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Stephan Thanscheidt hält Sommerfestivals für "unrealistisch"

Bei einem ILMC-Panel sagte Stephan Thanscheidt, CEO FKP Scorpio, die von ihm veranstalteten Open Airs 2021 zwar noch nicht ab, erklärte aber, dass niemand damit rechne, dass vor allem die Festivals im Juni oder Juli über die Bühne gehen können.

05.03.2021 13:39 • von Dietmar Schwenger
Sieht kaum noch eine Chance für Festivals 2021: Stephan Thanscheidt bei einem ILMC-Panel (Bild: Screenshot, ILMC)

Bei einem ILMC-Panel am 5. März 2021 sagte Stephan Thanscheidt, CEO FKP Scorpio, die von ihm veranstalteten Open Airs 2021 zwar noch nicht ab, erklärte aber, dass niemand damit rechne, dass vor allem die Festivals im Juni oder Juli über die Bühne gehen können. Die Absagen der entsprechenden Festivals werden wohl in den nächsten Wochen erfolgen. "Ich sehe nicht, dass in Kontinentaleuropa 2021 Festivals stattfinden können, das ist kein Geheimnis."

Zwar könnten möglicherweise im Herbst Tourneen mit reduzierter Kapazität ausgerichtet werden, aber da in Deutschland die Durchimpfung erst im Oktober oder November 2021 abgeschlossen sei, "möglicherweise sogar erst später", bleibt Thanscheidt skeptisch. Zudem würden die Fans derzeit auch keine Tickets für die Festivalsaison 2021 kaufen.

"Insgesamt sind wir nicht allzu positiv, man kann die Lage hier nicht mit der aktuellen in Großbritannien vergleichen. Im vergangenen Jahr sah die Lage für 2021 noch besser aus", räumt der FKP-Manager ein. Andererseits würden sich die Corona-Regeln jeden Tag verändern, man müsse noch warten und sehen, wie sich alles entwickele. Mit Abstandsregeln oder einem Alkoholverbot wären große Festivals kaum machbar. Und nur mit nationalen Acts würde man den Marken "Hurricane" oder "Southside" nicht gerecht.

Auch einzelne Shows mit reduzierter Kapazität, die 2020 stattgefunden haben, hätten gezeigt, dass diese wirtschaftlich nicht tragfähig seien. "Oft haben diese sogar größere Probleme hervorgerufen", so Thanscheidt in der von Beatrice Stirnimann von der Schweizer Baloise Session souverän moderierten Runde. Er habe auch keinen Plan B für 2021, stattdessen spreche er bereits mit Agenten, um das Line-up, das von 2020 auf 2021 verschoben wurde, nun noch einmal nach 2022 zu verlegen.

Positiv nehme Thanscheidt aber aus der Corona-Zeit mit, dass die Branche so eng zusammegerückt sei wie niemals zuvor. Es gebe nun wöchentlich Gespräche auch mit Mitbewerbern, um das gemeinsame Vorgehen abzusprechen. "Dabei sind sogar Freudnschaften entstanden."