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Universal Music bläst Triller den Marsch

Als Social-Media-Plattform will Triller mit TikTok konkurrieren. Nun aber kommt es zu einem Lizenzstreit zwischen Universal Music und den Triller-Betreibern von Proxima Media. Der Musikmajor zieht mit sofortiger Wirkung seine Inhalte von der Plattform zurück.

05.02.2021 11:27 • von
"Million Of Songs At Your Fingertips": die Plattform Triller ist sich ihrer musikalischen Seiten offenbar durchaus bewusst (Bild: go.triller.co, Screenshoz)

Als Social-Media-Plattform will Triller mit TikTok konkurrieren, und setzt dabei auf kurze Videoclips, die Nutzer unter anderem auch über Instagram, Twitter, Facebook oder Messenger verbreiten können. Nun aber kommt es zu einem Lizenzstreit zwischen Universal Music und den Triller-Betreibern von Proxima Media um Firmengründer Ryan Kavanaugh. Der Musikmajor zieht mit sofortiger Wirkung seine Inhalte von Triller zurück:

"Wir arbeiten nicht mit Plattformen, die Künstler nicht wertschätzen", heißt es zur offiziellen Bestätigung des Schritts aus dem Hause Universal Music. Triller habe "schändlicherweise" Zahlungen zurückgehalten und weigere sich, für die künftige Nutzung von Musik Lizenzen auszuhandeln. "Wir haben keine andere Wahl, als unsere Musik mit sofortiger Wirkung von Triller zu entfernen."

Beim Musikmajor stört man sich vor allem daran, dass Musik zwar einerseits ein treibender Faktor für die Nutzung des Triller-Angebots sei, die unter anderem von Investoren eingesammelten Gelder aber ausschließlich ins Marketing und in andere Kanäle fließen würden. Unter anderem sammelte Triller in einer Finanzierungsrunde im Sommer des vergangenen Jahres 100 Millionen Dollar ein, und will nun weitere 250 Millionen Dollar an frischem Kapital besorgen. Zudem wollen die Betreiber in den teuren Werbeblöcken beim Super Bowl für ihr Angebot werben. Dass Inhalte wertvoll sein können, hat indes auch Triller schon bemerkt: Das Unternehmen zahlte 50 Millionen Dollar für die Rechte an dem Ende 2020 ausgetragenen Boxkampf zwischen Mike Tyson und Roy Jones, den man dann via Pay-per-view vermarktete.

Text: Knut Schlinger