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Universal Music stellt Virgin als Dienstleistungsparte neu auf

Die Universal Music Group startet die Virgin Music Label & Artist Services und stellt damit die bislang als Caroline firmierende Dienstleistungssparte neu auf. In Berlin leitet weiterhin Tina Adams die Geschicke im Services-Bereich. Das hierzulande als Virgin Records aktive Label soll von den Änderungen unberührt bleiben.

19.02.2021 10:15 • von
Leiten die Aktivitäten der Virgin Music Label & Artist Services auf internationaler Basis (oben, von links): Tina Adams, Vanessa Higgins, Jacqueline Saturn und Hirokazu Tanaka sowie (unten, von links) Thomas Lorain, Jim Chancellor, Víctor González und Michael Roe (Bild: Universal Music)

Der Trend geht mehr und mehr zu Labelservices, wie MusikWoche bereits vor Jahresfrist feststellen konnte. Und dieser Trend hält offenbar weiter an, wie zuletzt die angekündigte Übernahme der AWAL-Sparte von Kobalt durch Sony Music zeigte, und nun auch die Neupositionierung von Virgin.

Denn die Universal Music Group (UMG) gab am 18. Februar 2021 den Start der Virgin Music Label & Artist Services auf internationaler Basis bekannt. Damit stellt der weltweite Marktführer im Geschäft mit Recorded Music seine bislang unter dem Namen Caroline International firmierende Dienstleistungssparte neu auf, und haucht zugleich der beinahe legendären Virgin-Marke neues Leben ein.

In Berlin leitet weiterhin Tina Adams als Label Manager die Geschicke im Dienstleistungsbereich für Deutschland und "weitere Märkte" in der Region Central Europe, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt. Adams kam im Herbst 2013 zur Universal-Music-Tochter Caroline. Die bisherigen Caroline-Aktivitäten würden dabei unter dem neuen Dach zusammengeführt und ausgeweitet. Tina Adams berichtet auch in ihrer neuen Rolle an Frank Briegmann, Chairman & CEO Universal Music Central Europe und Deutsche Grammophon.

Das hierzulande als Virgin Records Germany im Frontline-Segment aktive Label soll von den Änderungen unberührt bleiben und künftig Seite an Seite mit der neuen Division agieren.

Bei Universal Music scheint es derweil das Ziel zu sein, die Virgin Music Label & Artist Services als internationale Dachmarke fix zu etablieren. So läuft das gesamte Dienstleistungsgeschäft weltweit künftig unter diesem Namen, zum Start sind zunächst eigenständige Abteilungen in den fünf weltgrößten Musikmärkten - neben Deutschland also die USA, Japan, Großbritannien und Frankeich - sowie in der Wachstumsregion Lateinamerika an Bord. Weitere regionale Pläne mit Virgin wolle man "in den kommenden Monaten" verkünden.

Im US-Markt steigt die bisherige Caroline-Chefin Jacqueline Saturn nun zum President Virgin Music Label & Artist Services auf und berichtet in dieser Rolle an Michelle Jubelire, President & COO der Capitol Music Group. In Großbritannien wechselt Vanessa Higgins von dem von ihr gegründeten Labe und Verlag Regent Street Records mit sofortiger Wirkung als Managing Director zu Virgin Music Label & Artist Services UK, wo sie an David Joseph berichtet, Chairman & CEO Universal Music UK. In UK soll zudem die bisher unter der Leitung von Michael Roe und Jim Chancellor laufende Zentrale von Caroline International weiterhin als internationale Anlaufstelle fungieren.

In Frankreich leitet derweil Thomas Lorain, seit 2014 an der Spitze der nationalen Caroline-Abteilung, nun als MD von Virgin Music Labels & Artist Services France die Geschicke der Sparte und berichtet an den CEO von Universal Music France CEO, Olivier Nusse, und in Japan leitet fortan Hirokazu Tanaka die Virgin-Dienstleistungsdivision und berichtet dabei an Naoshi Fujikura, President & CEO Universal Music Japan. Auch in Japan bleibt das dort aktive Frontline-Label Virgin Music von der Neupositionierung unberührt.

In Lateinamerika, aber auch in der spanischsprachigen Region, soll Virgin Music Label & Artist Services schließlich noch im Frühjahr 2021 in Markten wie Mexiko und Spanien starten und über Niederlassungen in Los Angeles, Miami und Mexico City verfügen. Die Leitung übernimmt hier Víctor González als President Virgin Music LATAM & Iberia.

Mit dem Namen Virgin will man bei Universal Music ganz offenbar an Traditionen anknüpfen, und das knapp 50 Jahre nach der Gründung des Labels Virgin durch Richard Branson. Für Lucian Grainge, Chairman & CEO der Universal Music Group, steht die Marke Virgin denn auch als ein Synonym für disruptive Innovationen, für musikalische Kreativität und Unternehmergeist. Er sei begeistert, die Marke als Maßstab für globale Dienstleistungen im Bereich Distribution und Labelservices neu erfinden zu können. Und auch Richard Branson, der Virgin Records 1972 aus der Taufe hob, steuerte einen Kommentar zum Neustart bei und zeigt sich stolz darauf, dass Virgin auch ein halbes Jahrhundert nach der Eröffnung seines ersten Plattenhandels auch weiterhin als ein Name für die besten Unternehmer, Innovatoren und Künstler aus der ganzen Musikwelt stehe.

Text: Knut Schlinger