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Österreich hält 42 von Viagogos Geschäftsbedingungen für illegal

Der österreichische Oberste Gerichtshof hat entschieden, dass 42 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Viagogo für Ticketkäufer wie auch - verkäufer illegal seien.

19.02.2021 16:16 • von Dietmar Schwenger
Hat in Österreich eine Niederlage vor Gericht erlitten: Viagogo (Bild: Screenshot, Viagogo)

Der österreichische Oberste Gerichtshof (OGH) hat entschieden, dass 42 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Viagogo für Ticketkäufer wie auch - verkäufer illegal seien. Der umstrittene Zweitmarkthändler muss nun die angemahnten Punkte so ändern, dass sie für österreichische Kunden auf den Websites www.viagogo.com und www.viagogo.at nicht mehr gelten.

Zu den 42 Geschäftsbedingungen, die der OGH für ungültig erklärt hat, gehört etwa der Punkt, dass Ticketkäufe nicht erstattet werden dürfen, wenn die Transaktion erst einmal abgeschlossen ist, etwa wenn ein Konzert ausfällt oder verschoben wird. Auch dass die Entscheidung bei Viagogo liegt, ob ein Käufer bei Eventabsage ein Ersatzticket oder den Kaufpreis erstattet bekommt, gilt in Österreich künftig nicht mehr. Zugleih darf ein Ticketverkäufer nicht mehr den Sitzplatz, so wie er angeboten wird, verändern.

Und dank des Urteils können Ticketkäufer nun eine Wiedererstattung des Kaufpreises einfordern, unabhängig davon, ob sie Schuld daran hatten, dass ein gekauftes Ticket dreimal nicht zugestellt werden konnte und zurück an Viagogo ging. Wichtig sind auch der gekippte Absatz, der bislang die Haftung für Viagogo ausschließen oder reduzieren sollte, und die bislang gültige Regelung, dass Schweizer Gesetze für den Ticketkauf auf der österreichischen Website gelten. Nun können geprellte Viagogo-Kunden das Unternehmen vor einem österreichischen Gericht verklagen.

"Für eine Plattform, die vorgibt, ihren Fans zu dienen, ist der Grad an Schutz der Käufer, schockierend", sagt Katie O'Leary, Campaign Lead bei der Initiative Face-Value European Alliance For Ticketing (FEAT). "Wir begrüßen die Entscheidung des OGH und hoffen, dass sie andere Länder dazu ermutigt scherzustellen, dass auch die dortigen Kunden genauso geschützt sind."