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Karnevals-Spendenaktion sammelte über eine Million

Die Spendenaktion "Mer looße üch nit allein" hat - unter anderem durch ein Livestream-Event in der Lanxess Arena - in der coronabedingt ausgebremsten Karnevalssession in Köln mehr als eine Million Euro an Spenden gesammelt, die etwa Bühnentechniker, Roadies, Fahrer, Tanzgruppen und Spielmannszüge unterstützen sollen.

18.02.2021 17:14 • von Frank Medwedeff
Auch im Beirat der Spendenaktion aktiv: Lanxess-Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher (Bild: Lanxess Arena)

Die Spendenaktion "Mer looße üch nit allein" hat in der Karnevalssession in Köln mehr als eine Million Euro an Spenden gesammelt. Neben einer ganzen Reihe von Großspendern aus Köln und vielen Spenden aus Karnevalsgesellschaften habe vor allem das Live-Event am 11. Februar in der Lanxess Arena für einen "riesigen Schub" für die Aktion gesorgt. Dabei waren insgesamt rund 50 Bands und Redner aus dem Kölner Karneval aufgetreten, um per Live-Stream auf die Situation vor allem der Menschen abseits des Rampenlichts aufmerksam zu machen.Dabei waren unter anderen die Bläck Fööss, Wolfgang Niedecken, die Höhner oder Cat Ballou.

Die Zuschauer bedankten sich bei den Akteuren auf der Bühne mit Spenden per SMS oder über die Website www.koelsch-akademie.de/nitallein. Der Spendenmarathon an Weiberfastnacht erreichte laut den Initiatoren 1,7 Millionen Live-Content-Views beim Sender #DABEI auf MagentaTV, im Livestream auf MagentaTV.de und auf den verschiedenen Portalen und Social-Media-Kanälen, die eine Übertragung im Stream ermöglichten.

"Das Echo für unsere Initiative war enorm und hat gezeigt, dass wir bei den Kölnern einen Nerv getroffen haben", weiß Bernhard Conin, Beiratsmitglied der Aktion. "In der Session ist vielen bewusst geworden, wie schmerzlich sie den Karneval vermissen, und wie sehr wir alle aktiv werden müssen, um den Menschen zu helfen, die auf und neben der Bühne für den Fastelovend arbeiten."

Nun gehe es darum, die Spendengelder zielgenau und unbürokratisch zu verteilen. Darüber entscheidet der unabhängige Beirat aus Matthias Becker (Manager der Bläck Fööss), Bernhard Conin (Geschäftsführer KölnKongress), Barbara Foerster (Leiterin Kulturamt der Stadt Köln), Stefan Löcher (Geschäftsführer Lanxess Arena) und Norbert Minwegen (Geschäftsführer der SK Stiftung Kultur).

"Wir haben bereits über 200 Anfragen erhalten, und täglich kommen neue hinzu", erklärt Bernhard Conin. "Jeder einzelne Antrag wird natürlich sorgfältig geprüft, aber wir wissen auch, dass die Zeit für Hilfen drängt. Deswegen erfolgen die ersten Überweisungen bereits Anfang März." Sie kommen denen zugute, die in normalen Sessionen den Karneval am Laufen halten und nun in Not geraten sind: vom Bühnentechniker bis zum Fahrer, vom Roadie bis zur Tanzgruppe und zum Spielmannszug. Damit gehe die Grundidee der Initiatoren um die Firma Deiters, die GO GmbH, Miao Records, die Stiftung SK Kultur und das Festkomitee Kölner Karneval auf: "Mer looße üch nit allein" sorge unabhängig von staatlichen Hilfen mit dafür, dass trotz Pandemie möglichst alle Akteure des Karnevals - egal, ob auf oder neben der Bühne - auch in der kommenden Karnevalssaison noch aktiv sein können.

Stefan Löcher, Geschäftsführer der Lanxess Arena, resümiert: "Als die Idee an uns herangetragen wurde, waren wir natürlich sofort dabei. Es ist in dieser Zeit wichtiger denn je als Branche - und da nehme ich Live-Entertainment und den Karneval in Köln zusammen - solidarisch zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen. Viele Menschen, die unsere Branche durch ihr Engagement seit Jahren tragen, sind völlig unverschuldet in Not geraten. Ich hoffe die Aktion kann einen kleinen Teil beitragen, genau diese Menschen abseits des Rampenlichts zu unterstützen. Daher sind wir allen Künstlern, Helfern, Organisatoren und natürlich Spendern sehr dankbar."