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Spotify will in 80 neue Märkte und ins HiFi-Geschäft

Spotify lud am 22. Februar zur Leistungsshow: Unter dem Motto "Stream On" feuerten CEO Daniel Ek und sein Team ein rund 100 minütiges Feuerwerk ab, das Entwicklungen der vergangenen Jahre mit anstehenden Neuerungen kurzschloss. Zentrale Ankündigung: Spotify will binnen weniger Tage in mehr als 80 neuen Märkten ans Netz gehen. Auch ein HiFi-Angebot soll kommen.

22.02.2021 19:34 • von
Will Spotify in mehr als 80 neuen Märkten starten: CEO Daniel Ek bei der "Stream On"-Präsentation des Streamingdienstes (Bild: youtube.com, Screenshot)

Spotify lud am 22. Februar 2021 zu einer großen Leistungsshow: Unter dem Motto "Stream On" feuerten CEO Daniel Ek und sein Team über eine vorbereitete Videopräsentation mit Einspielern aus aller Welt ein rund 100 minütiges Feuerwerk ab, das Entwicklungen der vergangenen Jahre mit anstehenden Neuerungen kurzschloss.

Zentrale Ankündigung: Man werde den "Footprint" von Spotify signifikant erweitern, wie Daniel Ek schon zu Beginn sagte. Im Rahmen der Präsentation bestätigte dann Alex Norström als Chief Freemium Business Officer, dass Spotify binnen weniger Tage weltweit in mehr als 80 neuen Märkten ans Netz gehen wolle. Damit schraube man die potenzielle Reichweite des Streamingdienstes um mehr als eine Milliarde Menschen nach oben. Unter anderem sollen dann Nigeria, Bangladesch und Pakistan neu auf die Spotify-Landkarte kommen. Parallel mache man Spotify in 36 neuen Sprachen verfügbar und könne dann weltweit Menschen in mehr als 60 Sprachen direkt erreichen.

Auch ein HiFi-Angebot soll kommen: "Später im Laufe des Jahres", wie Jeremy Erlich als Global Co-Head of Music von Spotify ankündigte. Im Hi-Res-Bereich hatten Mitbewerber wie Amazon oder Deezer allerdings längst vorgelegt.

Bereits zu Beginn der Runde hatte Daniel Ek zudem eine Zwischenbilanz gezogen, wie man bei Spotify binnen weniger Jahre von zunächst wenigen Tausend Hörern auf zuletzt 345 Millionen aktive Nutzer gekommen sei, was er als Beleg für eine "Audio Renaissance" wertete. Bis 2025, so stellte Ek in Aussicht, wolle man 50 Millionen "Creators" auf Spotify vereinen, wobei dieses "Creators" Musiker und Bands unter einen Hut mit Podcast-Machern bringt.

Mit dem Verweis auf eine Summe in Höhe von fünf Milliarden Dollar, die Spotify allein 2020 an die Rechteinhaber ausgeschüttet habe, warb Ek außerdem für etwas, was er die "Mission" des Unternehmens nannte: Man wolle sicherstellen, dass Audioproduktionen auch weiterhin ein Beruf sein können und nicht bloß ein Hobby.

Ein Teil des Wachstums, auch das machte die Präsentation klar, kommt aus dem Podcasting. Hier sei die Zahl der verfügbaren Shows in den vergangenen drei Jahren um 1500 Prozent explodiert. Bei Spotify will man passend dazu den Produzenten von Podcasts teils neue oder verbesserte Tools für die Erstellung und Vermarktung ihrer Shows an die Hand geben, aber auch Nutzern den Zugang erleichtern, zum Beispiel durch eine Suche nach thematischen Vorlieben, die Sendungen etwa übers Kochen finden soll, auch wenn das Wort selbst nicht im Titel vorkommt.

Text: Knut Schlinger