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Studie rechnet mit 30 Milliarden Euro Corona-Verlusten

Eine unter dem Namen "Betroffenheit der Kultur- und Kreativwirtschaft von der Corona-Pandemie" von der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung und dem Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes veröffentlichte Studie befürchtet für 2021 Umsatzverluste in Höhe von gut 30 Milliarden Euro.

19.02.2021 16:56 • von Dietmar Schwenger
Sagt auch für 2021 harte Umsatzverluste voraus: eine neue Studie (Bild: Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft)

Eine unter dem Namen "Betroffenheit der Kultur- und Kreativwirtschaft von der Corona-Pandemie" von der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung und dem Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes veröffentlichte Studie befürchtet für 2021 Umsatzverluste in Höhe von gut 30 Milliarden Euro.

In einigen Sektoren geht die Untersuchung von Umsatzrückgängen von bis zu 69 Prozent aus, heißt in dem Papier, das ab dem 19. Februar online bereitsteht. Für die Musikwirtschaft sagt die Studie ein Minus von 59 Prozent voraus.

Abhängig von verschiedenen Wiederöffnungsszenarien beziffert die Studie die Umsatzverluste für 2021 mit zwischen 11,5 und 31,8 Milliarden Euro, wodurch sich die Rückgänge auf einem ähnlichen hohen Niveau wie 2020 bewegen. 2020 habe das Minus 22,4 Milliarden Euro betragen. Die tatsächliche Höhe der Umsatzverluste berechnet sich dabei, ob der Lockdown nur bis Anfang März oder Ende dauert oder ob er gar nach vorübergehender Öffnung im April zurückkehren wird.

"Die Ergebnisse zeigen, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) auch 2021 weiterhin besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen sein und damit länger als andere Branchen brauchen wird, um aus der Krise herauszukommen", urteilen die Verfasser der Studie. "Selbst bei einer positiveren Entwicklung im mittleren Szenario fällt die KKW auf ein Umsatzniveau von 2015 zurück und hätte damit sechs Jahre wirtschaftliche Entwicklung verloren."

Die Untersuchung weist auch darauf hin, dass für einen Großteil von Beschäftigungsgruppen in der KKW wie Soloselbständigen oder Minnijobbern die zum Teil massiven Umsatzeinbußen weitreichende Konsequenzen für die Sicherung des persönlichen Lebensunterhalts hätten. "Die Umsatzeinbußen werden somit schnell existenzbedrohend. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Post-Corona-Phase durch unterschiedlich gelagerte Problemstellungen und Herausforderungen begleitet wird, die die wirtschaftliche Erholung der Branche maßgeblich bestimmen."

Zugleich hat die Studie herausgefunden, dass "die Wertschätzung hochwertigen Contents im Digitalen immens zugenommen" habe. So würden für Akteure der KKW durch die Corona-Pandemie neue Wachstumsmärkte entstehen. "Neben dem Digitalgeschäft, das weiterhin großes Wachstumspotenzial aufweist, stellen der Bildungs-, Gesundheits- und Tourismussektor relevante Wachstumsmärkte für cross-sektorale Kooperationen dar. Weiterhin ergeben sich durch die Verstätigung und Weiterentwicklung von Remote Work Effizienzgewinne in der überregionalen Branchenvernetzung, Fachkräfterekrutierung, Kollaboration sowie zur Auftraggeberseite."

Das vergangene Jahr habe darüber hinaus gezeigt, dass viele Solo-Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen der KKW trotz schwieriger Bedingungen mit ihrer Wandlungsfähigkeit schnell neue Lösungsansätze entwickelten konnten. Die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft seien Transformations-Ermöglicher, die die gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Zukunftsfragen mit ihrer anwendungsorientierten Expertise begleiten könnten, formuliert man in Berlin.