Livebiz

Neues Strategiepapier soll Veranstaltungen ermöglichen

Eine Woche nach den Restart-Konzept vom Forum Veranstaltungswirtschaft legen nun die Europäische Gesellschaft für Hygieneschutz und Veranstaltungssicherheit und das Research Institute For Exhibition And Live-Communication in enger Kooperation mit der Messe Frankfurt ein eigenes Strategiepapier vor.

16.02.2021 10:41 • von Dietmar Schwenger
Soll Veranstaltungen wieder ermöglichen: ein neues Strategiepapier (Bild: RIFEL, EGHV)

Eine Woche nach den Restart-Konzept vom Forum Veranstaltungswirtschaft legen nun die Europäische Gesellschaft für Hygieneschutz und Veranstaltungssicherheit und das Research Institute For Exhibition And Live-Communication (R.I.F.E.L. e. V.) in enger Kooperation mit der Messe Frankfurt ein eigenes Strategiepapier vor. Das "Nachhaltige Öffnungsstrategie für die Veranstaltungswirtschaft" genannte Papier stammt von einem sechsköpfigen Autorenteam und soll Behörden sowie Politik entlasten (zum PDF).

Die Situation der Veranstaltungsbranche ist nach wie vor prekär. Auch wenn betroffene Verbände und Unternehmen derzeit Hygiene- und Sicherheitskonzepte vorlegen und entwickeln, so ist deren Umsetzung und Anwendung anlässlich der gegenwärtigen Corona-Lage immer noch nicht gegeben. Erschwerend kommt hinzu, dass die schleppende Corona-Impfkampagne oder die Verbreitung von neuen Mutationen des Virus Behörden und Politik mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert.

Das MusikWoche vorliegende Konzept beinhaltet nun einen drei Stufenplan, der vor allem dazu beitragen soll, die Entscheidungsfindung im Zusammenhang mit behördlichen Genehmigungsverfahren anhand festgelegter Parameter zu vereinfachen. Dezidiert und umfangreich haben die Autoren ein Bewertungsmodell entwickelt, das unter Berücksichtigung zahlreicher Parameter und Daten, sozusagen automatisiert und bestenfalls bundesweit, dazu beitragen soll, Genehmigungsinstanzen bei der Entscheidung von Bewilligungen für Veranstaltungen zu entlasten.

Mittels eines Onlineportals wird unter Berücksichtigung von Faktoren wie lokal aktuelle Inzidenzwerte oder angespannte Kapazitäten des Gesundheitssystems, aber auch Raumgröße, Belüftungssituation oder das Besucheraufkommen und -Verhalten eine Risikobewertung vorgenommen. Die automatische Erfassung eines Teils der Daten von öffentlich zugänglichen Datenquellen ist dabei ebenso eine Komponente wie das Ausfüllen eines Fragebogens durch Veranstalter. Eine entsprechende Applikation mit entsprechenden Schnittstellen zu existierenden Datenbanken erlaubt ferner eine fortlaufende dynamische Auswertung des regionalen Infektionsgeschehen, womit ein ständiger Aktualitätsbezug gewährleistet wird.

Das jeweilige Ergebnis kann und soll Behörden, aber auch Veranstaltern jederzeit eine fundierte Einschätzung hinsichtlich des Sicherheitsrisikos einer jeweiligen Veranstaltung ermöglichen, welches zudem unter Verwendung der klassischen Ampelfarben vereinfacht visualisiert wird. Ein wesentlicher Vorteil eines solchen Systems besteht darüber hinaus darin, dass ein solches Portal die Sicherheitsbewertung unterschiedlichster Veranstaltungsformate bundesweit einheitlich abbildet. Dies wäre in der Tat ein Novum, zumal bekanntermaßen die Genehmigungsverfahren auf Seiten der Behörden bislang sehr unterschiedlich gehandhabt werden.

Nico Ubenauf, Vorstandsvorsitzender des Anbieters für Event- und Medientechnik Satis-Fy und Co-Autor der Studie, äußert hierzu gegenüber MusikWoche: "Wir wollen die Landesregierungen überzeugen, ein solches Modell als Online-Plattform mitzufinanzieren und den Gesundheitsämtern zur Verfügung zu stellen." Ubenauf, zugleich Gründungsmitglied des Bündnisses Alarmstufe Rot ist, berichtet ferner, dass die Studie bereits verschiedenen Landesregierungen vorgestellt wurde und "sehr gute Resonanzen" bekommen habe. Er hoffe jetzt, dass nun zügig die nächsten Schritte eingeleitet werden.

Text: Manfred Tari