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Midem analysiert Livestreaming und virtuelle Konzerte

In einem exklusiven, 46-seitigem Papier untersucht die Midem in Zusammenarbeit mit der Firma Thelynk aktuelle Trends und künftige Entwicklungen bei Livestreaming und virtuellen Konzerten. Im Rahmen der Studie haben die Verfasser auch mit dem BVMI-Vorstandsvorsitzenden Florian Drücke gesprochen.

25.02.2021 13:18 • von Dietmar Schwenger
Sieht eine größere Rolle von Livestreaming: eine neue Midem-Studie (Bild: Midem)

In einem exklusiven, 46-seitigem Papier untersucht die Midem in Zusammenarbeit mit der Firma Thelynk aktuelle Trends und künftige Entwicklungen bei Livestreaming und virtuellen Konzerten. Man habe dafür Daten ausgewertet und sich mit Künstlern sowie Branchenrepräsentanten unterhalten, heißt es aus Cannes.

Den Verfassern der Untersuchung sei es wichtig, die Entwicklung auch jenseits der aktuellen, unsicheren Lage zu betrachten. So habe man einen Blick voraus gewagt in eine Ära, in der Livestreaming ein fester Teil der Live-Infrastruktur sein werde. Die Diskussion rund um das Thema will die Midem dann bei der kommenden Ausgabe beim Midem Live Summit und der Live Music Experiences Session im Rahmen von Midemlab fortsetzen.

"Als Teil unser kontinuierlichen Verpflichtung, die weitweite Musikgemeinde zu unterstützen, wollten wir die Ergebnisse unserer Untersuchung zur Zukunft von Livestreaming und virtuellen Konzerten als wichtiger Teil der Musikwirtschaft teilen". sagt Midem Director Alexandre Deniot. "Mit der Forschung wollen wir einem breiten Publikum wichtige Einblicke in die jüngsten Entwicklungen geben - was funktioniert und was auch nach 2021 funktionieren wird."

Im Rahmen der Studie haben die Verfasser auch mit dem BVMI-Vorstandsvorsitzenden Florian Drücke gesprochen, der neben lizenzrechtlichen Fragen auch darüber spricht, dass die Labels in einer sehr guten Ausgangsposition seien, um interessante Aspekte beim Livestreaming mitzuentwickeln. "Wegen ihrer riesigen Erfahrung in der Digitalwirtschaft sind die Labels in einer hervorragenden Lage, diese und kommende Entwicklungen zu begrüßen - ganz unabhängig von der Pandemie."

Zu den konrketen Ergebnissen der Studie gehört die Feststellung, dass Streamingkonzerte zunehmend auch über kluge Fernseher und andere Heimsysteme geschaut würden. Auch die Rolle von Computerspielen als Teil einer virtuellen Musikerfahrung werde wichtiger. Insgesamt sei der Wirtschaftsbereich, der sich um Livestreaming kümmert, im Jahr 2020 um 91,8 Prozent gewachsen, zugleich habe sich die Anzahl der Fans, die virtuelle Shows schauen, von 30 auf 73 Prozent erhöht. Und der Prozentsatz, der bereit ist, dafür zu zahlen, sei von 60 auf 80 Prozent gestiegen.

Das Papier nennt auch Zahlen von verschiedenen Anbietern von Streamingkonzerten. So habe Driift seit Juni 2020 nunmehr 15 Shows übertragen und dafür gut 400.000 Tickets verkauft. Fantracks blickt derweil auf zwei Livestreams und drei Liveaufnahmen zurück, was 475.000 Zuschauer verfolgt hätten. Zu den 5000 Livestreams von Dice zählte auch ein Konzert von Laura Marling mit 100.000 verkauften Tickets.

Nun komme es darauf an, neue Formate zu produzieren, bei der die Interaktion zwischen Künstler und Publikum eine größere Rolle spiele. Auch Mischformen aus echten Liveerlebnissen und virtuellen Erfahrungen würden künftig wichtiger, glauben die Verfasser der Studie.

Die komplette Studie ist hier abrufbar.