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Universal Music steuert mit Zuwächsen auf Börsenkurs

Die Universal Music Group hat das Jahr 2020 mit einem Umsatzplus im prozentual einstelligen Bereich abgeschlossen, beim Vorsteuergewinn ging es gar zweistellig bergauf. Vivendi-CEO Arnaud de Puyfontaine sprach von einem "dynamischen Wachstum" trotz der beinahe beispiellosen Corona-Pandemie.

03.03.2021 19:44 • von
Dynamische Kurve: die Umsätze aus dem Streaming wuchsen in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich fast 27 Prozent und steuern inzwischen mehr als die Hälfte zu den Umsätzen der Univerdsal Music Group bei (Bild: Vivendi-Präsentation, Screenshot)

Die Universal Music Group hat das Jahr 2020 mit einem Umsatzplus im prozentual einstelligen Bereich abgeschlossen, beim Vorsteuergewinn ging es gar zweistellig bergauf. Das zeigt die Jahresbilanz, die der Vivendi-Mutterkonzern am 3. März 2021 nach Börsenschluss in Paris präsentierte.

Demnach erzielte die Musiktochter von Anfang Januar bis Ende Dezember 2020 Einnahmen in Höhe von 7,432 Milliarden Euro, was laut Vivendi, bereinigt um Währungseffekte, einem Plus von 4.7 Prozent entspricht.

Die EBITDA-Gewinne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchsen um 19 Prozent auf 1,487 Milliarden Euro. Beim EBITA ging es um 20,1 Prozent rauf auf 1,329 Milliarden Euro.

Vivendi-CEO Arnaud de Puyfontaine sprach denn auch bei einer Onlinerunde von einem "fortgeführten, dynamischen Wachstum" - trotz der beinahe beispiellosen Corona-Pandemie - das vom Streaming und hier vor allem von Abonnements getrieben worden sei.

Zudem bestätigte die Vivendi-Konzernspitze ihre Börsenpläne für die Musiktochter. Nach dem bereits abgeschlossenen Verkauf von zusammen 20 Prozent von Universal Music an ein Tencent-Konsortium sollen noch im laufenden Jahr weitere 60 Prozent der Anteile in Form einer Sonderausschüttung an bestehende Vivendi-Aktionäre gehen. Die für diese Dividende ausgegebenen Aktien sollen dann über die Euronext in Amsterdam gehandelt werden.

Zurück zu den Zahlen trug die Recorded-Music-Sparte zur Jahresbilanz bei Einnahmen in Höhe von 5,967 Milliarden Euro ein Plus von 6,7 Prozent bei. Die Streamingeinnahmen in diesem Bereich wuchsen im Vorjahresvergleich um 16,2 Prozent auf 3,833 Milliarden Euro, was Einbußen um rund sechs Prozent im physischen Geschäft sowie um weitere 3,6 Prozent bei den Downloads mehr als ausgleichen konnte.

Im Verlagsbereich bei Universal Music Publishing ging es um 14,4 Prozent auf 1,186 Milliarden Euro aufwärts.

Allerdings gab das Merch- und Fanartikelgeschäft angesichts coronabedingt ausbleibender Konzert- oder Festivalverkäufe um fast 40 Prozent nach und erwirtschaftete noch 292 Millionen Euro.

Im Gesamtjahr entfielen damit 52 Prozent der konzernweiten Einnahmen der Universal Music Group aufs Streaming und rund fünf Prozent auf andere digitale Umsatzquellen, aber immerhin 13 Prozent aufs physische Musikgeschäft, und auch der Verlagsbereich steuerte 16 Prozent zu den Umsätze der Universal Music Group bei.

Wie dynamisch sich das Streaming entwickelt, zeigt auch der Fünfjahresvergleich: Lagen die Einnahmen hier im Jahr 2016 noch bei 1,483 Milliarden Euro, so waren es nun inzwischen 3,833 Milliarden Euro, was laut Vivendi-Berechnungen einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 26,8 Prozent entspricht.

Als Bestseller des Jahres 2020 listet Universal Music schließlich The Weeknd, Billie Eilish und Post Malone auf, sowie Lil Baby und Pop Smoke.

Text: Knut Schlinger