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Open Club Day als virtuelles Event

Unter dem Dach von LIVE DMA steigt der europäische Aktionstag Open Club Day in diesem Jahr coronabedingt am 6. Februar als virtuelle Veranstaltung. Ein zentraler Programmpunkt der deutschen Edition ist ein Panel unter dem Motto "Karstadt raus - Kultur rein? - Post-Corona: Können Musikclubs die Verödung der Innenstädte stoppen?".

27.01.2021 13:02 • von Frank Medwedeff
Ko-Moderator beim bundesweiten deutschen Panel am Open Club Day: Thore Debor (Bild: LiveKomm)

Am 6. Februar 2021 findet die vierte Ausgabe des europäischen Aktionstags Open Club Day statt; pandemiebedingt in diesem Jahr aber unter anderen Vorzeichen. Normalerweise vereint der europäische Dachverband Live DMA an diesem Tag Musikclubs und Festivals aus bis zu 17 EU-Ländern, die ihre Türen für Besucher:innen öffnen und Einblicke hinter die Kulissen gewähren. Wie so viele Events müsse aber auch diese Veranstaltung wegen der anhaltenden Corona-Maßnahmen "ins Virtuelle verlagert werden". Dabei gelte es, "den Austausch zwischen Profis, Nachbar:innen, Aktivist:innen, Bürger:innen, Politik und neugierigen Nachtschwärmer:innen zu fördern".

In Deutschland präsentiert der Bundesverband LiveMusikKommision (kurz LiveKomm) seine Aktivitäten dabei auch im Rahmen der neuen Aktion von LiveKomm, Clubverbänden, Clubs und Chaos Computer Club (CCC) namens #clubsAREculture. Dabei gehe es ganz aktuell um die Anerkennung von Musikclubs als Kulturstätten in Deutschland. Auf der digitalen Konferenz diskutieren demnach "Akteur:innen der Szene, Expert:innen und Politiker:innen auf Landes- und Bundesebene miteinander".

Ab 13 Uhr beginnt das Vorprogramm der "Germany Edition" des Open Club Days mit diversen virtuellen Clubführungen, unter anderem im Fundbureau in Hamburg. Um 14:00 Uhr widmen sich eine Reihe von Landes-Panels (zum Beispiel in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Hessen) der Lage in ihren Bundesländern.

Im Anschluss steigt ab 15.15 Uhr die Diskussion auf Bundesebene mit dem Titel: "Karstadt raus - Kultur rein? - Post-Corona: Können Musikclubs die Verödung der Innenstädte stoppen?" Hierbei diskutieren Stefan Kaufmann (MdB, CDU, Stuttgart), Kai Wargalla (Mitglied der Bremer Bürgerschaft, Grüne, Bremen), Tanja Kohnen (Deutscher Städtetag) und Barbara Foerster (Amtsleiterin Kulturamt Stadt Köln) mit den Moderatoren Marc Wohlrabe (LiveKomm-Vorstand/Stadt nach Acht Konferenz) und Thore Debor (Clubkombinat Hamburg/Sprecher der LiveKomm AG Kulturraumschutz).

Zum Abschluss sendet die Berliner Initiative United We Stream ein "Open Club Day Special".

Die gesamte Veranstaltung wird durch den Chaos Computer Club (CCC) unterstützt und durch die LiveKomm AG Kulturraumschutz kuratiert. Die Streams werden kostenfrei auf www.clubsareculture.de bereitgestellt.

Im Rahmen der internationalen Aktivitäten des Open Club Days läuft bereits im Vorfeld am 2. Februar 2021 um 10.30 Uhr ein Online-Panel via Facebook und über den YouTube-Kanal von Live DMA, das ein besseres Verständnis für die harschen Realitäten der Livebühnen in der Corona-Krise fördern und ihre kulturelle, künstlerische und soziale Bedeutung für Europa würdigen soll. Speaker sind hier die EU-Parlamentarier Niklas Nienaß von Bündnis 90/Die Grünen aus Deutschland und Ibán García Del Blanco aus Spanien von der sozialdemokratischen Fraktion, Laura Hanequand von Court-Circuit, einer Live-Musik-Vereinigung für Wallonien und Brüssel, und Feike Ter Wal von EKKO, einer Spielstätte in der niederländischen Stadt Utrecht. Als Moderatorin fungiert hier Audrey Guerre von Live DMA, die europäische Koordinatorin des Open Club Days. Weitere Informationen finden sich auf www.openclubday.com.