Livebiz

Neues Konzept zur schrittweisen Rückkehr von Zuschauern

Wissenschaftler, Experten sowie 40 Kultur- und Sportinstitutionen stellen mit einem neuen Strategiepapier einen branchenübergreifenden, datenbasierten Ansatz zur Diskussion um angemessene Wege aus dem Lockdown vor.

22.02.2021 13:08 • von Dietmar Schwenger
Könnte mit einem neuem Ansatz bald wieder Veranstaltungen anbieten: die Max-Schmeling- Halle in Berlin (Bild: Fotostudio M2 Ulrich Moeres)

20 Wissenschaftler und Experten verschiedener Fachrichtungen sowie 40 Kultur- und Sportinstitutionen stellen mit einem neuen Strategiepapier einen branchenübergreifenden, datenbasierten Ansatz zur Diskussion um angemessene Wege aus dem Lockdown vor. Nach dem Restart-Konzept des Forum Veranstaltungswirtschaft und einem ähnlichen Papier der Europäischen Gesellschaft für Hygieneschutz und Veranstaltungssicherheit, dem Research Institute For Exhibition And Live-Communication und der Messe Frankfurt ist das neue Konzept bereits der dritte Vorschlag binnen zwei Wochen, wie die Livebranche einen Neustart umsetzen kann.

Das neue Papier schlägt nun ein Basiskonzept vor, das zunächst eine Nutzung von 25 bis 40 Prozent der Gesamtkapazität an den Veranstaltungsorten ermöglichen sollen, wobei weitere Maßnahmen wie fachärztliche Hygienekonzepte und Teststrategien auch mehr Zuschauer zulassen könnten. Der Ansatz, stellt verschiedene Modelle sowohl für Indoor- als auch für Outdoor-Veranstaltungen vor.

Zu der Restart-Strategie gehören unter anderem die Erstellung eines Hygiene- und Infektionsschutzkonzepts, die Einhaltung der allgemeinen Abstandsregeln, personenbezogene Tickets zum Kontaktmanagement, eine durchgehende Maskenpflicht, ein Ausschankverbot von alkoholischen Getränken bei Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern sowie ein dezidiertes Konzept zur An- und Abreise der Zuschauer.

Sowohl für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen als auch für Freiluftveranstaltungen sieht das Basiskonzept zudem bestimmte Sitzplatzschemata vor, die die Einhaltung der Mindestabstände gewährleisten sollen. "Das Basiskonzept kann mit vertretbarem Aufwand und mit begrenzten finanziellen Ressourcen von jeder Spielstätte bei der Entwicklung eines Hygienekonzeptes umgesetzt werden. Das könnte insbesondere auch kleineren Einrichtungen in Kultur und Sport einen pragmatischen Weg zurück in einen geregelten Vorstellungs- und Spielbetrieb ermöglichen", teilen die Verfasser des Papiers mit.

An Indoor-Veranstaltungsorten mit großen Räumen und moderner Lüftungstechnik sowie ebenso bei Outdoor-Veranstaltungen sei - über das Basiskonzept hinaus - auch eine höhere Zuschauerzahl machbar. Für eine weitere Erhöhung der Auslastung empfehlen die Autoren ein fachärztliches Hygienekonzept als einheitlichen Standard.

Zudem enthält das Konzept auch ein "Maximalmodell", das eine Teststrategie zur Bedingung hat. Auf Basis neuer Diagnostikmöglichkeiten soll so die Erweiterung der Zugangsmöglichkeit zu Veranstaltungen umgesetzt werden - bis hin zu einer möglichen Vollauslastung von Opern, Konzerten und Sportereignissen. Zu diesem Zweck könnte die Kultur- und Sportbranche den Gästen einen Antigen-Test am Veranstaltungsort zur Verfügung stellen sowie digitale Portale zur Unterstützung des Kontaktmanagements fördern.

Zu den Spielsätten, die das Konzept unterstützen gehören die Verti Music Hall, die Quarterback Immobilien Arena, die Mercedes-Benz Arena, die Barclaycard Arena, die Max-Schmeling-Halle, der Olympiapark München , die Lanxess Arena und die SAP Arena.