,3 Prozent) und Kontor/Edel (1,4 Prozent).