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Forum Veranstaltungswirtschaft resümiert erfolgreiche Lobbyarbeit

Nach einem Corona-Krisenjahr ziehen die im Forum Veranstaltungswirtschaft gemeinsam für die Interessen der Livebranche agierenden Verbände ein positives Fazit der Ergebnisse ihrer politischen Lobbyarbeit. Man habe für den gesamten Wirtschaftsbereich "Beachtliches" erreicht, auch wenn es noch "schwierige Baustellen" gebe.

05.03.2021 15:00 • von Frank Medwedeff
Zufrieden, dass die Anstrengungen des Forums in vielen Punkten gefruchtet haben: BDKV-Präsident Jens Michow (Bild: Klaus Westermann)

Die Wirtschaftsverbände des Forums Veranstaltungswirtschaft haben "in den vergangenen Monaten immer wieder die Defizite der aktuellen Förderprogramme des Bundes aufgezeigt und darüber berichtet, welche Anstrengungen sie unternehmen, um die Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Fortexistenz ihrer über zweitausend Mitglieds-unternehmen so optimal wie möglich zu gestalten". Über die Ergebnisse ihrer Arbeit habe das Forum allerdings nur zurückhaltend berichtet. Nach nunmehr einem vollen Krisenjahr ziehen die Verbände nun eine umfassende Bilanz.

"Soforthilfe, Überbrückungshilfen I, II und III, November- und Dezemberhilfe, Neustarthilfe, Neustart Kultur - seit Beginn der Krise gab es fast monatlich neue Herausforderungen für uns", beschreibt Timo Feuerbach, Geschäftsführer des Europäischen Verbands der Veranstaltungs-Centren (EVVC), die Arbeit des Forums. "Keines dieser Programme war auf unseren sehr vielschichtigen aber dennoch so eng miteinander verzahnten Wirtschaftsbereich ausgerichtet."

In den ersten Monaten der Krise sei daher viel Informationsarbeit erforderlich gewesen.

Jens Michow, Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), erklärt: "Hätten die Verbände nicht so energisch an allen Ecken und Kanten Nachbesserungen eingefordert und Änderungs- und Ergänzungsvorschläge durchgesetzt, wäre die Situation des gesamten Wirtschaftszweigs weitaus verzweifelter, als es ohnehin schon der Fall ist. So hätte es zum Beispiel die Antragsberechtigung von Dienstleister:innen, die lediglich mittelbar durch den Lockdown betroffen waren, ohne die Verbände des Forums Veranstaltungswirtschaft nicht gegeben. Das hat Tausenden von Unternehmern:innen das wirtschaftliche Überleben gerettet."

Die im Forum vereint agierenden Verbände BDKV, EVVC, ISDV, LiveKomm und VPLT haben laut ihrem Zwischenfazit "nicht nur für ihre Mitglieder, sondern für den gesamten Wirtschaftsbereich Beachtliches erreicht".

"Die Erhöhung des EU-Beihilferahmens auf insgesamt zwölf Millionen Euro geht auf unsere Initiative zurück" berichtet Marcus Pohl, Vorsitzender der Interessengemeinschaft der selbständigen Dienstleister:innen der Veranstaltungswirtschaft (ISDV). "Das Kurzarbeitergeld ist nach unserem steten Drängen erhöht und verlängert worden. Während ursprünglich Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro keine Hilfen beantragen konnten, wurde die Schwelle auf 750 Millionen angehoben und ist soeben auf Betreiben der Verbände endlich gänzlich entfallen."

Timo Feuerbach ergänzt: "Wäre uns das nicht gelungen, hätten viele Unternehmen unserer Branche, die zu einem größeren Unternehmensverbund gehören, keinen Cent Hilfe erhalten."

Auch die Höhe der monatlichen Fördergrenze der Überbrückungshilfe sei aufgrund der Beharrlichkeit des Forums Veranstaltungswirtschaft von 50.000 auf 1,5 Millionen Euro er-höht und die Antragsberechtigung bei der Überbrückungshilfe III auf Umsatzeinbrüche von lediglich 30 Prozent reduziert worden. "Dies hat tausenden Unternehmen die Antragstellung überhaupt erst ermöglicht", betont Linda Residovic, Geschäftsführerin des Verbands für Medien und Veranstaltungstechnik, dem VPLT.

Auch die Erhöhung der Abschlagzahlungen auf 100.000 Euro hätte es ohne die Anstrengungen der Verbände nicht gegeben, wie das Forum bekräftigt.

Iim Kulturbereich habe man ebenfalls viel erreicht: "Ohne die von uns erstrittene Gutscheinregelung hätten zahlreiche Unternehmen der Konzertbranche bereits Mitte des vergangenen Jahre Insolvenz anmelden müssen" sagt BDKV-Präsident Michow. "Und über das Neustart-Kultur-Förderprogramm für die Konzert- und Festival-Veranstalter hat die Branche immerhin rund 55 Millionen Euro Fördermittel erhalten."

Axel Ballreich, erster Vorsitzender der LiveKomm, des Verband der Musikspielstätten in Deutschland, ergänzt: "Für die Musikclubs sowie kleine und mittlere Festivals konnten wir eine Förderung in Höhe weiterer 33 Millionen Euro aushandeln."

Stolz sind die Verbände auch, dass es gelungen sei, für die gesamte Veranstaltungsbranche die Förderung von Ausfall- und Vorbereitungskosten zu erkämpfen. Und auch den in Planung befindlichen Ausfallfonds und Wirtschaftlichkeitsbonus für Kulturveranstaltungen, durch den zukünftig pandemiebedingte Ausfallrisiken abgedeckt werden sollen, habe das Forum angestoßen. Hier ringe man nun darum, dass der Fonds nicht nur für die Kulturwirtschaft, sondern den ganzen Wirtschaftsbereich eingerichtet werde.

Schließlich arbeiten die Verbände nach eigener Aussage "mit Nachdruck" daran, dass auch die Veranstaltungswirtschaft endlich eine Öffnungsperspektive erhalte. Dazu habe man dem Bundeswirtschaftsminister und dem Bundeskanzleramt das von ihnen erarbeitete "Manifest Restart" vorgelegt.

"Es geht uns nicht darum, einen Wettbewerb des besten Konzeptes zu gewinnen" sagt Linda Residovic, "aber unser Manifest ist, soweit ich sehen kann, das einzige Konzept, welches die Öffnung nicht nur von den Inzidenzwerten abhängig macht, sondern auf die konkreten Gegebenheiten, die Veranstaltungsart und das konkrete Schutzkonzept abstimmt. Wenn wir gewährleisten, dass jede:r Veranstaltungsteilnehmer:in getestet wird, ist der Infektionsschutz der Besucher auch unabhängig von Inzidenzzahlen gewährleistet."

Das Forum wisse, dass es noch "diverse schwierige Baustellen" gebe. "Aber viele Probleme wurden weggeräumt, zahlreiche Ecken und Kanten geschliffen und weitgehend passgenau gestaltet." Dennoch rissen die Herausforderungen nicht ab. "Die Verbände des Forums Veranstaltungswirtschaft werden weiter kämpfen - für die Interessen ihrer Mitglieder und des gesamten Wirtschaftszweigs", so ihr Versprechen.