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Glastonbury Festival 2021 fällt flach

Michael und Emily Eavis haben aufgrund der Corona-Pandemie nach 2020 auch die diesjährige Ausgabe des Glastonbury Festivals abgesagt.

21.01.2021 16:00 • von Frank Medwedeff
Frühestens 2022 wieder Wirklichkeit: das Glastonbury Festival (Bild: Glastonbury Festival)

Vor dem Hintergrund besonders hoher Corona-Fall- und Todeszahlen in Großbritannien derzeit fällt das Glastonbury Festival, das ansonsten an die 200.000 Besucher pro Jahr anzieht, nach 2020 auch in diesem Sommer aus.

Michael Eavis, der Gründer des Großfestivals in der Grafschaft Somerset im Südwesten Englands, und seine Tochter und mittlerweile Mitorganisatorin Emily Eavis erklären in einem gemeinsamen Statement an die Fans des Großereignisses: "Mit großem Bedauern müssen wir verkünden, dass das diesjährige Glastonbury Festival nicht stattfinden wird, und dass dies für uns ein weiteres Jahr Zwangspause bedeutet. Trotz unserer Anstrengungen, Himmel und Erde in Bewegung zu setzen, ist klar geworden, dass wir einfach nicht in der Lage sein werden, das Festival in diesem Jahr auszutragen. Es tut uns so leid, Euch zu enttäuschen."

Wie im letzten Jahr bieten die Glastonbury-Verantwortlichen denjenigen Festival-Fans, an die sich im Oktober 2019 für ein Ticket angemeldet hatten, ihre ursprünglich für 2020 vorgesehene erforderliche Anzahlung von 50 Pfund nun für 2022 übertragen zu lassen mit der Chance, sich dann fürs nächste Jahre eine Eintrittskarte zu sichern.

"Wir schätzen sehr die Treue und das Vertrauen, die Ihr uns mit den Anzahlungen entegengebracht habt, und wir sind sehr zuversichtlich, dass wir uns allen etwas wirklich Besonderes für 2022 auf die Beine stellen können", wie Vater und Tochter Eavis der Festivalgemeinde mitteilen. "Wir danken für Eure unglaubliche fortlaufende Unterstützung - lasst uns gemeinsam auf bessere Zeiten freuen."

Julian Knight, den Vorsitzenden des Ausschusses für Digitales, Kultur, Medien und Sport des britschen Unterhauses, zitiert dazu "IQ" wie folgt: "Die Nachricht, dass Großbritannien das Glastonbury Festival für ein zweites Jahr verloren hat, ist verheerend. Wir haben wiederholt die zuständigen Minister aufgerufen, zu handeln, um unsere weltbekannten Festivals wie dieses mit einem von der Regierung geförderten Versicherungsystem zu schützen." Dieser Appell sei aber auf taube Ohren gestoßen, was sich nun räche. "Das Kronjuwel fehlt nun, doch die Regierung kann die Botschaft nicht länger ignorieren - sie muss jetzt handeln, um diesen dynamischen und vitalen Festivalsektor zu retten", so Knight.

Gewerkschaftsfunktionär Dave Webster von der Musicians Union erklärte: Wir sind bitter enttäuscht, zu hören, dass Glastonbury das diesjährige Festival absagen muss. Dies ist ein weiterer harter Schlag für die Musikindustririe durch diese heimtückische Krankheit. Anhaltende Verunsicherung hinsichtlich Versicherungsschutzes lässt andere Festivals und Events für 2021 in einer prekären Lage zurück."

Auch Emiy Eavis hatte sich vergeblich bei der Politik für einen Fonds für Ausfallversicherungen für Festivalveranstalter stark gemacht.